Es nützt wenig den Schülern Vokabeltrainer wie Teachmaster oder den Langenscheidt Vokabeltrainer lediglich zu empfehlen und alles weitere ihnen zu überlassen. Dann hat man, genau wie bei Vokabelheft und Lernkartei das Problem, dass lauter Fehler eingegeben und gelernt werden. Wenn Schüler effizient mit dem Programm arbeiten sollen, muss sichergestellt sein, dass nur RICHTIGES gelernt wird.
Im Grunde genommen ist es ganz simpel: Der ganze Wortschatz eines Jahres wird gleichmäßig auf alle Schüler aufgeteilt. Falls nötig macht man im Schuljahr ZWEI Durchgänge: im ersten Halbjahr z.B. den Wortschatz der Lektionen 1-4 und im zweiten Halbjahr entsprechend 5-8. Der Schüler gibt den Wortschatz ein, wobei vorher geklärt werden muss, ob er nur Englisch und Deutsch eingibt oder (was ich besser finde) bei „Bemerkung“ auch noch (soweit im Buch vorhanden) die Definitionen bzw. Beispielsätze, wobei (wie im Schulbuch) das neue Wort (bzw. die neuen Wörter) durch eine Tilde ~ ersetzt wird. Leider wird in Teachmaster die Tilde hochgestellt; das sieht etwas unschön aus, lässt sich aber verkraften. Vielleicht findet ja der Autor (oder jemand anderes) eine Möglichkeit eine vertikal zentrierte Tilde einzufügen.
Es liegt im Interesse des Lehrers dafür zu sorgen, dass der Wortschatz SORGFÄLTIG eingegeben wird. Je nach Naturell und pädagogischer Ausrichtung kann er versuchen, dass mit Anreizen („Wenn du weniger als x Fehler machst, darfst du Kleinkram bzw. deine Hausaufgabe x-mal mehr vergessen“) oder mit Sanktionen („Wenn du mehr als x Fehler machst, musst du …“) zu erreichen. Natürlich rät man den Schülern dringend dazu, das Ganze gleich als sinnvolle Übung für Zehn-Finger-Schreiben zu betrachten und den Wortschatz mit der richtigen Techik einzugeben.
Bis zu einem bestimmten Termin bekommt der Lehrer den Wortschatz auf USB-Stick oder per E-Mail.
Jetzt kommt der wichtigste Teil: Der Lehrer muss den vom Schüler eingegebenen Wortschatz SORGFÄLTIG überprüfen und verbessern. Alles was er hier übersieht, kann später zu Fehlern führen! Wenn später ein Schüler Fehler im „korrigierten“ Wortschatz entdeckt, wird das natürlich (z.B. mit einem MO) honoriert und der Fehler wird allen Schülern mitgeteilt. Sehr sinnvoll wäre es, wenn der Lehrer bei ALLEN Wörtern (wieder im Feld „Bemerkung“) einen sinnvollen Beispielsatz ergänzen würde. Das neue Wort wird dabei wieder durch eine Tilde ~ ersetzt.
Wenn der Lehrer den kompletten Wortschatz einer Lektion durchgesehen hat, fügt er die verschiedenen Dateien (mit Konverter / Teachmaster 2 Dateien zusammenfassen) zu EINER Datei zusammen. Sobald eine Lektion fertig ist, bekommen die Schüler sie wieder per Mail bzw. USB-Stick.
Mit der Zusammenarbeit zwischen Lehrern ist es ja normalerweise leider nicht weit mehr, aber wenn es gelänge, sich mit Kollegen (ggf. auch an anderen Schulen) abzusprechen, wer welchen Wortschatz übernimmt, dann hätte man innerhalb kürzester Zeit den kompletten Wortschatz aller Bücher, den man an die Schüler weitergeben könnte.
Das Ganze müsste allerdings auf PRIVATER Basis ablaufen, denn die Verlage sehen es gar nicht gerne, wenn ihr Lehrbuch-Wortschatz in kostenlosen Vokabeltrainern auftaucht.

