Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium / Tango & Tanzfeste

Aerobic

… ist m.E. eine ideale Sportart für den Sportunterricht in der Schule. Falls du keine Ahnung hast, was Aerobic eigentlich ist, kannst du dir ja erstmal dieses Video ansehen (eine ziemlich lange und z.T. schwierige Folge).

Im Folgenden beschreibe ich die meiner Meinung nach wichtigsten Vorteile von Aerobic. Nachdem ich schon mal über Weitsprung gelästert habe, kontrastiere ich Aerobic diesmal mit einer typischen Geräteturnen-Stunde am Reck, in der z.B. Felgauf- bzw. umschwung gelernt werden soll.

ALLE sind die GANZE Zeit aktiv: Keiner sitzt bzw. steht rum, keiner muss auf irgendwas warten. Dazu im Vergleich eine Reckstunde mit 4 Recks und 32 Schülern, macht pro Gruppe 8 Schüler. Es gibt ernüchternde Messungen wie lange Kinder in einer solchen Sportstunde nur rumstehen und wie wenig sie sich effektiv bewegen …

Optimales Herz-Kreislauf-Training: Ich kenne (außer langweiligem Laufen) keine andere Sportart, die auch nur annäherend eine so gleichmäßige Belastung über einen längeren Zeitraum bietet. Die Auswirkung von Geräteturnen auf Herz und Kreislauf geht bekanntlich gegen Null. Wegen der viel zu geringen Zahl von Wiederholungen sind auch die Auswirkungen auf die Kraft äußerst bescheiden.

Knappe Zeit optimal ausnutzen: Kabel des CD-Players (bzw. Verstärkers) in die Steckdose, iPod anschließen und los geht’s. Danach heißt es 30, 45 oder auch 60 Minuten „Move ya body“. Alles wird non-verbal über Zuschauen, Nachmachen und die entsprechenden Zeichen („cueing“) gelernt und geübt. Wieviel Zeit vergeht dagegen, bis man an einem Reck überhaupt erstmal turnen kann: Recks aufbauen (unsere klemmen meistens), Mattenwagen holen und Matten auslegen. Falls man für den Felgaufschwung noch Hilfestellung mit einem schräg gestellten Kasten bieten will, müssen die auch erst geholt und auf die richtige Position und Höhe gebracht werden. Danach folgen die Erklärungen zur Aufgabe, zur Bewegungsausführung und die Hinweise für die Hilfestellung. Am Ende der Stunde muss dann wieder alles abgebaut werden. Damit es im Geräteraum kein Chaos gibt, muss man alles schön organisieren und dafür sorgen, dass nicht z.B. der Mattenwagen reingerumst wird, bevor alle Kästen … usw. usf.

Keine Schmerzen: Bei Aerobic kann man sich kaum wehtun, außer man knickt mal um. Beim Reckturnen tun sich vor allem die Jungen hingegen fast immer weh: man klemmt sich höchst empfindliche Körperteile ein und holt sich blaue Flecken, weil man auf die Stange knallt.

Kein Spotlight Effekt“: Bei Aerobic stehen alle stehen in zwei oder drei Reihen nebeneinander und schauen nach vorne und Schlechte fallen nicht weiter auf. Solange man nicht mit dem Nebenmann zusammenstößt, bemerkt fast keiner, dass man etwas nicht kann. Beim Geräteturnen (und auch z.B. bei Volleyball) ist das völlig anders, dort steht der betreffende Schüler voll „im Scheinwerferlicht“. Alle anderen schauen zu, wie er hilflos wie ein Sack am Reck hängt und ein bisschen herumzappelt bzw. zum x-ten Mal den Ball nicht trifft bzw. an die Decke donnert.

