Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Aerobic

… ist m.E. eine idea­le Sport­art für den Sport­un­ter­richt in der Schu­le. Falls du kei­ne Ahnung hast, was Aero­bic eigent­lich ist, kannst du dir ja erst­mal die­ses Video anse­hen (eine ziem­lich lan­ge und z.T. schwie­ri­ge Fol­ge).

Im Fol­gen­den beschrei­be ich die mei­ner Mei­nung nach wich­tigs­ten Vor­tei­le von Aero­bic. Nach­dem ich schon mal über Weit­sprung geläs­tert habe, kon­tras­tie­re ich Aero­bic dies­mal mit einer typi­schen Gerä­te­tur­nen-Stun­de am Reck, in der z.B. Felg­auf- bzw. umschwung gelernt wer­den soll.

ALLE sind die GANZE Zeit aktiv: Kei­ner sitzt bzw. steht rum, kei­ner muss auf irgend­was war­ten. Dazu im Ver­gleich eine Reck­stun­de mit 4 Recks und 32 Schü­lern, macht pro Grup­pe 8 Schü­ler. Es gibt ernüch­tern­de Mes­sun­gen wie lan­ge Kin­der in einer sol­chen Sport­stun­de nur rum­ste­hen und wie wenig sie sich effek­tiv bewe­gen …

Opti­ma­les Herz-Kreis­lauf-Trai­ning: Ich ken­ne (außer lang­wei­li­gem Lau­fen) kei­ne ande­re Sport­art, die auch nur annä­he­rend eine so gleich­mä­ßi­ge Belas­tung über einen län­ge­ren Zeit­raum bie­tet. Die Aus­wir­kung von Gerä­te­tur­nen auf Herz und Kreis­lauf geht bekannt­lich gegen Null. Wegen der viel zu gerin­gen Zahl von Wie­der­ho­lun­gen sind auch die Aus­wir­kun­gen auf die Kraft äußerst beschei­den.

Knap­pe Zeit opti­mal aus­nut­zen: Kabel des CD-Play­ers (bzw. Ver­stär­kers) in die Steck­do­se, iPod anschlie­ßen und los geht’s. Danach heißt es 30, 45 oder auch 60 Minu­ten „Move ya body“. Alles wird non-ver­bal über Zuschau­en, Nach­ma­chen und die ent­spre­chen­den Zei­chen („cueing“) gelernt und geübt. Wie­viel Zeit ver­geht dage­gen, bis man an einem Reck über­haupt erst­mal tur­nen kann: Recks auf­bau­en (unse­re klem­men meis­tens), Mat­ten­wa­gen holen und Mat­ten aus­le­gen. Falls man für den Felg­auf­schwung noch Hil­fe­stel­lung mit einem schräg gestell­ten Kas­ten bie­ten will, müs­sen die auch erst geholt und auf die rich­ti­ge Posi­ti­on und Höhe gebracht wer­den. Danach fol­gen die Erklä­run­gen zur Auf­ga­be, zur Bewe­gungs­aus­füh­rung und die Hin­wei­se für die Hil­fe­stel­lung. Am Ende der Stun­de muss dann wie­der alles abge­baut wer­den. Damit es im Gerä­te­raum kein Cha­os gibt, muss man alles schön orga­ni­sie­ren und dafür sor­gen, dass nicht z.B. der Mat­ten­wa­gen rein­ge­rumst wird, bevor alle Käs­ten … usw. usf.

Kei­ne Schmer­zen: Bei Aero­bic kann man sich kaum weh­tun, außer man knickt mal um. Beim Reck­tur­nen tun sich vor allem die Jun­gen hin­ge­gen fast immer weh: man klemmt sich höchst emp­find­li­che Kör­per­tei­le ein und holt sich blaue Fle­cken, weil man auf die Stan­ge knallt.

Kein Spot­light Effekt“: Bei Aero­bic ste­hen alle ste­hen in zwei oder drei Rei­hen neben­ein­an­der und schau­en nach vor­ne und Schlech­te fal­len nicht wei­ter auf. Solan­ge man nicht mit dem Neben­mann zusam­men­stößt, bemerkt fast kei­ner, dass man etwas nicht kann. Beim Gerä­te­tur­nen (und auch z.B. bei Vol­ley­ball) ist das völ­lig anders, dort steht der betref­fen­de Schü­ler voll „im Schein­wer­fer­licht“. Alle ande­ren schau­en zu, wie er hilf­los wie ein Sack am Reck hängt und ein biss­chen her­um­zap­pelt bzw. zum x-ten Mal den Ball nicht trifft bzw. an die Decke don­nert.

