Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Close Listening

… wird nach mei­nem Ein­druck viel zu sel­ten geübt. Lis­ten­ing for gist ist zwei­fels­oh­ne eine wich­ti­ge Fähig­keit, aber mit ein biss­chen Raten, nach­bar­li­chen Ein­flüs­te­run­gen und den paar Bro­cken, die sie mit­be­kom­men haben, kön­nen vie­le Schü­ler das berühm­te „What is the text about?“ beant­wor­ten, ohne wirk­lich viel ver­stan­den zu haben. Erst wenn sie einen Satz (oder einen Teil davon) wört­lich wie­der­ho­len sol­len, erkennt man, wie wenig vie­le Schü­ler in Wirk­lich­keit ver­ste­hen. Natür­lich kann man einen Satz kor­rekt wie­der­ho­len ohne ihn ver­stan­den zu haben, des­we­gen las­se ich auch immer wie­der mal einen Satz oder zumin­dest die ent­schei­den­de Pas­sa­ge zusätz­lich para­phra­sie­ren, erklä­ren bzw. falls nötig über­set­zen.

Detail­lier­tes Hör­ver­ste­hen wird ja auch schon seit län­ge­rem in den Jahr­gangs­stu­fen­tests und im Abitur ver­langt. Schon allein aus die­sem Grund soll­te es regel­mä­ßig im Unter­richt geübt wer­den.

Das gan­ze funk­tio­niert bei mir fol­gen­der­ma­ßen: „As usu­al I’m going to stop the record­ing from time to time and then I want you to repeat the last sen­tence as liter­al­ly as pos­si­ble.“

Wenn ein Schü­ler den Satz nicht rich­tig ver­stan­den hat, soll er nur die „bits and pie­ces“ sagen, die bei ihm ange­kom­men sind. Dar­auf­hin hören wir uns den Satz ein zwei­tes (falls nötig auch ein drit­tes) Mal an und der Schü­ler ver­sucht jedes Mal mehr zu erfas­sen.

Dass so sel­ten clo­se lis­ten­ing prak­ti­ziert wird, hat viel­leicht tech­ni­sche Grün­de. Wäh­rend man mit Audio­kas­set­ten noch pro­blem­los ein klei­nes Stück zurück­spu­len konn­te, geht das mit CDs – selbst bei guten Gerä­ten – in den sel­tens­ten Fäl­len. Ein­ma­li­ges „Spu­len“ klappt meis­tens noch, aber mehr­fa­ches ganz kur­zes Zurück­spu­len lässt nach mei­ner Erfah­rung fast alle Gerä­te frü­her oder spä­ter abstür­zen.

Mit einem Lap­top bzw. Han­dy ist clo­se lis­ten­ing hin­ge­gen über­haupt kein Pro­blem. Mit der Leer­tas­te bzw. der Pau­se-Tas­te kann man bei einem län­ge­rem Satz prä­zi­se genau in einer Sprech­pau­se stop­pen. Das „Zurück­spu­len“ funk­tio­niert mit etwas Übung auch sehr gut. Ent­we­der ori­en­tiert man sich an der Zeit­an­ga­be oder man ent­wi­ckelt ein Gefühl dafür wie lan­ge man drü­cken bzw. wischen muss um sich z.B. die zwei letz­ten zwei Sät­ze noch­mal anzu­hö­ren.

Beson­ders gut klap­pen ver­schie­den lan­ge Sprün­ge mit dem VLC Media Play­er:

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  1. Börni

    Zumal es auch im dies­jäh­ri­gen G8-Abitur dran­kam. Also wird es wohl im Fol­gen­den auhc dann mehr geübt wer­den müs­sen wenn das KuMi es für die dar­auf­fol­gen­den Jah­re bei­be­hält.

  2. Christina

    Es trägt ver­mut­lich nicht zum „ech­ten Sprach­ER­WERB“ bei, kann aber gera­de lern­schwa­chen Schü­lern ent­schei­den­de Hil­fe­stel­lung bie­ten. Ich habe zum Beginn des lfd. Schul­jah­res eine Han­dels­schu­le über­nom­men. Bis zu den Weih­nachts­fe­ri­en sind wir nicht wei­ter­ge­kom­men, als das „simp­le pre­sent“ zu wie­der­ho­len. Ich habe zunächst eini­ge Wochen (!) dafür inves­tiert, die Schü­ler (sich im Lau­fe der Zeit leicht wan­deln­de und kom­ple­xer wer­den­de) Mus­ter­sät­ze so gut sie kön­nen nach­spre­chen zu las­sen, bin dann zu zwei­spra­chi­gen pat­tern drills (vgl. Butz­kamm) über­ge­gan­gen und erst in der Advents­zeit zu den ers­ten wirk­li­chen Eigen­pro­duk­tio­nen. Die waren dann aber auch erstaun­lich flüs­sig und feh­ler­arm. Ach so, wir hat­ten wäh­rend der vier Mona­te auch sehr viel Spaß! 🙂

  3. Kathi

    Ich war in der Schu­le schon nicht über­zeugt von Nach­sprech­übun­gen – bin mir dem­nach auch nicht sicher, ob das wirk­lich so viel zum ‚ech­ten Sprach­er­werb‘ bei­tra­gen soll.

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