Ideal für Binnendifferenzierung: Wenn man weiß wie, kann man z.B. einen grapevine-Schritt problemlos leichter oder schwerer machen: nur als Seitanstellschritt, mit Kreuzen hinten, nur mit tap oder als hop, mit oder ohne Armbewegung, mit Sprung auf 3, mit oder ohne Drehung usw. Schlechtere Schüler konzentrieren sich ausschließlich auf die Schritte, bei Besseren können noch Arm-, Schulter- und andere Bewegungen mit dazukommen. So kann man Schüler auf ganz verschiedenen Könnensstufen individuell fordern und fördern. Binnendifferenzierung beim Geräteturnen ist hingegen fast immer mit zusätzlichem Aufbau und damit Zeitverlust verbunden.

Pädagogisch wertvoll: Bei Aerobic starten zumindest die Jungen alle auf dem gleichen Niveau. Es gibt im Gegensatz zu anderen Sportarten (vor allem Fußball) nicht bereits „Stars“, die schon seit mehreren Jahren im Verein spielen und schon alles viel besser können als die anderen. Auch Schüler, die sonst „nichts zu melden haben“, haben hier eine echte Chance (vor allem wenn sie zu Hause üben) Erfolgserlebnisse zu haben. Auf der anderen Seite machen häufig die „Cracks“ die Erfahrung, dass sie etwas nicht auf Anhieb können und genau wie alle anderen einfach mal üben müssen.

Lehrplan: Optimale Umsetzung der Vorgaben des (bayerischen) Lehrplans wie „vielfältige aerobe Belastungsformen mit Musik“, „Rhythmusschulung“, „einfache tänzerische Grundformen“ und „Einstudieren einer einfachen Tanzform“.

Vorführungen: Mit relativ wenig Aufwand kann man nette Aufführungen für Schulfeste bewerkstelligen. Ein bewährter Trick ist, die verschiedenen Gruppen einfach mit unterschiedlichen Teilen beginnen zu lassen: Gruppe A beginnt mit dem ersten Teil, Gruppe B mit dem zweiten usw., d.h. alle machen dieselbe Folge, aber versetzt.

Kreativität: Auf fortgeschrittenem Niveau können Schüler (z.B. in Gruppen) eigene Choreografien erarbeiten und sie ihren Mitschülern präsentieren bzw. beibringen.

Sport-Hausaufgabe: Ein paar Schritte nach vorne, zurück und zur Seite kann man problemlos auch zu Hause im eigenen Zimmer üben, die entsprechende Musik ist ja normalerweise bereits vorhanden. Ein Reck oder einen Barren haben nur die wenigsten Schüler zu Hause.

Rhythmusgefühl und Koordination werden vielseitig trainiert. Viele Schüler/innen haben in diesem Bereich erhebliche Defizite.

Lifetime-Sportart: Wer turnt nach der Schule noch freiwillig an einem Barren oder Reck oder springt über ein Pferd oder einen Kasten? Aerobic ist hingegen die Basis für einen Großteil des „GroupFitness“ Sports in Studios, egal ob das dann Calorieburner, Step-Aerobic, Body Moves oder Aerobic Jam heißt.

Mein Schlüsselerlebnis hatte ich mal vor vielen Jahren in der Umkleide meines Studios. Da belauschte ich die Unterhaltung von zwei Männern, die sich über das Angebot des Studios unterhielten. Einer meinte schließlich, dass er unheimlich gerne mal an einer dieser Aerobic-Stunden teilnehmen würde („Da haben die Leute soviel Spaß“), er sich aber nicht traue, weil er das noch nie gemacht habe und sich nicht blamieren wolle. Und dann kam der entscheidende Satz: „Schade, dass wir sowas nie in der Schule gemacht haben, sondern immer nur Scheiß-Fußball gespielt haben.“ In diesem Augenblick beschloß ich, dass es meine Schüler mal besser haben sollten 😉

Für Männer ist es unwahrscheinlich frustrierend, wenn sie in einer Group Fitness Stunde nicht einmal das warm-up mitmachen können. Da sind sie jahrelang in irgendwelche Sandgruben gehopst und haben Eisenkugeln in eine Sandgrube geschmissen und dann merken sie plötzlich, dass nichts, aber auch gar nichts können, kein läppisches side-to-side, keinen step-touch, geschweige denn vier Schritte nach vorne und wieder zurück. Sie schämen sich dafür, dass sie solche unbeholfenen Grobmotoriker sind und langweilen sich für den Rest ihres Lebens an Geräten, auf dem Laufband und dem Crosstrainer. Durch das VERSAGEN des Sportunterrichts wird Jungen/Männern viel Spaß und Lebensqualität vorenthalten.

