Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium / Tango & Tanzfeste

MP3 im Unterricht

MP3 Dateien haben gegenüber CDs eine ganze Reihe von Vorteilen.

Vorteile

Bei MP3-Dateien das „Spulen“ überhaupt kein Problem mehr. Bessere CD-Player können zwar theoretisch auch spulen, in der Praxis stürzen aber spätestens nach dem dritten Mal die meisten Geräte komplett ab.

Bei vielen (vor allem älteren) CD-Playern gibt es immer wieder Probleme mit selbstgebrannten CDs. Da hat man einen tollen Podcast auf CD gebrannt und dann erkennt das Gerät die CD überhaupt nicht, kann die CD nicht abspielen oder bricht mitten in der Wiedergabe ab.

CDs sind recht empfindlich, einmal nicht richtig aufgepasst und schon hat man einen Kratzer, der wieder zu Problemen führen kann.

Gerade wenn man „nur mal schnell“ einen Podcast (oder einen Teil davon) vorspielen möchte, sind CDs unpraktisch. Nach kürzester Zeit sammeln sich eine Unmenge von CDs an, wenn man nicht sorgfältig beschriftet, findet man nach einiger Zeit nichts mehr. Entweder die CDs fliegen einzeln in irgendeiner Schublade rum oder man braucht irgendein Behältnis, das evtl. wieder Geld kostet.

Wenn man alle Dateien auf sein Notebook bzw. Player / Smartphone kopiert hat, kann es nicht mehr passieren, dass man die CD zu Hause vergessen hat bzw. die falsche CD eingesteckt hat. Man hat immer ALLE Dateien dabei und kann sich natürlich auch leicht für unerwartete Vertretungsstunden Audio-Material auf den Player kopieren.

Falls du als Zweitfach auch Sport unterrichtest, wirst du mit Freude feststellen, dass deine Schüler rumhüpfen können wie sie wollen, die Wiedergabe funktioniert immer tadellos. Die Player sind gegen Erschütterungen vollkommen unempfindlich. Vorbei die Zeiten, als die Schüler einen Sicherheitsabstand rund um den CD-Player halten mussten, damit nicht ständig der Laser springt.

Auch die Möglichkeit für verschiedenen Klassen bzw. Gelegenheit Wiedergabelisten anzulegen anstatt mit verschiedenen CDs zu hantieren, ist angenehm. So habe ich verschiedenen Listen für warm-up, cool-down, Krafttraining, schnelles und langsames Aerobic usw. Wenn ich einen neuen Song bekomme, wird er einfach auf den iPod kopiert und an den Anfang der Wiedergabeliste geschoben, d.h. ich muss nicht für ein paar neue Lieder wieder extra eine neue CD brennen.

MP3 Dateien lassen sich problemlos aus- bzw. zuschneiden.

Lautsprecher

Es gibt eine ganze Reihe von schicken Dockingstationen (Amazon), bzw. Lautsprechern wie die JBL on Tour Aktiv (Amazon). Allerdings haben diese Geräte nach meiner Erfahrung (und Berichten von Kollegen) oft nicht die erforderliche Lautstärke für große Klassen(zimmer) und sind vor allem nicht robust genug für den rauen Schulalltag.

Geräte wie z.B. der TLS VoiceMaker Combi XL MP3/USB Rec oder der Roland CM30 Cube Monitor haben hingegen eine ausreichende Leistung (die auch für kleinere Turnhallen ausreicht) und sind sehr robust. Nachteile sind der hohe Preis, die unhandliche Größe und das relativ hohe Gewicht.

Taggen

Bevor du deine MP3-Dateien taggen (= benennen) kannst, musst du sie erstmal „rippen“, d.h. von der CD auslesen und ins MP3 Format konvertieren. Eine gute Alternative zu iTunes ist das kostenlose CDex.

Falls du iTunes nicht magst, kannst du deine Dateien auch mit dem kostenlosen Mp3tag, taggen.

Hier noch ein paar Tipps von Bernd Schwarz zum „Taggen“:

Es gibt eine kostenlose, freie CD-Daten Bank namens CDDB, welche gut gepflegt wird und bei den Programmen wie iTunes, Winamp etc. als Standard eingestellt ist. Man merkt das dadurch, dass beim Einlegen einer neuen CD diese„ausgelesen“ wird und im Idealfall alle Titelnamen samt Albumname, Jahrgang, etc. angezeigt wird. Dies hat den Vorteil, dass man sich das manuelle Umbenennen häufig sparen kann, WENN dies von demjenigen, der diese Informationen hochgeladen hat, auch sorgfältig gemacht worden ist.

Falls dur dir die Mühe macht, die einzelnen Titel der Tracks in dein iTunes oder Winamp einzutippen (falls diese nicht schon in der CDDB vorliegen), um sie auf dem MP3 Spieler richtig angezeigt zu bekommen, empfehle ich folgendes System:

Bei „Name/Titel“ durchnummerieren („01 Titel“) wenn die Audiofiles auch auf der CD und im Buch nummeriert sind – das erleichtert später das Suchen sehr! Wenn keine Ziffern bzw. CD-Tracknummern vorhanden sind, zuerst Unit bzw. Chapter und dann den Titel („04 Titel“). Normalerweise sortieren MP3-Player innerhalb eines „Albums“ alphabetisch nach Titeln, so dass man die Dateien in der richtigen Reihenfolge bekommt. Ohne vorangestellte Unit/Chapter-Nummer würde man die Dateien in einer alphabetischen Reihenfolge, in der man länger rumsuchen müsste.