Ide­al für Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung: Wenn man weiß wie, kann man z.B. einen gra­pe­vi­ne-Schritt pro­blem­los leich­ter oder schwe­rer machen: nur als Seit­an­stell­schritt, mit Kreu­zen hin­ten, nur mit tap oder als hop, mit oder ohne Arm­be­we­gung, mit Sprung auf 3, mit oder ohne Dre­hung usw. Schlech­te­re Schü­ler kon­zen­trie­ren sich aus­schließ­lich auf die Schrit­te, bei Bes­se­ren kön­nen noch Arm-, Schul­ter- und ande­re Bewe­gun­gen mit dazu­kom­men. So kann man Schü­ler auf ganz ver­schie­de­nen Kön­nens­stu­fen indi­vi­du­ell for­dern und för­dern. Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung beim Gerä­te­tur­nen ist hin­ge­gen fast immer mit zusätz­li­chem Auf­bau und damit Zeit­ver­lust ver­bun­den.

Päd­ago­gisch wert­voll: Bei Aero­bic star­ten zumin­dest die Jun­gen alle auf dem glei­chen Niveau. Es gibt im Gegen­satz zu ande­ren Sport­ar­ten (vor allem Fuß­ball) nicht bereits „Stars“, die schon seit meh­re­ren Jah­ren im Ver­ein spie­len und schon alles viel bes­ser kön­nen als die ande­ren. Auch Schü­ler, die sonst „nichts zu mel­den haben“, haben hier eine ech­te Chan­ce (vor allem wenn sie zu Hau­se üben) Erfolgs­er­leb­nis­se zu haben. Auf der ande­ren Sei­te machen häu­fig die „Cracks“ die Erfah­rung, dass sie etwas nicht auf Anhieb kön­nen und genau wie alle ande­ren ein­fach mal üben müs­sen.

Lehr­plan: Opti­ma­le Umset­zung der Vor­ga­ben des (baye­ri­schen) Lehr­plans wie „viel­fäl­ti­ge aero­be Belas­tungs­for­men mit Musik“, „Rhyth­mus­schu­lung“, „ein­fa­che tän­ze­ri­sche Grund­for­men“ und „Ein­stu­die­ren einer ein­fa­chen Tanz­form“.

Vor­füh­run­gen: Mit rela­tiv wenig Auf­wand kann man net­te Auf­füh­run­gen für Schul­fes­te bewerk­stel­li­gen. Ein bewähr­ter Trick ist, die ver­schie­de­nen Grup­pen ein­fach mit unter­schied­li­chen Tei­len begin­nen zu las­sen: Grup­pe A beginnt mit dem ers­ten Teil, Grup­pe B mit dem zwei­ten usw., d.h. alle machen die­sel­be Fol­ge, aber ver­setzt.

Krea­ti­vi­tät: Auf fort­ge­schrit­te­nem Niveau kön­nen Schü­ler (z.B. in Grup­pen) eige­ne Cho­reo­gra­fi­en erar­bei­ten und sie ihren Mit­schü­lern prä­sen­tie­ren bzw. bei­brin­gen.

Sport-Haus­auf­ga­be: Ein paar Schrit­te nach vor­ne, zurück und zur Sei­te kann man pro­blem­los auch zu Hau­se im eige­nen Zim­mer üben, die ent­spre­chen­de Musik ist ja nor­ma­ler­wei­se bereits vor­han­den. Ein Reck oder einen Bar­ren haben nur die wenigs­ten Schü­ler zu Hau­se.

Rhyth­mus­ge­fühl und Koor­di­na­ti­on wer­den viel­sei­tig trai­niert. Vie­le Schüler/innen haben in die­sem Bereich erheb­li­che Defi­zi­te.

Life­time-Sport­art: Wer turnt nach der Schu­le noch frei­wil­lig an einem Bar­ren oder Reck oder springt über ein Pferd oder einen Kas­ten? Aero­bic ist hin­ge­gen die Basis für einen Groß­teil des „Group­Fit­ness“ Sports in Stu­di­os, egal ob das dann Calo­riebur­ner, Step-Aero­bic, Body Moves oder Aero­bic Jam heißt.