Hallo Jochen,
zunächst einmal ein dickes Lob für Deinen Blog. Er gehört zu den ersten und besten Einträgen meines Feed Readers. Ich habe selbst einen Blog gestartet und weiß was an Arbeit dahinter steckt. Wir (das sind ein paar Schüler und Schülerinnen aus einer 8.Klasse Realschule und meine Wenigkeit) haben ein kleines freiwilliges Projekt ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist auszuprobieren, wie der PC und das Internet den “Lernalltag” eines Schüler(In)s erleichtern kann. Ausserdem wollen wir verschiedene Lerntechniken ausprobieren und auf ihre Tauglichkeit untersuchen. Kernelement unseres Projekts ist im Moment der Schmierzettel-Blog (http://www.knutwehr.de/blog) und eine Moodle-Installation. Im Rahmen unseres Projektes sind wir natürlich auch auf verschiedene Vokabellern-Tools gestoßen. Bisher durchgesetzt haben sich ein Online- sowie ein Offline Tool. Bei dem Online Tool handelt es sich um http://my.dict.cc und bei der Offline Variante wollten wir es mit Teachmaster probieren. Wir haben auch schon angefangen die erste Unit zu erfassen. Diese Arbeit soll demnächst noch erweitert werden, durch die zugehörigen Soundfiles, die uns (hoffentlich) ein Schüler aus der englischen Partnerschule erstellen kann.
Um aber auf Deinen Vorschlag zurückzukommen… Wir werden sehr wahrscheinlich den Vokabel-Stoff der 8.Klasse Realschule Baden-Württemberg komplett erfassen und könnten diesen den anderen bei Bedarf/im Austausch zur Verfügung stellen. Sehr interessiert wären wir auch an Erfahrungen und Tipps bezüglich TeachMaster.
Viele Grüße,
Knut
> zunächst einmal ein dickes Lob für Deinen Blog.
Danke für die Blumen
> Bei dem Online Tool handelt es sich um http://my.dict.cc
Interessant, das kannte ich noch gar nicht, obwohl ich immer wieder Wörter in dict.cc nachschlage. Hast du diesen Vokabeltrainer richtig getestet? Falls ja, würden mich deine Erfahrungen interessieren, vor allem im Vergleich zu Quizlet
(http://jochenenglish.wordpress.com/2007/01/27/quizlet/), das mir vom Design her sehr gut gefällt, das ich aber noch nicht sehr intensiv getestet habe.
> Sehr interessiert wären wir auch an Erfahrungen und Tipps bezüglich TeachMaster.
Bin gerade dabei eine Art Bedienungsanleitung für Schüler zu schreiben, aber das dauert noch ein bisschen
Hallo Jochen,
von Quizlet habe ich bisher noch nichts gehört. Ich habe es mir aber mal kurz angeschaut. Ich denke es gibt da ein paar Unterschiede. Vielleicht erläutere ich einfach mal wie das Lernen mit http://my.dict.cc funktioniert:
1. Man muss sich bei der Website registrieren und dann einloggen.
2. Jetzt kann man nach den Worten die man lernen will suchen. Normalerweise findet man dann auch mehrere Übersetzungen und wählt die aus, die man lernen will. Jasmin, meine mittlere Tochter hat sich bereits ihren Lernstoff (Realschule 6.Klasse) zusammengeklickt und hat bis auf ein paar kleine Ausnahmen alles gefunden. Sollte dennoch einmal eine Übersetzung fehlen, kann man einen Vorschlag an die Seite senden, der dann geprüft wird. Und wenn es sich um eine gültige Übersetzung handelt, wird sie mit in das Repertoire übernommen.
3. Die gefundenen Übersetzungen werden zeilenweise ausgegeben. Man klickt einfach auf die Zeile, die man haben will (irgendwo auf die freie Fläche der Zeile) und erhält ein Kontextmenü, mittels dem man die Übersetzung in seine “temporäre Liste” übernehmen kann.
4. Die “temporäre Liste” bzw. alle persönlichen Listen bekommt man im Bereich “Vokabeltrainer” zu sehen.
5. Neben der o.a. temporären Liste, in die zunächst alle meine ausgewählten Wörter übernommen werden, kann man noch eigene weitere Listen anlegen. Diese Listen kann man auch public zugänglich machen und damit mit anderen austauschen.
6. Aus der temporären Liste kann man dann von Zeit zu Zeit die Wörter in die eigenen Listen kopieren bzw. verschieben.
7. Das Lernen der Wörter wird nach dem 5-Kasten-Prinzip abgewickelt. Jedes gewußte Wort wandert einen Kasten nach hinten.
