Wenn du  nicht weißt, was ein „MO“ ist, musst du erst­mal die­sen Bei­trag lesen.

Mei­ne Schü­ler kön­nen ihre MO Bilanz ver­bes­sern,  dann lösche ich ent­we­der einen Ein­trag auf mei­ner Lis­te oder dem Schü­ler wird ein minor reward (MR), der einem MO ent­spricht, „gut­ge­schrie­ben“. Zu Beginn des zwei­ten Halb­jahrs gibt es ein neue Lis­te und alle fan­gen wie­der bei Null an, im ers­ten Halb­jahr gewon­ne­ne und nicht „ver­brauch­te“ MRs wer­den aber als Bonus ins zwei­te Halb­jahr über­tra­gen.

Der „Mas­ter of MRs“ (also der­je­ni­ge, der im Lau­fe des Jah­res die meis­ten MRs gewon­nen hat) bekommt ein klei­nes Geschenk.

Es gibt ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, wie man MRs gewin­nen kann.

Fehler auf schriftlichen Materialien

Ich habe den Anspruch, dass alle mei­ne Klau­su­ren, Voka­bel­tests, Vocab-She­ets, Han­douts etc. sowohl inhalt­lich als auch in Bezug auf Recht­schrei­bung und Lay­out ABSOLUT FEHLERFREI sind. Wenn ein Schü­ler einen Feh­ler (und das kann schon ein feh­len­der Punkt oder Leer­raum sein) ent­deckt, bekommt er ein MR gut­ge­schrie­ben. Die­se Rege­lung hat den erfreu­li­chen Effekt, dass die „MR-Jäger“ jedes neue Han­dout sofort auf­merk­sam lesen, auf Lay­out ach­ten und auch mal Wör­ter im Lexi­kon nach­schla­gen. Dar­über­hin­aus wer­den natür­lich auch mei­ne Mate­ria­li­en im Lauf der Zeit bes­ser.

Auch bei Feh­lern an der Tafel (wie z.B. Recht­schreib­feh­ler, fal­sche Zei­len­num­mern) kön­nen Schü­ler ihre Bilanz auf­bes­sern.

MRs gibt es natür­lich auch, wenn Schü­ler in mei­nem Blog Feh­ler fin­den. Aber auf­ge­merkt, MR-Jäger: Da ich ein deut­sches Word­Press habe, sind die Anfüh­rungs­zei­chen in eng­li­schen Bei­trä­gen falsch, weil „deutsch“ und nicht “eng­lish”. Ich müss­te eng­li­sche Anfüh­rungs­zei­chen jedes Mal hän­disch ein­ge­ben und das ist mir zuviel Arbeit. Außer­dem kann man in Word­Press Absät­ze nicht so ein­fach (wie z.B. in Word) ein­rü­cken. Des­halb gibt es bei Auf­sät­zen zwi­schen den Absät­zen nur Leer­zei­len, aber kei­ne Ein­zü­ge.

TEACH ME TIGER

Ich hono­rie­re es, wenn Schü­ler mir neue Wör­ter bei­brin­gen. Ein Schü­ler kommt mit einem Veil­chen ins Klas­sen­zim­mer. Ich fra­ge ihn, was pas­siert sei und er sagt: „I got hurt in the mosh pit.“ Die­ses Wort hat­te ich noch nie vor­her gehört, „again what lear­ned“. MRs gibt es aber nur, wenn die Wör­ter in die jewei­li­ge Situa­ti­on bzw. zum jewei­li­gen The­ma pas­sen, sonst kom­men die Schü­ler stän­dig mit irgend­wel­chen absur­den Wör­tern daher, die kein Mensch brau­chen kann.