Mein Schlüs­sel­er­leb­nis hat­te ich mal vor vie­len Jah­ren in der Umklei­de mei­nes Stu­di­os. Da belausch­te ich die Unter­hal­tung von zwei Män­nern, die sich über das Ange­bot des Stu­di­os unter­hiel­ten. Einer mein­te schließ­lich, dass er unheim­lich ger­ne mal an einer die­ser Aero­bic-Stun­den teil­neh­men wür­de („Da haben die Leu­te soviel Spaß“), er sich aber nicht traue, weil er das noch nie gemacht habe und sich nicht bla­mie­ren wol­le. Und dann kam der ent­schei­den­de Satz: „Scha­de, dass wir sowas nie in der Schu­le gemacht haben, son­dern immer nur Scheiß-Fuß­ball gespielt haben.“ In die­sem Augen­blick beschloß ich, dass es mei­ne Schü­ler mal bes­ser haben soll­ten 😉

Für Män­ner ist es unwahr­schein­lich frus­trie­rend, wenn sie in einer Group Fit­ness Stun­de nicht ein­mal das warm-up mit­ma­chen kön­nen. Da sind sie jah­re­lang in irgend­wel­che Sand­gru­ben gehopst und haben Eisen­ku­geln in eine Sand­gru­be geschmis­sen und dann mer­ken sie plötz­lich, dass nichts, aber auch gar nichts kön­nen, kein läp­pi­sches side-to-side, kei­nen step-touch, geschwei­ge denn vier Schrit­te nach vor­ne und wie­der zurück. Sie schä­men sich dafür, dass sie sol­che unbe­hol­fe­nen Grob­mo­to­ri­ker sind und lang­wei­len sich für den Rest ihres Lebens an Gerä­ten, auf dem Lauf­band und dem Cross­trai­ner. Durch das VERSAGEN des Sport­un­ter­richts wird Jungen/Männern viel Spaß und Lebens­qua­li­tät vor­ent­hal­ten.

Lei­der ist kei­ne Bes­se­rung abzu­se­hen. Wenn Sport­stu­den­ten zum ers­ten Mal im Stu­di­um mit Aero­bic bzw. Bewe­gung zu Musik in Berü­hung kom­men, ist es natür­lich viel zu spät. Wenn dann gestan­de­ne Män­ner (so wie ich) zur Beglei­tung eines Tam­bourins mit Stä­ben und Bän­dern rum­wursch­teln sol­len, ist das natür­lich völ­lig lächer­lich. Auf die­se Art bekommt man natür­lich nie­mals Sport­leh­rer, die Jun­gen am bes­ten schon in der Grund­schu­le, spä­tes­tens aber in der 5. und 6. Klas­se klar­ma­chen, dass es ganz nor­mal ist und Spaß macht sich zu fet­zi­ger Musik zu bewe­gen.

Aero­bic ist natür­lich auch der idea­le Ein­stieg ins Tan­zen, egal ob spä­ter mal Hip Hop oder ein Stan­dard-Latein Tanz­kurs folgt. Wenn vor allem Jun­gen in der Schu­le schon mal Wech­sel­schrit­te, Dre­hun­gen und schnel­le Gewichts­wech­sel geübt haben, tun sie sich spä­ter leich­ter und die Mäd­chen müs­sen sie nicht mit Gewalt in die Tanz­schu­le zerr­ren.

Inner­halb von drei Stun­den (jeweils ca. 50–60 Minu­ten) baue ich eine 8-tei­li­ge Fol­ge auf, in der 5ten/6ten nur 6-tei­lig (ohne box und out-in). In der vier­ten Stun­de schlie­ße ich das Gan­ze mit Noten ab. Dabei muss man für eine 4 nur die Schrit­te pas­send zur Musik, also ohne Arme und Varia­tio­nen kön­nen. Für den Theo­rie­test im Grund­kurs gibt es noch ein extra Han­dout.

Das bes­te mir bekann­te (aller­ding recht anspruchs­vol­le) Buch ist „Das neue Aero­bic-Trai­ning“.

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  1. Also bei uns wird der Kurs von einem Tanz­leh­rer – also MANN gelei­tet, der bes­ser tanzt als die Zum­ba Leh­re­rin­nen die ich z.b. bei der FIBO gese­hen habe. UND es ist sogar ein Mann dabei -> sie­he auch http://www.facebook.com/ZumbaEuskirchen. Na ja Mus­kel­auf­bau wür­de ich nicht gera­de beschwö­ren aber Straf­fung der Mus­ku­la­tur auf jeden Fall und frau ver­brennt jede Men­ge Kalo­ri­en (zumin­dest bin ich am nächs­ten Mor­gen immer min­des­tens ein hal­bes Kilo leich­ter).

