Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium / Tango & Tanzfeste

MedienMotivationsIllusion

Moodle ist eine feine Sache und kann Schule und Lernen verändern. Es kann – wenn man die falschen Erwartungen und Hoffnungen damit verbindet – aber auch ziemlich frustrieren.

Vor kurzem habe ich mit einer ziemlich frustrierten Kollegin gesprochen. Sie hatte sich mühsam in Moodle eingearbeitet und eigene Grammatikübungen erstellt. All das in der Hoffnung, dass das neue Medium ihre Schüler motivieren würde sorgfältiger als sonst zu arbeiten. Ihre Hoffnung wurde bitter enttäuscht. Nicht nur, dass die meisten Schüler genauso schlampten wie immer, es kamen auch zahlreiche Beschwerden, was dieser umständliche Sch*** denn solle und warum die Lehrerin nicht ganz normale Arbeitsblätter austeilen könne.

So sehr ich auch Mitleid mit der Kollegin hatte, sie ist m.E. ein klassisches Opfer der (s. Betreff) MMI, d.h. der Hoffnung, dass Inhalte automatisch interessanter und für den Schüler motivierender werden, wenn sie in einem neuen (technischen) Medium präsentiert werden. Viele Lehrer sind offenbar ausgesprochen anfällig für die MMI. Durch die ganze Geschichte der Unterrichtsmedien hindurch kann man immer wieder beobachten, wie mit einem neuen Medium völlig überzogene (Motivations-) Hoffnungen verbunden wurden. Die älteren Kollegen werden sich noch an die Fernseh- und Sprachlaboreuphorie erinnern, neuere Beispiele sind z.B. die Einführung von Computern und danach Web 2.0 mit Blogs und Wikis und online Plattformen wie Moodle. Ein aktuelles Beispiel sind die sündteuren Smart- bzw. Whiteboards. Wieder erhofft man sich die tollsten Dinge von der Einführung dieser neuen Technik und kaum jemand wagt zu fragen, ob die enormen Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum didaktisch-methodischen Ertrag stehen. Natürlich würde auch mit dem Einsatz von iPads alles viel besser werden …

Ein Grund für die oft unrealistische Einschätzung des Motivationspotentials von Lernplattformen wie Moodle durch Lehrer ist die völlig unterschiedliche Computer-Sozialisation von Lehrern (vor allem älteren Kollegen) und Schülern. Die meisten Lehrer kennen den Computer vor allem als Werkzeug. In erster Linie benutzen sie Textverarbeitung und vielleicht ein bisschen Tabellenkalkulation (z.B. für die Berechnung der Noten), schreiben Mails und surfen im Internet. Eher selten benutzen sie den Computer zum Spielen und nur ganz wenige kennen die Sog- bzw. Suchtwirkung gut gemachter Spiele aus eigener Erfahrung.

Schüler wachsen dagegen heute mit dem Computer auf, bereits Grundschulkinder spielen z.B. Meine Tierklinik oder Toggolino. Diese Spiele bieten zum einen eine attraktive visuelle Oberfläche und sind zum anderen so raffiniert programmiert, dass ein ausgeklügeltes Belohnungssystem für stundenlangen Spielspaß und Spannung sorgt.

Wenn nun ein derart konditioniertes Kind mit einer typischen Hot Potatoes bzw. Moodle Übung konfrontiert wird, empfindet es bereits die „Anmutung“ als langweilig und ätzend. Der Lehrer empfindet es natürlich als ganz anderes. Er ist (zu Recht) stolz darauf, diese Übung selber erstellt zu haben und macht sich entweder überhaupt keine Gedanken über Design und Layout oder empfindet die Wirkung der Seite (aufgrund seiner viel niedrigeren Standards) als angemessen oder sogar ansprechend.

Wie solche Seiten auf unsere Schüler wirken, kann man vielleicht am ehesten nachvollziehen, wenn man mal die Wirkung eines aktuellen und optisch liebevoll gestalteten Lehrbuchs wie New Context (besonders schön die Lead-In Seiten, wie z.B. zu Chap. 11 „Moving Out“) mit dem alten „Britain and America – Tradition and Change“ von Cornelsen oder dem alten „Skyline“ von Klett vergleicht. Allein Schriftbild und Layout („Bleiwüste“) lassen den Betrachter „langweilig“ und „dröge“ assoziieren und lassen wenig Lust aufs Weiterlesen aufkommen.