Leider ist keine Besserung abzusehen. Wenn Sportstudenten zum ersten Mal im Studium mit Aerobic bzw. Bewegung zu Musik in Berühung kommen, ist es natürlich viel zu spät. Wenn dann gestandene Männer (so wie ich) zur Begleitung eines Tambourins mit Stäben und Bändern rumwurschteln sollen, ist das natürlich völlig lächerlich. Auf diese Art bekommt man natürlich niemals Sportlehrer, die Jungen am besten schon in der Grundschule, spätestens aber in der 5. und 6. Klasse klarmachen, dass es ganz normal ist und Spaß macht sich zu fetziger Musik zu bewegen.

Aerobic ist natürlich auch der ideale Einstieg ins Tanzen, egal ob später mal Hip Hop oder ein Standard-Latein Tanzkurs folgt. Wenn vor allem Jungen in der Schule schon mal Wechselschritte, Drehungen und schnelle Gewichtswechsel geübt haben, tun sie sich später leichter und die Mädchen müssen sie nicht mit Gewalt in die Tanzschule zerrren.

Innerhalb von drei Stunden (jeweils ca. 50-60 Minuten) baue ich eine 8-teilige Folge auf, in der 5ten/6ten nur 6-teilig (ohne box und out-in). In der vierten Stunde schließe ich das Ganze mit Noten ab. Dabei muss man für eine 4 nur die Schritte passend zur Musik, also ohne Arme und Variationen können. Für den Theorietest im Grundkurs gibt es noch ein extra Handout.

Das beste mir bekannte (allerding recht anspruchsvolle) Buch ist „Das neue Aerobic-Training“.

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Workout

  1. Also bei uns wird der Kurs von einem Tanzlehrer – also MANN geleitet, der besser tanzt als die Zumba Lehrerinnen die ich z.b. bei der FIBO gesehen habe. UND es ist sogar ein Mann dabei -> siehe auch http://www.facebook.com/ZumbaEuskirchen. Na ja Muskelaufbau würde ich nicht gerade beschwören aber Straffung der Muskulatur auf jeden Fall und frau verbrennt jede Menge Kalorien (zumindest bin ich am nächsten Morgen immer mindestens ein halbes Kilo leichter).

    • > zumindest bin ich am nächsten Morgen immer mindestens ein halbes Kilo leichter

      Ich will ja kein Spielverderber sein, aber das ist in erster Linie WASSERverlust durch Schwitzen 😉

      • Ich weiss – man/frau schwitzt wie irre weil man auch ganz schön aus der Puste kommt. Aber dann könnte man ja auch vom Joggen sagen dass das nichts bringt weil man viel schwitzt. Entscheidend ist m.E. doch vielmehr das man sich bewegt und Spass dabei hat.

  2. > Es kombiniert die Tanzaspekte mit in meinen Augen deutlich moderneren Bewegungen.

    Stimmt, aber es sind halt auch deutlich schwierigere Bewegungen. Wenn z.B. Jungen schon mit einem simplen side-step Probleme haben (von einem Wechselschritt ganz zu schweigen), dann wird ihnen Zumba nicht viel Freude machen. Das Hauptproblem an Zumba (so wie ich es kennengelernt habe) ist, dass vorne eine supertolle, sexy Trainierin rumhupft, die alles kann und bei der es super ausschaut. Die meisten Teilnehmer hingegen sind hoffnungslos überfordert und hoppeln halt irgendwie rum. Daran ändert sich auch nichts, weil ja nichts unterrichtet bzw. geübt wird – die Leute sollen ja schließlich „Spaß“ haben. Irgendwann macht es aber keinen Spaß mehr, wenn man merkt, dass man z.B. nicht mal die Hüftbewegungen ordentlich hinbekommt.