    • > zumin­dest bin ich am nächs­ten Mor­gen immer min­des­tens ein hal­bes Kilo leich­ter

      Ich will ja kein Spiel­ver­der­ber sein, aber das ist in ers­ter Linie WAS­SER­ver­lust durch Schwit­zen 😉

      • Ich weiss – man/frau schwitzt wie irre weil man auch ganz schön aus der Pus­te kommt. Aber dann könn­te man ja auch vom Jog­gen sagen dass das nichts bringt weil man viel schwitzt. Ent­schei­dend ist m.E. doch viel­mehr das man sich bewegt und Spass dabei hat.

  2. > Es kom­bi­niert die Tanz­as­pek­te mit in mei­nen Augen deut­lich moder­ne­ren Bewe­gun­gen.

    Stimmt, aber es sind halt auch deut­lich schwie­ri­ge­re Bewe­gun­gen. Wenn z.B. Jun­gen schon mit einem simp­len side-step Pro­ble­me haben (von einem Wech­sel­schritt ganz zu schwei­gen), dann wird ihnen Zum­ba nicht viel Freu­de machen. Das Haupt­pro­blem an Zum­ba (so wie ich es ken­nen­ge­lernt habe) ist, dass vor­ne eine super­tol­le, sexy Trai­nie­rin rum­hupft, die alles kann und bei der es super aus­schaut. Die meis­ten Teil­neh­mer hin­ge­gen sind hoff­nungs­los über­for­dert und hop­peln halt irgend­wie rum. Dar­an ändert sich auch nichts, weil ja nichts unter­rich­tet bzw. geübt wird – die Leu­te sol­len ja schließ­lich „Spaß“ haben. Irgend­wann macht es aber kei­nen Spaß mehr, wenn man merkt, dass man z.B. nicht mal die Hüft­be­we­gun­gen ordent­lich hin­be­kommt.

    > dass bei Zum­ba der Mus­kel­auf­bau geför­dert wird

    Sor­ry, aber wenn „dein“ Zum­ba irgend­was z.B. mit http://www.youtube.com/watch?v=qsSrq3HBa7A zu tun hat, kann von „Mus­kel­auf­bau“ kei­ne Rede sein. Dann dient auch eine pope­li­ge Ski­gym­nas­tik dem „Mus­kel­auf­bau“ 😉

  3. Klingsha

    Ich habe Zum­ba jetzt auch das ers­te mal an mei­ner Uni mit­ge­macht und ich muss sagen, dass es mich echt über­zeugt hat. Es kom­bi­niert die Tanz­as­pek­te mit in mei­nen Augen deut­lich moder­ne­ren Bewe­gun­gen. Hin­zu kommt noch, dass bei Zum­ba der Mus­kel­auf­bau geför­dert wird, d.h es ist eine sehr gute Alter­na­ti­ve für alle Gerä­temuf­fel.

  4. Ich fand Aero­bic in der Schu­le immer ziem­lich doof – den­ke aber es lag am Leh­rer. Die neue Art des Aero­bics mache ich doch viel viel lie­ber. ZUMBA wird bei uns im Fit­ness-Stu­dio nun „unter­rich­tet“ und das macht mir 1000mal mehr Spass als „damals“ Aero­bic. Ich den­ke Zum­ba hat das Zeug dazu das neue Aero­bic zu wer­den.

  5. > ‘Schü­ler’ war eigtl falsch, bin weib­lich

    OK, das ist was ande­res … 😉

    > Sowohl Männ­lein als auch Weib­lein waren begeis­tert!