Witty and sophisticated

Die begehr­ten MRs gibt es aber auch für Wort­spie­le und geist­rei­che Bemer­kun­gen aller Art. So kom­men­tier­te mal ein Schü­ler mei­ne War­nung, dass er jetzt bis zum Ende des Halb­jah­res nichts mehr ver­ges­sen dür­fe, mit „Mis­si­on Impos­si­ble“. Vor kur­zem hat­te ein ande­rer Schü­ler kein Geld für die Lek­tü­re dabei und begrün­de­te dies damit, er habe gera­de ein „cash flow pro­blem“. Wir hat­ten gera­de „Shake­speare in Love“ behan­delt, wo die­ser Begriff (gleich zu Beginn) im Zusam­men­hang mit Hen­slo­wes finan­zi­el­len Pro­ble­men auf­taucht. Der Schü­ler hat gleich zwei Sty­listic Devices (pdf), näm­lich euphe­mism und allu­si­on ver­wen­det, das muss hono­riert wer­den.

MRs gibt es auch, wenn Schü­ler ori­gi­nel­le neue Wör­ter bzw. Aus­drü­cke erfin­den wie z.B. take a think, digis­trac­tion und remo­ri­ze.

MeMoRize

Auch wenn Schü­ler nach län­ge­rer (!) Zeit noch etwas aus­wen­dig (re)zitieren kön­nen, wird das hono­riert. Wir behan­deln z.B. in 11/2 Sonet­te und dabei sol­len / dür­fen / müs­sen die Schü­ler Son­net 18 aus­wen­dig ler­nen. Wenn ein Schü­ler z.B. ein Jahr spä­ter das gan­ze Sonett (fast) feh­ler­frei auf­sa­gen kann, bekommt er wie­der ein MR. Wenn alle Schü­ler das Gedicht erneut aus­wen­dig ler­nen sol­len, lau­tet die Haus­auf­ga­be: remo­ri­ze Sh son­net 18.

Dar­über­hin­aus kann man sich durch frei­wil­li­ges Aus­wen­dig­ler­nen von Gedich­ten MRs ver­die­nen. Aller­dings muss das Gedicht ange­mes­sen vor­ge­tra­gen wer­den und darf nicht mit mono­to­ner Stim­me run­ter­ge­lei­ert wer­den. Die Anzahl der MRs hängt von der Län­ge und Schwie­rig­keit des Tex­tes ab, hier ein Bei­spiel.

Touch me, you are my type

Auch durch flot­tes Tip­pen (engl. touch typ­ing) kön­nen mei­ne Schü­ler sich MRs ver­die­nen.

Competitions

Auch bei Wett­be­wer­ben kann man MRs gewin­nen. Es gibt ver­schie­de­ne Arten:

Am häu­figs­ten mache ich münd­li­che Wett­be­wer­be. Dabei ist die übli­che „Mel­de­pflicht“ auf­gehoben, d.h. jeder darf bzw. muss sofort rein­ru­fen, wenn er glaubt, die Lösung zu wis­sen. Wett­be­wer­be kün­di­ge ich mit „com­pe­ti­ti­on“ oder „MR“ an. Damit man im all­ge­mei­nen Durch­ein­an­der die rich­ti­ge Lösung heraus­hört, darf sie nur ganz kurz sein. Wie­der geht es dar­um geis­tig beweg­lich zu sein und ggf. „um die Ecke zu den­ken“. Alles Mög­li­che lässt sich zu einem klei­nen Wett­be­werb machen: Acro­nyms („an Ame­ri­can B“ – USB), Geschich­te („1861 to“ – 1865), Sprich­wör­ter („do not, moun­tain“ – mole­hill), Lite­ra­tur („The old man“ – and the sea) usw.

Für schrift­li­che Wett­be­wer­be in der Stun­de neh­me ich z.B. mein Han­dout Acro­nyms (doc), mein USA Quiz oder Wacky Wor­dies. Der Gewin­ner bekommt 3 MRs, der zwei­te 2 MRs und der drit­te 1 MR.

E‑Mail Wett­be­wer­be baue ich immer mal wie­der in mei­ne E‑Mails ein. Da gilt es dann z.B. her­aus­zu­fin­den, wor­auf ich anspie­le, wenn ich vor einer Schul­auf­ga­be „May the con­cen­tra­ti­on be with you“ wün­sche. Die ers­ten drei Schü­ler, die mir die rich­ti­ge Ant­wort schi­cken, bekom­men ein MR.

Und dann gibt es noch Memo­ti­ti­ons und Lite­ra­tur­wett­be­wer­be.

Anspie­lung in der Über­schrift …