Schauen wir uns o.a. Grammatikübungen mal aus der Sicht des Schülers an. Bedingungssätze, indirekte Rede, Adjektiv vs. Adverb, Gebrauch der Zeiten etc. sind für den Schüler im Normalfall nur mäßig spannend, egal, ob er damit in Form von Papier, einer Powerpoint Präsentation, einer Moodle Übung oder einem YouTube Video traktiert wird. Ein Arbeitsblatt hat für ihn jedoch den entscheidenden Vorteil, dass er es jederzeit und überall bearbeiten kann und zur Not eben auch noch kurz vor Stundenbeginn abschreiben kann. Dasselbe Arbeitsblatt als Moodle Übung hat für ihn aber keine erkennbaren Vorteile, sondern ist mit mehr Aufwand verbunden ohne dass für ihn ein erkennbarer „Mehrwert“ diesen erhöhten Aufwand rechtfertigen würde. Kein Wunder, dass er eher missmutig zu Werke geht.

Anderes Beispiel: Wird ein Vokabelheft motivierender, wenn ich es auf Moodle übertrage? Eine Reihe von Kollegen lassen, begleitend zur Bearbeitung von Texten, in Moodle Wortlisten anlegen. Haben diese Wortlisten irgendwelche Vorteile gegenüber herkömmlichem Papier? Auf Papier habe ich jederzeit Zugriff und ich kann flexibel damit lernen (z.B. indem ich eine Spalte zudecke). Auf Moodle hat ein Schüler nur sehr begrenzt Zugriff (außer er ist in einer Notebook-Klasse) und lernen kann man die Wörter am Bildschirm auch nur schlecht.

Optisch deutlich ansprechender und von der Übungsvielfalt her wesentlich motivierender finde ich z.B. Quizlet. Mit meinem Word Processing Wortschatz kannst du z.B. die verschiedenen Test- und Spielformen ausprobieren.

Wie kann man selber der MMI entgehen und vermeiden, dass man viel Zeit und Energie in etwas investiert, was von den Schülern überhaupt nicht honoriert wird? Am besten begibt man sich mal in die Schülerrolle und bearbeitet typische Moodle-Aufgaben. Zu diesem Zweck kann man Kollegen z.B. über EnPaed bitten einem einen Gastzugang zu einem Moodle-Kurs einzurichten. Bei der Bearbeitung von Aufgaben sollte man sich immer wieder fragen, ob diese Form der Bearbeitung einen für den Schüler erkennbaren MEHRWERT gegenüber der herkömmlichen Bearbeitung hat. Ein solcher Mehrwert könnte bei einer Moodle gestützten Grammatikübung z.B. darin bestehen, dass nicht nur richtig oder falsch angezeigt wird, sondern zusätzlich eine passende Erklärung bzw. die dazugehörige Regel mitgeliefert wird. Dieses zusätzliche Feature bedeutet aber natürlich einen enorm erhöhten Arbeitsaufwand beim Erstellen der Übung und es ist fraglich, ob dieser Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag steht.

Das alles soll natürlich nun nicht bedeuten, dass neue Medien den Unterricht nicht bereichern können. Nur sollte man eben – schon im Interesse der eigenen psychischen Hygiene – deutlich nüchterner zu Werke gehen und sich keine Wunder erwarten: „Hope for the best, and prepare for the worst“. Früher dachte ich auch die Schüler wären super motiviert, wenn sie z.B. etwas über Email oder Layout (doc) lernen. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass das bei manchen genauso zäh geht wie if-clauses und reported speech. Kein Inhalt wird automatisch motivierender nur weil er in ein anderes Medium transportiert wird. Es besteht immer die Gefahr, dass man etwas nur macht, weil es eben technisch möglich ist, ohne sich zu überlegen, ob es für den Schüler gegenüber bewährten Verfahren „etwas bringt“.

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  1. max

    http://oonae.wordpress.com/2012/08/24/flipping-the-classroom/
    Flipping the classroom
    Dieser Blog-Beitrag handelt von einer mir bisher unbekannten motivations-illusionären Variante: Unterricht soll durch Videos von Vorlesungen ersetzt werden.

  2. max

    Dieses Interview mit Isaac Asimov aus dem Jahr 1988 (http://tinyurl.com/2dw4zbr) ist ein Paradebeispiel für die MedienMotivationsIllusion!