    Freut mich. Übe gera­de für das drit­te Video. Das wird rich­tig kna­ckig. Ein Arm bewegt sich im nor­ma­len und der ande­re im HALBEN Tem­po. Und – als Stei­ge­rung – das Gan­ze auch noch in ver­schie­de­nen Rich­tun­gen! Da glü­hen die Syn­ap­sen …

  6. M.Schleifer

    Ich kann nur sagen, dass ich mir als Schü­ler Sport­leh­rer gewünscht hät­te, die alle mit­ein­be­zie­hen und nicht die schlech­ten von vor­ne weg auf die Bank set­zen oder Schach spie­len (!!!!!) las­sen. Ich weiß noch, als wir Hoch­sprung gemacht haben, ist man aus­ge­schie­den, wenn man die Höhe nicht geschafft hat. Das waren dann 2 Dop­pel­stun­den auf der Bank für mich, die Woche drauf wur­de beno­tet. Hat mich nicht sehr moti­viert.…
    Bei Vol­ley­ball war ich ne Lusche und muss­te alle Noten mit ner and­ren Nie­te erprit­schen: folg­lich kei­ne Ball­wech­sel mög­lich.
    Hät­te es damals schon Aero­bic gege­ben.…

    • > Hät­te es damals schon Aero­bic gege­ben….

      … hät­test du die­sen „wei­bi­schen Kram“ damals genau­so gehasst wie die meis­ten mei­ner Schü­ler 😉

      • M.Schleifer

        Ich kann nur sagen, dass ich mir als Schü­ler Sport­leh­rer gewünscht hät­te“
        ‚Schü­ler‘ war eigtl falsch, bin weib­lich :-))
        Habe am Frei­tag in der 5. Stun­de in einer 6. Klas­se Eng­lisch als ‚Ein­stieg‘ bzw. Wochen­aus­stieg MOVE YA ARMS GRUNDLAGEN 1 ein­ge­führt. Sowohl Männ­lein als auch Weib­lein waren begeis­tert!
        Thank YOU for this!

  7. Julia

    Mir gefällt am bes­ten, dass man bei dem Word-Doku­ment zu Aero­bic auf die Gay­sport-Sei­te ver­wie­sen wird. Damit leis­tet Jochen mehr Inte­gra­ti­ons­ar­beit als wenn die gan­ze Klas­se emo­freund­li­ches Schach spie­len müss­te 🙂

  8. M.Schleifer

    Aero­bic bezieht alle ein, mehr als z.B. Vol­ley­ball mit 7 Aus­wech­sel­spie­lern.…
    @schnecke: gibts an der schu­le ein Emo­mas­sen­auf­tre­ten oder sinds ein­fach 2, die nicht mit­ma­chen wol­len?
    wären es drei, wäre schach auch wie­der schlecht, weil soweit ich es ken­ne, kann dann einer die hand-kopf koor­di­na­ti­on nur als beob­ach­ter erle­ben.…
    sehr lus­tig die tex­te hier.

  9. Sven

    Lie­be Schne­cke

    Intel­li­gen­te Ernst­haf­tig­keit beweist sich zuwei­len auch gera­de durch die Kunst des fei­nen Humors. Auf­grund ihrer bis­he­ri­gen Kom­men­ta­re befürch­te ich aber, dass sie das nicht ver­ste­hen wer­den.

    Macht ja nix … ich ver­ste­he ihre The­sen ja auch nicht. Ver­bes­se­rung der Hand-Auge-Koor­di­na­ti­on durch Schach spie­len ist echt ein Knal­ler. Aber viel­leicht geht es ja auch nicht um die Imme­gra­ti­on von Emos, son­dern die Inter­gra­ti­on von Emus im Sportunterricht…spannend…sehr spannend…auch EMO­tio­nal.

  10. Schnecke

    und ich bit­te doch wirk­lich um etwas mehr Ernst­haf­tig­keit. Wenn sie mei­ne Fra­ge lächer­lich fin­den Herr Rau, dann igno­rie­ren Sie sie bit­te und machen sich nicht dar­über lusitg. Wenn ich kei­ne Hil­fe bräuch­te oder um Rat fra­gen wür­de, dann hät­te ich hier ja auch kei­nen Kom­men­tar hin­ter­las­sen.

  11. Schnecke

    Ich bin ein Ver­tre­ter der The­se, dass durch Schach die all­ge­mei­ne Kopf-Hand-Koor­di­na­ti­on bes­ser wird und die Fra­ge ist doch, was man für sein spä­te­res Leben mehr braucht: Die Kon­di­ti­on, die man durch Fuß­ball gewinnt, oder bes­se­re koor­di­na­ti­ven Fähig­kei­ten?

  12. Na, bei Schach war ja auch kein Smi­ley dran… die Fra­ge klang mir nicht sehr ernst gemeint (weil: natür­lich machen alle mit), mei­ne Ant­wort schrammt so am Ernst vor­bei. Natür­lich geht Fech­ten prak­tisch nicht. Aber damit wür­de man die Emos, die ich so ken­ne, am ehes­ten locken.

