Gerade bei großen Kursen ist die Korrektur der englisch-deutschen Abitur-Translation eine ziemlich anstrengende Angelegenheit. Mit ein paar Tricks kann man sich die Sache jedoch ein bisschen erleichtern.
Als erstes sollte man satzweise korrigieren, dann ist noch am ehesten gewährleistet, dass man bei Zimmermann noch weiß, wie man eine bestimmte Formulierung bei Adam gewertet hat. Zu diesem Zweck ist es sehr hilfreich, wenn man seinen Schülern beibringt, für jeden neuen Satz eine neue Zeile zu beginnen.
Noch schneller findet man einen bestimmten Satz, wenn die Schüler zusätzlich die Sätze nummerieren. Damit die Nummern einheitlich sind, müssen die Schüler allerdings darauf gedrillt werden, dass ein neuer Satz erst nach einem PUNKT und nicht schon z.B. nach einem Doppelpunkt anfängt (wie z.B. im diesjährigen LK Abitur I: “The disaster drove home some painful reminders:”).
Im eigenen Interesse sollte man Schülern außerdem beibringen nach jeder Zeile eine Leerzeile zu lassen. Erfahrungsgemäß wird gerade bei der Übersetzung noch viel ausgebessert bzw. ergänzt und man tut sich bei der Korrektur wesentlich leichter, wenn diese Korrekturen in normaler Schrift geschrieben werden und nicht irgendwo futzelig klein irgendwo an den Rand oder unten auf die Seite gequetscht werden.
Gerade wenn man sich mit anderen Kollegen/innen absprechen will bzw. muss, oder dem Zweitkorrektor eine ”Dokumentation” der Korrektur vorlegen möchte, ist es hilfreich eine Übersicht der verschiedenen Bewertungen anzulegen. Hier ein konkretes Beispiel (pdf), wie so etwas aussehen kann. Mit so einer Übersicht kann man auch noch längerer Zeit sofort beantworten, wie man denn jetzt die Formulierung xy bewertet hat.
Nach ein paar Stunden Translation Korrektur schwirrt einem oft der Kopf und man ist sicher selber nicht mehr sicher, ob “man” etwas jetzt im Deutschen sagt oder nicht. In diesen Situationen kann es hilfreich sein, die entsprechende Formulierungen in der Google Buchsuche nachzuschlagen (Tipp von Max Müller). Die Buchsuche bürgt für eine deutlich höhere Qualität der Treffer als die normale Google Suche, bei der man allen möglich Mist findet. Wie immer muss man natürlich auf den Kontext achten, in dem eine Formulierung auftaucht und auch selber entscheiden, ab wieviel Treffer eine Formulierung “üblich” ist. Im Zweifelsfall natürlich wie immer zugunsten des Schülers

Neben der Google Buchsuche kann man zweifelhafte Kollokationen auch mit diesem Korpus überprüfen:
http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/