  3. Chris

    Hallo zusammen,
    ich kann nur sagen ich bin ziemlich erleichtert, dass es noch andere gibt die auch so denken. Bei uns an der Schule ist der absolute moodle-laptopklassen(Konzept gescheitert)- netbook- hype ausgebrochen.
    Wer da nicht sofort hier schreit wenn irgendwo moodle genannt wird, wird so angesehen als hätte er noch ne Ritterrüstung an.
    Ganz ehrlich: es gibt so viele Dinge die man zuerst im „normalen“ Unterricht hinbekommen sollte, dass es doch einige zeit dauert bis sich moodle rechtfertigt.
    lg Chris

  4. Uwe

    Hallo,

    etwas späte Antwort auf den Ursprungsbeitrag:

    Eine interessante, außerordentlich gründliche Auseinandersetzung mit Stärken und Schwächen von Systemen wie Moodle sowie mit dem Beharrungsvermögen von Lehrern und Schule gibt es hier
    http://riecken.de/index.php/2009/02/moodle-eine-personliche-zwischenbilanz/
    Die meisten seiner Positionen würde ich vorbehaltlos unterschreiben – und: der Autor Maik Riecken ist ausgewiesener Kenner von Moodle. Unbedingt lesenswert – sehr anregend zu Reflexion auch eigener Vorbehalte und Vorlieben.

  5. Robert Küble

    @Sigi

    >Meine Schüler verwenden am liebsten http://www.ego4you.com

    Du meinst wohl http://www.ego4u.de, oder?

    Robert

  6. Meine Schüler verwenden am liebsten http://www.ego4you.com , dort wird die gesamte Grammatik abgedeckt,(Vokabelübungen gibts da auch u.v.m.) alles ist verlinkt mit Erklärungen (deutsch oder englisch) und es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen. Feedback gibts natürlich auch. Da muss man für Moodle nicht extra irgendwelche Grammarübungen machen.
    Die HOTPOT Übungen für Moodle sind im übrigen ratzfatz von jedem beliebigen Text erstellt, z.b. als Lückentext und eine Audio Datei kann man auch einbinden- das hat durchaus Vorteile gegenüber einem Arbeitsblatt und der Schüler hat sofort seine Ergebnisse, kann auch mehrmals üben etc…
    Was den Mehrwert von Moodle betrifft, kommt es wesentlich darauf an, daß man nicht die alten Unterrichtsmodelle ins Moodle verfrachtet, damit holt man keinen Schüler hinterm Ofen vor. Richtig eingesetzt bietet uns Moodle alle Möglichkeiten eines schülerzentrierten Unterrichts und die Öffnung ins Web 2.0.
    Sigi

  7. Robert Kübler

    >Viel besser finde ich deshalb z.B. http://www.roadtogrammar.com

    Und wer das ganz doch wieder mit Papier machen will findet alle Übungen von roadtogrammar ausdruckbar hier:

    http://haroldjb.free.fr/cpge/page6/page12/files/readytogoexercises.pdf

    Den Answer Key findet man auf der allerletzten Seite.

    Robert

  8. Gefällt mir gut! Dass die Lücke bis zum letzten richtigen Buchstaben rot bleibt finde ich sinnvoll, denn erst dann ist das Wort wirklich richtig. Im Falle eines Rechtschreibfehlers würde ein Schüler in einem Test ja auch z.B. einen halben Fehler kassieren.

    Jetzt fehlt nur noch eine ‚Hint‘ Funktion, die einem hilft. (Für einen reinen WortschatzTEST kann man die natürlich weglassen.)

    Und wenn du das auch hinbekommen hast, schreibst du eine idiotensichere Anleitung, wie man so etwas erstellt (oder gibt’s die vielleicht schon?). Vielen Dank im Voraus 😉

  9. Tom

    aber gerne…

    http://www.student.uni-oldenburg.de/thomas.ploeger/CoreyDelaney/index.html

    …die Übung ist nicht fertig, sondern erstmal ein technischer Versuch, die Lücken sind also erstmal nur spaßeshalber gesetzt. Übrigens ist das Feedback doch anders, als ich dachte: die Lücke bleibt zunächst rot, bis das richtige Wort fertig geschrieben ist, dann wird sie grün. Nicht ganz so schön, wie ich gehofft hatte, aber immerhin.

  10. > Ich habe mich gerade etwas mit eXe learning beschäftigt […]

    Das klingt interessant. Schick mir mal die Datei bzw. einen Link, wenn du deine (Muster-) Übung fertig hast, bzw. kennst du Websites, die dieses Feature verwenden?

  11. Tom

    @ Jochen

    >Sobald ich in eine neue Lücke springe, müsste mir gesagt werden, ob meine >Präposition richtig war oder nicht.

    …das ist natürlich auch noch ein Aspekt. Mir ging es dabei grad darum, dass mit der „Hint“-Funktion eben ein Hinweis auf die richtige Präposition eingeholt werden kann. Dies kann man im Endeffekt auch als direktes Feedback nutzen, indem man sich die Antwort denkt und dann so lange auf den „Hint“-Knopf drückt, bis man sich bestätigt oder korrigiert sieht.
    Ich habe mich gerade etwas mit eXe learning beschäftigt (Open-Source-Konkurrenz zu Hot Potatoes), bei einem dort erstellten Lückentext wird die Lücke rot hinterlegt, sobald man etwas falsches eintippt (die Funktion heisst immediate feedback), grün zeigt entsprechend die richtige Antwort an. Leider scheint es recht schwer, eXe – Übungen in moodle als auswertbare Tests zu importieren.