  13. Fech­ten. Fech­ten müss­te gut gehen bei Emos.

    • Tho­mas, ich ver­mis­se einen Smi­ley. Fech­ten in der Schu­le??? Wel­che Schu­le kann sich denn bit­te die gan­ze Aus­rüs­tung leis­ten (wenn es nicht gera­de eine sog. „Stütz­punkt­schu­le“ ist)? Ich wäre schon froh, wenn ich 10 Fuß­bäl­le für mei­ne 33 Schü­ler hät­te. Außer­dem ist Fech­ten koor­di­na­tiv extrem anspruchs­voll.

  14. Schnecke

    natür­lich habe ich Inte­gra­ti­on gemeint, nur ein Feh­ler bedingt Zeit­not, da ich noch viel zu kor­ri­gie­ren hat­te. Ich bin nur zufäl­lig auf ihre Sei­te gesto­ßen und habe mich gefragt, ob sie eine ver­träg­lich Lösung dafür fin­den, dass sich Emos of aus dem Sport­un­ter­richt aus­glie­dern. Ich hat­te dabei schon Alter­na­tiv­un­ter­richt wie Schach gedacht, was ja offi­zi­ell auch als Sport­art gilt. Da sie ihre Krea­ti­vi­tät was alter­na­ti­ve Lösun­gen für den Sport­un­ter­richt betrifft schon bewie­sen haben, wür­de ich ger­ne ihre Mei­nung dazu hören.

    • > und habe mich gefragt, ob sie eine ver­träg­lich Lösung dafür fin­den, dass sich Emos of aus dem Sport­un­ter­richt aus­glie­dern.

      Nee, da habe ich lei­der über­haupt kei­ne „ver­träg­li­che“ Lösung. Bei mir muss jeder mit­ma­chen, ob ihm das jetzt gefällt oder nicht.

      > Ich hat­te dabei schon Alter­na­tiv­un­ter­richt wie Schach gedacht, was ja offi­zi­ell auch als Sport­art gilt.

      Das ist jetzt kein Witz, oder? Der Groß­teil der Klas­se spielt Fuß­ball und wer kei­nen Bock hat, schiebt ein paar Figu­ren auf dem Schach­brett rum??? Ich glaub’s nicht …

      • Schnecke

        Schach ist nur ein Ange­bot mei­ner­seits für die Emos, damit die­se zumin­dest das Gefühl ver­mit­telt bekom­men, dass sie im Sport­un­ter­richt mit­ma­chen und das ist doch wohl immer noch bes­ser, als wenn sie gar nichts macht.

        • Wie­so „Gefühl ver­mit­telt bekom­men“? Sie machen doch gar nicht mit, son­dern sit­zen nur rum.

        • Schnecke

          sie spie­len Schach und haben damit das Gefühl, in den Sport­un­ter­richt inte­griert zu wer­den. Im Kon­trast dazu wür­den sie sonst die gan­ze Stun­de nur zuschau­en und kei­ne Ablen­kung haben und der Sinn und Zweck vom Sporttun­ter­richt soll­te doch sein, dass jeder mit­ma­chen kann. Ich fin­de, dass klei­ne Schrit­te zur erfolg­rei­chen Teil­nah­me am nor­ma­len Sport­un­ter­richt bes­ser sind als gar kei­ne Schrit­te und ich weiß nicht wie sie das sehen, aber Schach, was offi­zi­ell als Sport­art gilt, ist der opti­ma­le Weg in so eine Rich­tung.

        • Ich den­ke, wir soll­ten die Dis­kus­si­on an die­sem Punkt been­den. Ich sehe kei­ner­lei Zusam­men­hang zwi­schen Sport und Schach­spie­len (auch wenn das eine „Sport„art sein soll) und Ihr Vor­schlag ist m.E. auch nicht der „opti­ma­le“ Weg.

        • Schnecke

          Mei­net­we­gen las­sen wir die Dis­kus­si­on auf sich beru­hen, wenn sie kei­ne Kri­tik ver­tra­gen :(, Aber sie soll­ten wis­sen, dass ich über Aero­bic genau­so den­ke wie sie über Schach, weil beim Schach sit­zen die Schü­ler rum und tun nichts und bei Aero­bic ste­hen die Schü­ler rum und tun nichts, außer viel­leicht mit dem Armen rum­zu­ru­dern, was man ja mit dem Zie­hen einer Schach­fi­gur auf dem Brett gleich­set­zen kann.