    > dass bei Zumba der Muskelaufbau gefördert wird

    Sorry, aber wenn „dein“ Zumba irgendwas z.B. mit http://www.youtube.com/watch?v=qsSrq3HBa7A zu tun hat, kann von „Muskelaufbau“ keine Rede sein. Dann dient auch eine popelige Skigymnastik dem „Muskelaufbau“ 😉

  3. Klingsha

    Ich habe Zumba jetzt auch das erste mal an meiner Uni mitgemacht und ich muss sagen, dass es mich echt überzeugt hat. Es kombiniert die Tanzaspekte mit in meinen Augen deutlich moderneren Bewegungen. Hinzu kommt noch, dass bei Zumba der Muskelaufbau gefördert wird, d.h es ist eine sehr gute Alternative für alle Gerätemuffel.

  4. Ich fand Aerobic in der Schule immer ziemlich doof – denke aber es lag am Lehrer. Die neue Art des Aerobics mache ich doch viel viel lieber. ZUMBA wird bei uns im Fitness-Studio nun „unterrichtet“ und das macht mir 1000mal mehr Spass als „damals“ Aerobic. Ich denke Zumba hat das Zeug dazu das neue Aerobic zu werden.

  5. > ‘Schüler’ war eigtl falsch, bin weiblich

    OK, das ist was anderes … 😉

    > Sowohl Männlein als auch Weiblein waren begeistert!

    Freut mich. Übe gerade für das dritte Video. Das wird richtig knackig. Ein Arm bewegt sich im normalen und der andere im HALBEN Tempo. Und – als Steigerung – das Ganze auch noch in verschiedenen Richtungen! Da glühen die Synapsen …

  6. M.Schleifer

    Ich kann nur sagen, dass ich mir als Schüler Sportlehrer gewünscht hätte, die alle miteinbeziehen und nicht die schlechten von vorne weg auf die Bank setzen oder Schach spielen (!!!!!) lassen. Ich weiß noch, als wir Hochsprung gemacht haben, ist man ausgeschieden, wenn man die Höhe nicht geschafft hat. Das waren dann 2 Doppelstunden auf der Bank für mich, die Woche drauf wurde benotet. Hat mich nicht sehr motiviert….
    Bei Volleyball war ich ne Lusche und musste alle Noten mit ner andren Niete erpritschen: folglich keine Ballwechsel möglich.
    Hätte es damals schon Aerobic gegeben….

    • > Hätte es damals schon Aerobic gegeben….

      … hättest du diesen „weibischen Kram“ damals genauso gehasst wie die meisten meiner Schüler 😉

      • M.Schleifer

        „Ich kann nur sagen, dass ich mir als Schüler Sportlehrer gewünscht hätte“
        ‚Schüler‘ war eigtl falsch, bin weiblich :-))
        Habe am Freitag in der 5. Stunde in einer 6. Klasse Englisch als ‚Einstieg‘ bzw. Wochenausstieg MOVE YA ARMS GRUNDLAGEN 1 eingeführt. Sowohl Männlein als auch Weiblein waren begeistert!
        Thank YOU for this!

  7. Julia

    Mir gefällt am besten, dass man bei dem Word-Dokument zu Aerobic auf die Gaysport-Seite verwiesen wird. Damit leistet Jochen mehr Integrationsarbeit als wenn die ganze Klasse emofreundliches Schach spielen müsste 🙂

  8. M.Schleifer

    Aerobic bezieht alle ein, mehr als z.B. Volleyball mit 7 Auswechselspielern….
    @schnecke: gibts an der schule ein Emomassenauftreten oder sinds einfach 2, die nicht mitmachen wollen?
    wären es drei, wäre schach auch wieder schlecht, weil soweit ich es kenne, kann dann einer die hand-kopf koordination nur als beobachter erleben….
    sehr lustig die texte hier.