8. Fürs Lernen kann man sich die Wörter z.B. auch vorlesen lassen bzw. nach dem ersten Buchstaben fragen. Werden zuviel Tipps gegeben bleibt das Wort aber im Kasten und muss nochmals gelernt werden.
9. Abgerundet wird alles durch die Möglichkeit, die Wörter aus den Listen als Textfiles zu exportieren. Damit steht natürlich einer Verwendung in anderen Tools (z.B. TeachMaster) nichts mehr im Wege.
Das wars eigentlich schon. Für Fragen steht eine recht gute Dokumentation auf den Seiten zur Verfügung.
Viele Grüße,
Knut
> Vielleicht erläutere ich einfach mal [...]
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, klingt interessant.
Hi Jochen,
ich bin zufällig auf deine Seite gestoßen und finde sie wirklich großartig. Die vielen Vorlagen und Tipps sind einfach unschlagbar.
Zwar bin ich noch im Studium, aber nichtsdestotrotz habe ich mir schon jetzt ein paar Infos herauskopiert und gespeichert, damit sie für mich nicht verloren gehen
Da ich selbst noch mehr oder weniger regelmäßig Vokabeln lernen muss, bin auch ich auf den Teachmaster gestoßen, allerdings konnte er mich — obwohl er praktisch ist — aufgrund der veralteten Optik nicht so recht begeistern.
Ich selbst nutze das Tool ‘Pauker’ (http://pauker.sourceforge.net/?lang=de), was in Java programmiert ist, nicht installiert werden muss und wesentlich benutzerfreundlicher aussieht. Zwar weiß ich nicht, ob es deinen Ansprüchen genügt, aber mich hat es überzeugt.
Viele Grüße
Robert
> Zwar weiß ich nicht, ob es deinen Ansprüchen genügt,
Nein, das tut es in der Tat nicht. Als erstes vermisse ich schon mal ein IMPORT-Funktion, z.B. über das verbreitete csv-Format. Das bedeutet, dass ich meinen ganzen Wortschatz HÄNDISCH neu eingeben müsste, während ich ihn nach geringen Vorarbeiten automatisch in Teachmaster importieren kann (vgl. dazu http://www.jochenenglish.de/?p=522). Zweitens ist das Programm zwar sehr übersichtlich und optisch ansprechend aber die Funktionaliät ist doch sehr eingeschränkt (vgl. z.B. den neuen Langenscheidt Vokabeltrainer http://www.vokabeln.de/v3/funktionen.htm).
Es gibt einen – aus meiner Sicht sehr interessanten – Online-Vokabeltrainer für den Schul-Server IServ. Es handelt sich um ein kostenpflichtiges Modul, welches komplett in die IServ-Oberfläche integriert ist. Die Kosten belaufen sich auf 100 EUR pro Jahr.
Wer sich informieren möchte, kann dies auf der Internet-Seite des Herstellers tun (http://osnaware.de/vokabeltrainer/). Dort kann man auch einen Test-Zugang beantragen, um den Vokabeltrainer selbst auszuprobieren.
Ich selbst habe mir ebenfalls einen Test-Zugang einrichten lassen und bin von dem System sehr angetan.
> Die Kosten belaufen sich auf 100 EUR pro Jahr.
Das ist aber viel Geld. Dafür müsste er deutlich besser sein, als andere Angebote. Ist er das? Falls ja, inwiefern?
Der angegebene Link funktioniert nicht. Ich bekomme nur “Sorry, aber das kann hier nicht gefunden werden.”
Stimmt, 100 Euro pro Jahr sind viel Geld. Allerdings bekommt man dafür eine Schullizenz. Der Vorteil aus meiner Sicht ist die vollständige Integration in die IServ-Oberfläche. Für Schulen, die mit IServ arbeiten (in Niedersachsen sind das ziemlich viele), ein wichtiger Pluspunkt. Es muss auf den Schulrechnern keine Software installiert werden, es bedarf keiner zusätzlichen Benutzerverwaltung. Das System selbst arbeitet nach dem Phase6-Prinzip.
Hier noch einmal der Link: http://osnaware.de/vokabeltrainer/