  15. Schnecke

    Ich habe auch ihren Bericht über Aro­bic im Sport­un­ter­richt gele­sen und ich fin­de, dass Immi­gra­ti­on sowohl in der Frei­zeit wie auch in der Schu­le sehr wich­tig ist. Aus die­sem Anlass wür­de mich inter­es­si­ern, wie sie mit den Emos ver­fah­ren, die ja auch and der Sport­stun­de teil­neh­men

    • > und ich fin­de, dass Immi­gra­ti­on sowohl in der Frei­zeit wie auch in der Schu­le sehr wich­tig ist.

      Immi­gra­ti­on“???

      > Aus die­sem Anlass wür­de mich inter­es­si­ern, wie sie mit den Emos ver­fah­ren

      Die müs­sen (wie alle ande­ren auch) im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten mit­ma­chen, auch wenn sie kei­nen Bock haben.

  16. Stefanie Kruse

    Ich muss hier mal die Lan­ze für all die „alt­mo­di­schen“ Sport­ar­ten bre­chen, die immer noch im Lehr­plan ste­hen, auch wenn ich Dei­ne Argu­men­ta­ti­on bzgl Aero­bic 100% unter­schrei­be. Aber: Gera­de weil man im nor­ma­len Erwach­se­nen Leben nie wie­der über einen Schwe­be­bal­ken balan­cie­ren muss, nie Reck, Kas­ten, Stu­fen­bar­ren oder Seil „turnt“, eben­so­we­nig wie man im Stu­dio Kugel­sto­ßen, Sper­wer­fen oder Schleu­der­ball aus­pro­bie­ren wird, fin­de ich es gut, dass die Kin­der das in der Schu­le zumin­dest ken­nen­ler­nen, weil es „immer schon gemacht wur­de“. Genau­so die Ball­sport­ar­ten. Natür­lich gibt es dann für alles Wei­ter­ge­hen­de die Sport­ver­ei­ne, aber das ist letzt­end­lich ja bei allen Sport­ar­ten so: bes­ser, inten­si­ver geht’s nur außer­halb der Schu­le (oder eben in frei­wil­li­gen Schul­sport-Grup­pen).

  17. Jonathan Creed

    > Für mich zählt zum Bei­spiel, dass ich in mei­nem jet­zi­gen gk Tanz mehr Jun­gen als Mäd­chen habe. Und dass dar­un­ter eine Rei­he von Jun­gen habe, die ich letz­tes Jahr in der 11ten hat­te, die also wis­sen, was ich mache und die sich frei­wil­lig für Tanz ent­schie­den haben.

    Wobei man dazu sagen muss, dass 3/4 der Klas­se Jun­gen sind…

  18. Das klingt gut. 🙂
    Bei unse­rem (damals lei­der rei­nen Mädchen-)Sportkurs war das Gemur­re näm­lich ziem­lich groß.
    Hmmmmmmm, ich wür­de auch ger­ne Sport­kur­se nach The­men wäh­len!

  19. > Hast du auch mal dei­ne Schü­le­rIn­nen gefragt, wie die Aero­bic so fin­den?

    Was sol­len Schü­ler sagen, wenn der Leh­rer, der offen­sicht­lich von etwas total begeis­tert ist, sie fragt, wie sie das fin­den? 😉

    Für mich zählt zum Bei­spiel, dass ich in mei­nem jet­zi­gen gk Tanz mehr Jun­gen als Mäd­chen habe. Und dass dar­un­ter eine Rei­he von Jun­gen habe, die ich letz­tes Jahr in der 11ten hat­te, die also wis­sen, was ich mache und die sich frei­wil­lig für Tanz ent­schie­den haben.

