Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Warm Ups

Ein Gast­bei­trag von Clau­dia Boer­ger. Dank ihrer Bei­spiel­samm­lung (pdf) kann man gleich in der nächs­ten Stun­de los­le­gen.

Stun­den­ein­lei­ten­de warm ups wer­den oft als net­tes Kin­ker­litz­chen wenig beach­tet bzw. gar abge­tan. Ich sehe das mitt­ler­wei­le ent­schie­den anders und glau­be, dass sie durch­aus auch von  lang­fris­tig gro­ßem sprach­li­chen Nut­zen sein kön­nen.

Beson­ders in sprech­fau­len Lern­grup­pen bin ich dazu über­ge­gan­gen, den Unter­richt regel­mä­ßig mit einem warm up zu begin­nen. Dabei lege ich den Begriff sehr groß­zü­gig aus und setz­te auch Akti­vi­tä­ten ein, die durch­aus län­ger als die übli­chen 5–10 Minu­ten dau­ern; der Zeit­ver­lust an ande­rer Stel­le ist es mir mitt­ler­wei­le wert. Gemein­sam ist allen Betä­ti­gun­gen, dass unter­richts-unabhän­gi­ge Inhal­te im Fokus ste­hen.

In kurz­fris­ti­ger Hin­sicht ist mir wich­tig, dass die Schü­ler einen gemein­sam erleb­ten Zugang zu der Fremdsprache/Stunde fin­den, wel­cher von den meis­ten Schü­lern freud­voll, leben­dig oder per­sön­lich bedeu­tungs­voll erlebt wird. Auf onesto­peng­lish habe ich eine schö­ne­re Defi­ni­ti­on von einem war­mer gefun­den, die weni­ger drö­ge klingt als mein obi­ger Ver­such: “[…] an activi­ty desi­gned to get things star­ted, wake up tired stu­dents (and tea­chers) and pre­pa­re brains, mouths, ears and eyes for Eng­lish.”

Beson­ders in der Ober­stu­fe habe ich warm ups zur lang­fris­ti­gen Sprech­ak­ti­vie­rung abso­lut erfolg­reich ein­set­zen kön­nen. Hos­pi­tie­ren­de Refe­ren­da­re und Prak­ti­kan­ten haben mei­nen Ein­druck einer außer­ge­wöhn­li­chen Sprech­freu­dig­keit mei­ner Kurs­teil­neh­mer bestä­tigt (wohl­ge­merkt auch wäh­rend des Regel­un­ter­richts!). Eine Kol­le­gin, die kürz­lich einen 12er Kurs von mir über­nom­men hat, ist eben­falls von der münd­lich regen Trup­pe sehr ange­tan.

Auf der einen Sei­te wird mei­ner Erfah­rung nach eine posi­ti­ve Anfangs­stim­mung durch die ritua­li­siert ein­ge­setz­ten warm ups geschaf­fen, da mit der Zeit eine gewis­se (dazu noch gemein­schaft­lich erfah­re­ne) Neu­gier­de und Vor­freu­de auf den Stun­den­be­ginn geweckt wird. Es scheint dar­über hin­aus, dass die­se Anfangs­stim­mung den Rest des Unter­richts wei­terträgt, und der rela­tiv unge­zwun­ge­ne und freud­vol­le Umgang mit der Fremd­spra­che über kurz oder lang Lust auf Eng­lisch schafft, wel­che nicht weni­ge Schü­ler dazu moti­viert, Hem­mun­gen abzu­le­gen und sich gar den Rest der Stun­de eben­falls (mehr oder weni­ger) mun­ter zu betei­li­gen.

Selbst­re­dend ist der Ein­satz von warm ups weder der Päd­ago­gen­weis­heit letz­ter Schluss noch die ulti­ma­ti­ve Lösung, Fremd­spra­chen­lern­er­fol­ge bei ALLEN und IMMER zu erzie­len. Aber nach mei­ner Erfah­rung leis­ten sie in Hin­sicht Sprech­ak­ti­vie­rung doch einen nicht uner­heb­li­chen Bei­trag.

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Personal Questions

  1. Nele

    Ham­mer – vie­len lie­ben Dank für die tol­len Übun­gen!

  2. Florian v. Savigny

    Vie­len Dank!!

    (Noch ein Erra­tum: S. 6, Punk­te 14 u. 15: „Now“, nicht „No“.)

  3. liv

    pdf ist klas­se! lei­der ein Feh­ler in 39 > brea­the

  4. Christine

    mit im pdf aber lei­der gaaa­anz üblem feh­ler bei 3.
    nicht than!! 🙂

  5. Jochen, ehr­lich, zur Zeit pro­fi­tie­re ich enorm von dei­nem Blog*. Gro­ßen Dank an Clau­dia Boer­ger! Das wer­de ich mir gleich aus­dru­cken und zu Gemü­te füh­ren. Über­haupt geht ja nix über die Zusam­men­stel­lung erprob­ter, leicht anwend­ba­rer Metho­den. Das schö­ne Buch Huma­ni­sing your Cour­se­book von Mario Rin­vo­lucri ist auch eine aus­ge­zeich­ne­te Fund­gru­be.

    * du soll­test mal mei­ne Klei­nen sehen, wie sie sich für „Hel­lo, my name is Joe“ ver­ren­ken. Eine sehr aero­be Übung.

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