Bei iTunes gibt es zusätzlich die Möglichkeit, folgende Information anzugeben, die sich meiner Meinung nach lohnen einzutragen: Equalizer Voreinstellung: Sprache, was es meistens ja ist. /Bei zufälliger Wiedergabe überspringen: JA – wer will schon ein Hörverstehensübung auf einer Party hören? /CD Nummer – wichtiges Unterscheidungsmerkmal bei mehreren Audio-CDs zur selben Reihe / Genre: Sprache/Speech bzw. Podcast – Diese Einstellung ist wichtig für die „schlauen“ Wiedergabelisten, da man so recht einfach alle Hörverständnisübungen automatisch in den Sync-Order verschieben kann, der auf den MP3 Player kopiert werden soll.

Wenn du dir die Mühe gemacht hast vierzig Tracks mit allen Informationen in dein iTunes einzutippen – warum nicht andere Lehrer davon profitieren lassen? In iTunes unter Erweitert / CD-Titel-Senden werden diese Informationen sehr schnell in die CDDB Datenbank eingelesen und JEDER, der danach diese CD in sein Laufwerk einlegt und online ist, profitiert automatisch von deiner Arbeit. Genauso sparst du dir natürlich Arbeit, wenn jemand anders bereits vorgearbeitet hat.

Wenn also sich also ein paar Kollegen bereit fänden, sich einmal hinzusetzen und – weil sie es ja eh machen – ordentlich die CDDB-Datenbank „füttern“ würden, würden wir uns alle wieder ein bisschen leichter tun.

Vorheriger Beitrag

Glückszwinger

Nächster Beitrag

Describing Movies

  1. > Allerdings verstehe ich nicht wie das Spulen mit der ClickWheel Funktion geht.

    Bei meinem Gerät muss ich einmal erst in der Mitte draufdrücken, dann sehe ich eine kleine Raute, die die aktuelle Position angibt. Dann kann ich mit dem ClickWheel „spulen“. Weiß nicht, ob das bei neueren Geräten genauso ist, ggf. in der Bedienungsanleitung nachsehen.

    > welche Boxen setzt Du an?

    Ich schließe meinen iPod an ein relativ schweres Gerät von Soundpartner an:
    http://www.suedwest-lehrmittel.de/haupt.htm

  2. jens

    Hallo.

    Zwei Fragen zu dem guten Artikel: ich hatte am Wochenende die Gelegenheit einen iPod nano auszuprobieren. Allerdings verstehe ich nicht wie das Spulen mit der ClickWheel Funktion geht. Damit die Lautstärke verstellen ist kein Problem…
    2te Frage: welche Boxen setzt Du an? Sie sollen ja schon handlich sein und bei den obigen finde ich meist keine Maße…

    Grüße!

  3. Hallo Bernd,
    mittlerweile bin ich schlauer. In der Tat, das Ausserkraftsetzen eines Kopierschutzes ist nicht gestattet, allerdings ist das analoge Überspielen auf MP3, per Line-Out Signal zB, erlaubt da der Schutzmechanismus nicht ausser Kraft gesetzt wird. Mein neuer Billig-DVD Spieler von Aldi kann so ZB CDs auf einen angeschlossenen USB-Stick rippen, in Echtzeit allerdings, aber dafür legal.

  4. Bernd

    Hallo Björn,

    ich habe natürlich die Original-CDs zuhause und erstelle nur eine Sicherungskopie auf meinem MP3-Player.

    Wie sich die Sachlage der ‚privaten Kopie‘ allerdings seit der Novellierung des Urheberrechts darstellt, kann ich nicht mit abschließender Sicherheit sagen.

    Es scheint aber inzwischen auch problematisch zu sein, wenn man einen ‚geeigneten‘ Sicherungsmechanismus umgehen muss. Ich könnte mir aber vorstellen, dass beim sog. ‚rippen‘ der Audiotracks auf MP3 Player zur eigenen Verwendung evtl. diese Grenze nicht überschritten ist.

    viele Grüße und gutes Gelingen

    Bernd

  5. Ein sehr interessanter Beitrag, allerdings bin ich mir wegen des Copyrights nicht wegen der Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise sicher. Ein Kollege meinte letztens zu mir, die Kopie für den eigenen Gebrauch sei erlaubt. Wie sieht das denn jetzt aus, denn es handelt sich doch eigentlich, zumindest bei den von Bernd Schwarz beschriebenen CDs um Schuleigentum, oder?

    • > denn es handelt sich doch eigentlich, zumindest bei den von Bernd Schwarz beschriebenen CDs um Schuleigentum, oder?

      Eigentlich schon 😉 Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie genau das juristisch zu bewerten ist. Vielleicht findest du was bei lehrer-online / Recht: http://www.lehrer-online.de/dyn/16.htm

Kommentar verfassen

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén