Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Pleased to Examine You

In mei­nen bei­den Ober­stu­fen­kur­sen (gk und LK) hal­ten sich die Ver­spä­tun­gen der Schü­ler in akzep­ta­blen Gren­zen. Ich bin sel­ber jeden Tag mit S-Bahn und Tram unter­wegs und weiß wie oft es zu Stö­run­gen kommt, so dass ich bei Ver­spä­tun­gen in der ers­ten Stun­de rela­tiv groß­zü­gig bin. Anders sieht es aus, wenn Schü­ler nach einer Pau­se zu spät zum Unter­richt erschei­nen, weil sie sich – immer nahe am Kreis­lauf­zu­sam­men­bruch – mit letz­ter Kraft die Trep­pen her­auf­schlep­pen und dann völ­lig ent­kräf­tet ver­spä­tet in mei­nen Unter­richt schlur­fen. Wenn das über­hand nimmt, gilt es Gegen­maß­nah­men zu ergrei­fen.

Wenn freund­li­che Ermah­nun­gen nichts hel­fen, ver­kün­de ich irgend­wann, dass der ein­zi­ge Grund für Ver­spä­tun­gen, den ich mir vor­stel­len kann, nur sein kann, dass der Schü­ler sich so inten­siv auf mei­ne Stun­de vor­be­rei­tet hat, dass er den Pau­sen­gong über­hört hat und des­halb zu spät gekom­men ist. [An die­ser Stel­le bie­tet es sich an Stil­mit­tel (pdf) wie Iro­nie und Sar­kas­mus zu wie­der­ho­len 😉 ] Wenn sich jemand schon so gründ­lich auf mei­nen Unter­richt vor­be­rei­tet, tue ich ihm natür­lich auch den Gefal­len und prü­fe ihn gleich mal; das heißt der ver­spä­te­te Schü­ler geht gar nicht erst zu sei­nem Platz, son­dern darf gleich vor­ne bei mir am Pult für ein münd­li­ches Aus­fra­gen Platz neh­men. Beson­ders wirk­sam ist das, wenn bereits ein ande­rer Schü­ler Platz genom­men hat und dann aber doch unver­se­hens „erlöst“ wird, weil ein Mit­schü­ler zu spät kommt.

Die­ses Ver­fah­ren hat bis­lang stets bes­tens funk­tio­niert. Aus halb­to­ten Zom­bies wer­den plötz­lich dyna­mi­sche Damen und Her­ren, die behen­de die Trep­pen hoch­ei­len und sich zügig ins Klas­sen­zim­mer bege­ben. Theo­re­tisch ist natür­lich denk­bar, dass es jemand drauf­an­legt auf die­se Art den Zeit­punkt eines münd­li­chen Aus­fra­gens sel­ber zu bestim­men. Wenn ich die­ses Gefühl habe, neh­me ich ihn natür­lich extra NICHT dran, son­dern den­ke mir etwas ande­res (wie z.B. außer­plan­mä­ßi­ges Tafel­put­zen) aus. Varie­ty is the spi­ce of school-life …

PS. Anspie­lung im Titel …

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It Was the Tram and Not the Bus

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  1. Als ers­tes wür­de ich natür­lich ver­su­chen, über das DIREKTORAT Druck zu machen (aber viel­leicht hast du das ja gemeint). Ansons­ten fürch­te ich, kannst du gar nichts machen. In jedem Fall trifft dei­ne Schü­ler kei­ne Schuld, also soll­ten sie auch kei­ne Nach­tei­le haben. Schon in dei­nem eige­nen Inter­es­se wür­de ich mit dem rich­ti­gen Beginn der Stun­de war­ten bis die vier da sind und vor­her irgend­was ande­res machen.

  2. Chrissi

    Schö­ne Idee. Hast du auch eine für mich? Ich habe drei­mal pro Woche LK in der ers­ten Stun­de. Vier Schü­ler sind immer (!) zu spät, aber dies liegt am Bus­un­ter­neh­men. Was tun? Ich habe schon ver­sucht über das Sekre­ta­ri­at dem Bus­un­ter­neh­mer Druck zu machen, aber ver­geb­lich…

  3. Wun­der­ba­re Idee 🙂
    Macht viel mehr Spaß, als das Rum­ge­muf­fel man­cher Kol­le­gen über die Zuspät­kom­mer. Die Immer-Pünkt­li­chen unter den Schü­lern wer­den dar­an sicher auch ihre Freu­de haben. Dan­ke für die Anre­gung.

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