  9. Sven

    Liebe Schnecke

    Intelligente Ernsthaftigkeit beweist sich zuweilen auch gerade durch die Kunst des feinen Humors. Aufgrund ihrer bisherigen Kommentare befürchte ich aber, dass sie das nicht verstehen werden.

    Macht ja nix … ich verstehe ihre Thesen ja auch nicht. Verbesserung der Hand-Auge-Koordination durch Schach spielen ist echt ein Knaller. Aber vielleicht geht es ja auch nicht um die Immegration von Emos, sondern die Intergration von Emus im Sportunterricht…spannend…sehr spannend…auch EMOtional.

  10. Schnecke

    und ich bitte doch wirklich um etwas mehr Ernsthaftigkeit. Wenn sie meine Frage lächerlich finden Herr Rau, dann ignorieren Sie sie bitte und machen sich nicht darüber lusitg. Wenn ich keine Hilfe bräuchte oder um Rat fragen würde, dann hätte ich hier ja auch keinen Kommentar hinterlassen.

  11. Schnecke

    Ich bin ein Vertreter der These, dass durch Schach die allgemeine Kopf-Hand-Koordination besser wird und die Frage ist doch, was man für sein späteres Leben mehr braucht: Die Kondition, die man durch Fußball gewinnt, oder bessere koordinativen Fähigkeiten?

  12. Na, bei Schach war ja auch kein Smiley dran… die Frage klang mir nicht sehr ernst gemeint (weil: natürlich machen alle mit), meine Antwort schrammt so am Ernst vorbei. Natürlich geht Fechten praktisch nicht. Aber damit würde man die Emos, die ich so kenne, am ehesten locken.

  13. Fechten. Fechten müsste gut gehen bei Emos.

    • Thomas, ich vermisse einen Smiley. Fechten in der Schule??? Welche Schule kann sich denn bitte die ganze Ausrüstung leisten (wenn es nicht gerade eine sog. „Stützpunktschule“ ist)? Ich wäre schon froh, wenn ich 10 Fußbälle für meine 33 Schüler hätte. Außerdem ist Fechten koordinativ extrem anspruchsvoll.

  14. Schnecke

    natürlich habe ich Integration gemeint, nur ein Fehler bedingt Zeitnot, da ich noch viel zu korrigieren hatte. Ich bin nur zufällig auf ihre Seite gestoßen und habe mich gefragt, ob sie eine verträglich Lösung dafür finden, dass sich Emos of aus dem Sportunterricht ausgliedern. Ich hatte dabei schon Alternativunterricht wie Schach gedacht, was ja offiziell auch als Sportart gilt. Da sie ihre Kreativität was alternative Lösungen für den Sportunterricht betrifft schon bewiesen haben, würde ich gerne ihre Meinung dazu hören.

    • > und habe mich gefragt, ob sie eine verträglich Lösung dafür finden, dass sich Emos of aus dem Sportunterricht ausgliedern.

      Nee, da habe ich leider überhaupt keine „verträgliche“ Lösung. Bei mir muss jeder mitmachen, ob ihm das jetzt gefällt oder nicht.

      > Ich hatte dabei schon Alternativunterricht wie Schach gedacht, was ja offiziell auch als Sportart gilt.

      Das ist jetzt kein Witz, oder? Der Großteil der Klasse spielt Fußball und wer keinen Bock hat, schiebt ein paar Figuren auf dem Schachbrett rum??? Ich glaub’s nicht …

      • Schnecke

        Schach ist nur ein Angebot meinerseits für die Emos, damit diese zumindest das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie im Sportunterricht mitmachen und das ist doch wohl immer noch besser, als wenn sie gar nichts macht.

        • Wieso „Gefühl vermittelt bekommen“? Sie machen doch gar nicht mit, sondern sitzen nur rum.

        • Schnecke

          sie spielen Schach und haben damit das Gefühl, in den Sportunterricht integriert zu werden. Im Kontrast dazu würden sie sonst die ganze Stunde nur zuschauen und keine Ablenkung haben und der Sinn und Zweck vom Sporttunterricht sollte doch sein, dass jeder mitmachen kann. Ich finde, dass kleine Schritte zur erfolgreichen Teilnahme am normalen Sportunterricht besser sind als gar keine Schritte und ich weiß nicht wie sie das sehen, aber Schach, was offiziell als Sportart gilt, ist der optimale Weg in so eine Richtung.

        • Ich denke, wir sollten die Diskussion an diesem Punkt beenden. Ich sehe keinerlei Zusammenhang zwischen Sport und Schachspielen (auch wenn das eine „Sport“art sein soll) und Ihr Vorschlag ist m.E. auch nicht der „optimale“ Weg.

        • Schnecke

          Meinetwegen lassen wir die Diskussion auf sich beruhen, wenn sie keine Kritik vertragen :(, Aber sie sollten wissen, dass ich über Aerobic genauso denke wie sie über Schach, weil beim Schach sitzen die Schüler rum und tun nichts und bei Aerobic stehen die Schüler rum und tun nichts, außer vielleicht mit dem Armen rumzurudern, was man ja mit dem Ziehen einer Schachfigur auf dem Brett gleichsetzen kann.

  15. Schnecke

    Ich habe auch ihren Bericht über Arobic im Sportunterricht gelesen und ich finde, dass Immigration sowohl in der Freizeit wie auch in der Schule sehr wichtig ist. Aus diesem Anlass würde mich interessiern, wie sie mit den Emos verfahren, die ja auch and der Sportstunde teilnehmen

    • > und ich finde, dass Immigration sowohl in der Freizeit wie auch in der Schule sehr wichtig ist.

      „Immigration“???

      > Aus diesem Anlass würde mich interessiern, wie sie mit den Emos verfahren

      Die müssen (wie alle anderen auch) im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitmachen, auch wenn sie keinen Bock haben.

  16. Stefanie Kruse

    Ich muss hier mal die Lanze für all die „altmodischen“ Sportarten brechen, die immer noch im Lehrplan stehen, auch wenn ich Deine Argumentation bzgl Aerobic 100% unterschreibe. Aber: Gerade weil man im normalen Erwachsenen Leben nie wieder über einen Schwebebalken balancieren muss, nie Reck, Kasten, Stufenbarren oder Seil „turnt“, ebensowenig wie man im Studio Kugelstoßen, Sperwerfen oder Schleuderball ausprobieren wird, finde ich es gut, dass die Kinder das in der Schule zumindest kennenlernen, weil es „immer schon gemacht wurde“. Genauso die Ballsportarten. Natürlich gibt es dann für alles Weitergehende die Sportvereine, aber das ist letztendlich ja bei allen Sportarten so: besser, intensiver geht’s nur außerhalb der Schule (oder eben in freiwilligen Schulsport-Gruppen).

  17. Jonathan Creed

    > Für mich zählt zum Beispiel, dass ich in meinem jetzigen gk Tanz mehr Jungen als Mädchen habe. Und dass darunter eine Reihe von Jungen habe, die ich letztes Jahr in der 11ten hatte, die also wissen, was ich mache und die sich freiwillig für Tanz entschieden haben.

    Wobei man dazu sagen muss, dass 3/4 der Klasse Jungen sind…

  18. Das klingt gut. 🙂
    Bei unserem (damals leider reinen Mädchen-)Sportkurs war das Gemurre nämlich ziemlich groß.
    Hmmmmmmm, ich würde auch gerne Sportkurse nach Themen wählen!

  19. > Hast du auch mal deine SchülerInnen gefragt, wie die Aerobic so finden?

    Was sollen Schüler sagen, wenn der Lehrer, der offensichtlich von etwas total begeistert ist, sie fragt, wie sie das finden? 😉

    Für mich zählt zum Beispiel, dass ich in meinem jetzigen gk Tanz mehr Jungen als Mädchen habe. Und dass darunter eine Reihe von Jungen habe, die ich letztes Jahr in der 11ten hatte, die also wissen, was ich mache und die sich freiwillig für Tanz entschieden haben.

  20. Hallo!
    Hast du auch mal deine SchülerInnen gefragt, wie die Aerobic so finden? Ich finde deine Bemühungen, den Unterricht schülerorientiert zu gestalten echt klasse, meine aber auch mich zu erinnern, dass Aerobic im Sportunterricht nicht so richtig beliebt war. Bei mir persönlich war es ziemlich weit hinten; gerade so noch vor Step-Aerobic und ganz knapp hinter Rope-Skipping-Choreographien.
    Wie sehen das deine Schüler? Wei0ßt du das?
    Wobei man mich auch 100% zu den rhythmisch vollkommen unbegabten zählen kannund von der Musik alleine schon komplett entnervt war. :-/

  21. hallo jochen
    habe eben die besucherstatistik meiner website angeschaut, habe querverweise von deiner seite gefunden und habe mich nun ein bisschen auf deiner website „herumgetrieben“. spannend, informativ! ich wäre früher, als ich noch als lehrer tätig war, sehr froh gewesen um solche informationsquellen.
    liebe grüsse
    tino

  22. > Welche Musiktitel würden Sie mir empfehlen / benutzen Sie selber?

    Alles was nicht zu schnell ist, einen klaren Beat und falls möglich ein ‚catchy tune‘ hat. Ich nehme viele Sachen von Rihanna, Madonna, Usher usw. Einfach mal bei YouTube schauen. Und dann habe ich natürlich noch gemixte non-stop Musik, damit man längere Zeit das gleiche Tempo hat um bestimmte Folgen einzuüben.

  23. Dragon - pupil

    Ich tanze und treibe Kampfsport in meiner Freizeit. Leider muss ich gestehen, dass weder das eine noch das andere jemals meine Sportnote verbessert haben. Da ich körperlich eher schmächtig bin und Ballsportarten (außer Hokey) verabscheue (Basketball und Volleyball haße ich übrigens am meisten. Hierfür bedanke ich mich bei allen meinen ehemaligen Sportlehrern, die anscheinend alles erdenkliche getan haben damit diese zwei Sportarten derartigen Widerwillen bei mir hervorufen), hatte ich im Sportunterricht immer schlechte Karten.
    Das einzige Jahr, wo ich den anderen gegenüber Vorteile besaß beinhaltete die Turnsportarten. Ansonsten bekam ich immer die Noten drei bis vier in Basketball und Volleyball, was auch dafür sorgte, dass ich geschworen habe nie wieder im meinem Leben irgendeinen Kontakt zu diesen Sportarten zu haben.
    „Aerobic“ scheint für mich relativ interressant zu klingen (Abwechslung), weil ich bei so einer Sportart weiß, dass ich mit denn anderen mithalten kann. Welche Musiktitel würden Sie mir empfehlen / benutzen Sie selber?

  24. m.teacher

    Applaus, Applaus, toller Artikel!
    Hab heute zum ersten Mal (selber Englisch- und Geographielehrerin) einige deiner Sportbeiträge durchgeklickt und sie sind genauso interessant, toll, hilfreich, motivierend und praxisorientiert (bzw. -erprobt), dickes Lob!!
    Nur soviel zum Thema „Sport“ – ich war nie in einem Verein, auch nie besonders begabt im Schulsport und auch jetzt sehne ich mich nicht nach einer Sandgrube oder einem Barren. Aber der Aerobiclink (dieses Video) von oben hat mich vom Schreibtisch aufstehen lassen. Sieht auf den ersten Blick läppisch aus, aber nur ganz kurz…. Wahnsinnig hohes Niveau! Ganz besonders süß das Outfit der linken Tänzerin, welches die nur knapp dreieinhalb Minuten noch einfacher erscheinen lässt! Thx for everything, ich versuch mal die ersten paar takte….

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