Gehörst du auch zu den Leuten, die bei der Korrektur von Stegreifaufgaben (= kurzen Vokabeltests) bzw. von Wortschatz- und Grammatikaufgaben in Schulaufgaben erst den eigentli­chen Fehler mar­kieren und ZUSÄTZLICH am Rand noch mal ein entsprechendes Symbol (z.B. waagerechten Strich für halben und senkrechten für einen ganzen Fehler) hinpinseln? Wozu diese Verdoppelung? Weil es alle anderen auch so machen? Weil du es im Referendariat so gelernt hast? Man lernt im Referendariat ja eine Menge, nur leider fast nie, wie man ÖKONOMISCH arbeitet.

Das einzige, mir bekannte Argument für diese zusätzliche Randschreiberei lautet, dass man sich beim Zusammenzählen der Fehler leichter tut, wenn man nur am Rand „von oben nach unten“ runter­addiert. Das mag stimmen, nur sollte man diesem Vorteil den höheren Schreibaufwand und vor allem die größere Fehleranfälligkeit gegen­überstellen. Vor allem wenn man nachträglich etwas ändert (zum Beispiel aus einem ganzen einen halben Fehler macht um eine Plus-Note zu vermeiden), muss man höllisch aufpassen, dass man jeweils auch die Randmarkierung „aktualisiert“. Erfahrungsgemäß passieren hier viele Fehler.

Außerdem kann man aus einem senkrechten Strich nicht einfach einen waagerechten machen. Man muss den senkrechten durchstreichen, das macht sich schon mal nicht gut. Noch schlechter ist natürlich die andere „Richtung“, also aus einem halben Fehler (= waagerechter Strich) einen ganzen (= senkrechter Strich) zu machen. Der Schüler sieht die „Korrektur“ und denkt sich zu Recht, dass der Lehrer ihm eine „reinwürgen“ will.

Wenn ich hingegen ein Wort unterstrichen habe (= ganzer Fehler), kann ich (durch das Hakerl am rechten Ende) zumindest problemlos daraus einen halben Fehler machen. Die umgekehrte Richtung sollte man natürlich auch wieder vermeiden.

Probier einfach mal aus, nur die Fehler (sauber mit Lineal) zu markieren und diese „von oben nach unten“ zu­sammenzuzählen:

korrektur

Wie man noch weitere unnötige Schreibarbeit vermeiden kann, beschreibt Roter Overkill.