Im Folgenden beschreibe ich, wie ich Klausuren („Schulaufgaben“) und kleine Tests („Stegreifaufgaben“) mit OpenOffice (bzw. LibreOffice) Writer (Version 3.0) for­matiere. Es geht im Folgenden ausschließlich um ganz grund­legende Dinge, also keine raffinierten Makros oder Ähnliches. Anhand einer typischen Schulaufgabe (odt) erkläre ich „von oben nach unten“, wie ich die einzelnen Bereiche forma­tiere. Dabei setze ich Grund­kenntnisse im Um­gang mit OpenOffice voraus, so z.B. dass man Text erst markieren muss, bevor man irgend­welche Befehle darauf anwenden kann. Am besten hast du die Beispieldatei gleichzeitig geöffnet um immer wieder ver­gleichen zu können.

Tipps zu Writer findest du z.B. bei Andreas Borutta, in den FAQ zur Textverarbeitung, im Writer Handbuch oder im Wiki. Verschiedene gute Video Tutorials („Vidorials“) gibt es hier.

Ränder

Damit du beim Lochen deiner Angaben/Arbeitsblätter (für die Ablage im Ordner) nicht links in die Zeilennummern lochst, sollte der linke Rand mindestens 2,5 cm betragen (Format > Seiteneinstellungen > Seite: Seitenränder). Für den oberen, unteren und rechten Rand nehme ich nor­malerweise 2 cm; wenn ich sehr viel auf der Seite unter­bringen muss nur jeweils 1,5 cm.

Formatvorlagen

Damit meine Schulaufgaben, Stegreifaufgaben und Handouts ein möglichst identisches Layout haben, verwende ich häufig Formatvorlagen (mit F11 aktivieren) in meinem Beispiel z.B. für die Über­schrift (Arial 20pt). Falls mir das irgendwann nicht mehr gefallen sollte, ändere ich einfach die entsprechende Formatvorlage. Formatvorlagen können enorm viel Arbeit sparen, es lohnt sich deshalb ein bisschen mit ihnen zu experimentieren und das ent­sprechende Kapi­tel im Hand­buch bzw. ­der Hilfe zu lesen.

Formatvorlagen importieren

Damit du deine Formatvorlagen nicht immer wieder neu erstellen musst, kannst du sie in dein aktuelles Dokument importieren: F11 (öffnet das Formatvorlagen-Fenster) > Klick auf den Pfeil (rechts oben) bei Neue Vorlage aus Selektion > Vorlagen laden … > Aus Datei (rechts unten).

Gedankenstriche

Writer erzeugt automatisch korrekte Gedankenstriche wenn man unter Extras > AutoKorrektur > Optionen die Option Gedankenstriche ersetzen akti­viert. Zunächst schreibt man Leerzeichen und zwei normale Bindestriche. Nach einem weiteren Leerzeichen werden die beiden Bindestriche durch einen korrek­ten Gedankenstrich ersetzt.

Zeilennummern

… dürfen auf keinen Fall normale Ziffern in Kombination mit Tabulatortasten bzw. (noch schlechter) Leerräumen sein. Wenn man nachträglich etwas einfügen oder löschen will, bricht ständig das ganze Layout zusammen.

Zunächst markierst du den entsprechenden Text und dann Extras > Zeilennummerie­rung: Nummerierung einschalten. Da Leerzeilen normalerweise nicht mitgezählt wer­den sollen, deaktivierst du (bei Zählen) das entsprechende Kästchen.

Abstände bzw. „Leerzeilen“ zwischen Absätzen solltest du grundsätzlich nicht mit Return schaffen, sondern nur mit Format > Absatz > Einzüge und Abstände > Abstand Unter Absatz. Vorteil: Du mar­kierst die gewünschten Passagen und gibst den Befehl nur einmal; wenn dein Text plötzlich nicht mehr auf die Seite passt, ist der Befehl genauso schnell wieder rück­gängig gemacht, während du ansonsten deine Leerzeilen mühsam alle einzeln manuell wieder löschen musst. Auch wieder ist es wieder einfacher, die entsprechende Formatierung in der Formatvorlage (Textkörper bzw. Textkörper Einzug) einzugeben als in jedem Absatz einzeln.