  20. Hal­lo!
    Hast du auch mal dei­ne Schü­le­rIn­nen gefragt, wie die Aero­bic so fin­den? Ich fin­de dei­ne Bemü­hun­gen, den Unter­richt schü­ler­ori­en­tiert zu gestal­ten echt klas­se, mei­ne aber auch mich zu erin­nern, dass Aero­bic im Sport­un­ter­richt nicht so rich­tig beliebt war. Bei mir per­sön­lich war es ziem­lich weit hin­ten; gera­de so noch vor Step-Aero­bic und ganz knapp hin­ter Rope-Skip­ping-Cho­reo­gra­phi­en.
    Wie sehen das dei­ne Schü­ler? Wei0ßt du das?
    Wobei man mich auch 100% zu den rhyth­misch voll­kom­men unbe­gab­ten zäh­len kan­nund von der Musik allei­ne schon kom­plett ent­nervt war. :-/

  21. hal­lo jochen
    habe eben die besu­cher­sta­tis­tik mei­ner web­site ange­schaut, habe quer­ver­wei­se von dei­ner sei­te gefun­den und habe mich nun ein biss­chen auf dei­ner web­site „her­um­ge­trie­ben“. span­nend, infor­ma­tiv! ich wäre frü­her, als ich noch als leh­rer tätig war, sehr froh gewe­sen um sol­che infor­ma­ti­ons­quel­len.
    lie­be grüs­se
    tino

  22. > Wel­che Musik­ti­tel wür­den Sie mir emp­feh­len / benut­zen Sie sel­ber?

    Alles was nicht zu schnell ist, einen kla­ren Beat und falls mög­lich ein ‚catchy tune‘ hat. Ich neh­me vie­le Sachen von Rihan­na, Madon­na, Usher usw. Ein­fach mal bei You­Tube schau­en. Und dann habe ich natür­lich noch gemix­te non-stop Musik, damit man län­ge­re Zeit das glei­che Tem­po hat um bestimm­te Fol­gen ein­zu­üben.

  23. Dragon - pupil

    Ich tan­ze und trei­be Kampf­sport in mei­ner Frei­zeit. Lei­der muss ich geste­hen, dass weder das eine noch das ande­re jemals mei­ne Sport­no­te ver­bes­sert haben. Da ich kör­per­lich eher schmäch­tig bin und Ball­sport­ar­ten (außer Hokey) ver­ab­scheue (Bas­ket­ball und Vol­ley­ball haße ich übri­gens am meis­ten. Hier­für bedan­ke ich mich bei allen mei­nen ehe­ma­li­gen Sport­leh­rern, die anschei­nend alles erdenk­li­che getan haben damit die­se zwei Sport­ar­ten der­ar­ti­gen Wider­wil­len bei mir her­vo­ru­fen), hat­te ich im Sport­un­ter­richt immer schlech­te Kar­ten.
    Das ein­zi­ge Jahr, wo ich den ande­ren gegen­über Vor­tei­le besaß beinhal­te­te die Turn­sport­ar­ten. Ansons­ten bekam ich immer die Noten drei bis vier in Bas­ket­ball und Vol­ley­ball, was auch dafür sorg­te, dass ich geschwo­ren habe nie wie­der im mei­nem Leben irgend­ei­nen Kon­takt zu die­sen Sport­ar­ten zu haben.
    „Aero­bic“ scheint für mich rela­tiv inter­res­sant zu klin­gen (Abwechs­lung), weil ich bei so einer Sport­art weiß, dass ich mit denn ande­ren mit­hal­ten kann. Wel­che Musik­ti­tel wür­den Sie mir emp­feh­len / benut­zen Sie sel­ber?

  24. m.teacher

    Applaus, Applaus, tol­ler Arti­kel!
    Hab heu­te zum ers­ten Mal (sel­ber Eng­lisch- und Geo­gra­phie­leh­re­rin) eini­ge dei­ner Sport­bei­trä­ge durch­ge­klickt und sie sind genau­so inter­es­sant, toll, hilf­reich, moti­vie­rend und pra­xis­ori­en­tiert (bzw. -erprobt), dickes Lob!!
    Nur soviel zum The­ma „Sport“ – ich war nie in einem Ver­ein, auch nie beson­ders begabt im Schul­sport und auch jetzt seh­ne ich mich nicht nach einer Sand­gru­be oder einem Bar­ren. Aber der Aero­biclink (die­ses Video) von oben hat mich vom Schreib­tisch auf­ste­hen las­sen. Sieht auf den ers­ten Blick läp­pisch aus, aber nur ganz kurz.… Wahn­sin­nig hohes Niveau! Ganz beson­ders süß das Out­fit der lin­ken Tän­ze­rin, wel­ches die nur knapp drei­ein­halb Minu­ten noch ein­fa­cher erschei­nen lässt! Thx for ever­ything, ich ver­such mal die ers­ten paar tak­te.…

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