Damit z.B. eine Einleitung nicht mitgezählt wirst, markierst du sie und deaktivierst die Zeilennummerierung über Format > Absatz > Nummerierung und ggf. Häkchen wegklicken bei ‚Die Zeilen dieses Absatzes mitzählen‘.

Zeilennummern formatieren

… kannst du über F11 Formatvorlagen > Zeichenvorlagen > Rechtsklick auf Zeilennum­merierung und Ändern. Ich habe z.B. Arial 8 pt.

Einzüge

Die erste Zeile eines neuen Absatzes darfst du auf keinen Fall mit Leerzeichen oder Tabula­to­ren einrücken, sondern mit Format > Absatz > Einzüge und Abstände > Ein­zug: Erste Zeile: (bei mir) 0,5 cm. Text, der z.B. mit fünf Leerzeichen „ein­gerückt“ wurde, schaut zwar auf dem Bildschirm meist noch ganz ordentlich aus, beim Aus­druck wird der Einzug aber meistens (wegen der proportionalen Schrift) sehr unregel­mäßig.

Hängender Einzug

Den Aufgabenteil habe ich mit mit einem sog. „hängendem Einzug“ (auch „negativer Erstzeileneinzug“ genannt) for­matiert: Format > Ab­satz > Einzüge und Abstände > Vor Text: 0,70 cm, Erste Zeile: -0,70 cm. Dadurch wird der Text in sich linksbündig. Du gibst die Ziffer und den Punkt ein und drückst an­schließend die Tabula­tortaste. Wenn du auf die Schaltfläche Steuerzeichen (links neben der Maßstabs-Lupe) klickst, siehst du die ent­sprechen­den Tabula­torzeichen.

Automatische Nummerierung deaktivieren

Wenn man in Writer eine Aufzählung beginnt, wird diese automatisch fortgeführt. Dies passiert mitunter ungewollt und nervt teilweise. Wie man diese Funktion abschaltet, wird in diesem Video erklärt.

Nummerierte Listen

… erzeugst du über Format > Nummerierung und Aufzählungszeichen bzw. über das Kontextmenü Nummerierung/Aufzählung. Bei Position > Abstand zum Text nehme ich bei Auf­zählungszeichen/Bullets 0,5 cm und bei nummerierten Listen 0,7 cm (damit auch zweistellige Zahlen genügend Platz haben).

Geschützte Leerzeichen und Bindestriche

… verhindern, dass z.B. 20 und BE am Zeilenende auseinandergerissen werden. Durch ein geschütztes Leerzeichen bleiben die beiden Elemente zusammen, was wesentlich besser aussieht. Geschützte Leerzeichen fügst du mit Umschalttaste + Strg + Leertaste ein.

Geschützte Bindestriche verhindern entsprechend, dass z.B. bei „ll. 1‑8“ die 1 und die 8 ausein­andergerissen wird. Geschütze Bindestriche fügst du mit Umschalttaste + Strg + Minus-Taste (rechts unten neben dem Punkt) ein.

Musterlösung

Die Lösungen integriere ich als „ausgeblendeten“ Text in die An­gabe bzw. das Arbeitsblatt. Dieses Verfahren hat den großen Vorteil, dass man immer nur mit einer Datei hantiert und keine Probleme mit dem ständigen „Synchronisieren“ von zwei Dateien hat. Auch wenn man z.B. eine Frage umformuliert, kann man die entsprechende Musterlösung gleich mit anpassen. Wenn die Musterlösung auf einer neuen Seite steht (bzw. noch schlechter) eine eigene Datei ist, vergisst man oft die Musterlösung der neuen Fragestellung anzupassen und bekommt dann u.U. beim Korrigieren Probleme.

Wie das Ganze funktioniert, habe ich in einer eigenen Anleitung (odt) beschrieben.