    >Viel besser finde ich deshalb z.B. http://www.roadtogrammar.com

    Danke! Die Seite kannte ich noch nicht. Da kommt das Feedback ja auch tatsächlich sofort. Allerdings auch hier ein Phänomen, das mich hin und wieder erstaunt (ist allerdings off topic für diesen Beitrag): von einer Basis-Übung aus, die auf Sprachanfänger zielt, wird zu einer zielsprachlichen Grammatikerläuterung verwiesen, die den sprachlichen Level der Lerner mit aller höhster Wahrscheinlichkeit überschreitet.

  12. @ Tom

    > Allerdings scheinen mir Übungen wie dieser Lückentext zu prepositions…
    > http://www.englishlearner.com/online/grint6.html
    > …doch Vorteile gegenüber normalen Arbeitsblättern zu haben,

    Ich finde die Übung sehr dürftig, weil sie kein unmittelbares Feedback gibt. Sobald ich in eine neue Lücke springe, müsste mir gesagt werden, ob meine Präposition richtig war oder nicht.

    Viel besser finde ich deshalb z.B. http://www.roadtogrammar.com

  13. Ich finde Deinen Beitrag ebenfalls treffend. Was dahinter steht, ist meines Erachtens, dass man versucht, ein neues Medium genauso einzusetzen wie die alten. Wenn Moodle und Co. aber einen Mehrwert bringen sollen, muss man mit ihnen Dinge machen, die mit den bisherigen Mitteln nicht oder nur schwer möglich waren. Zunächst muss sich die Herangehensweise ändern, damit der Mehrwert eines neuen „Tools“ überhaupt sichtbar werden kann.

  14. Schon der einfache Einsatz von Laptop und Beamer hat so seine Tücken. Erst reicht das Kabel nicht bis zur Steckdose, dann lässt sich der Laptop nicht auf den Beamer umstellen, weil dieser völlig überhitzt ist, so dass der Unterricht erst 15 Minuten später beginnen kann. Ich mag Technik, aber für solche Basteleien ist mir meine Unetrrichtszeit zu kostbar. Laptop/Beamer bzw. ein Smartboard muss schneller einsatzfähig sein als das Aufklappen und Wischen einer Tafel dauert. Aber bisher ist ein OHP schneller aufgestellt und angeschaltet, da lohnt sich eine Umstellung kaum.

  15. Tom

    Sehr schöner Artikel! Ich arbeite mich gerade in moodle ein, um es im kommenden Schuljahr an meiner neuen Schule einzusetzen, habe aber meinen anfänglichen Enthusiasmus auch schon gedämpft. Gerade die Frage dem Mehrwert / Nährwert der zusätzlichen Arbeit sollte nie aus den Augen verloren werden. Allerdings scheinen mir Übungen wie dieser Lückentext zu prepositions…

    http://www.englishlearner.com/online/grint6.html

    …doch Vorteile gegenüber normalen Arbeitsblättern zu haben, die auch für Schüler auf breiter Basis nachvollziehbar bzw. direkt erlebbar sind. Als besonders sinnvoller Vorteil erscheint mir der „Hint“-Knopf, der die gsuchten Begriffe Buchstabe für Buchstabe aufdeckt.

    Wesentlich interessanter finde ich moodle und die darin bearbeitbaren activities allerdings für den Bereich der Leistungsüberprüfung. Gerade für kurze Tests, in denen nur Wissen abgefragt weren soll, ohne dass auch die Textproduktion geprüft wird, scheint das System viel Potential zu bieten. Immerhin lässt sich hier die Auswertung der erbrachten Leistungen komplett automatisch abwickeln. Das bedarf natürlich eines komplett vorformulierten Erwartungshorizontes, inklusive fixer Regeln für die Bepunktung, Gewichtung einzelner Aufgaben etc. Hat damit evtl. schon jemand der werten Schreibenden / Mitlesenden Erfahrungen gemacht?

  16. Oliver

    Eine sehr zutreffende Analyse.

    Besonders die Smart-Board-/Clever-Board-Euphorie birgt nocht weitere Gefahren.

    Ich muss gestehen, dass ich von manchen Möglichkeiten begeistert bin, aber wenn das E-Board meine Tafel ganz ersetzen soll, bricht mein Unterrichtsrahmen zusammen. Ich habe im linken Tafelquadrat immer den Stundenverlauf (und andere wichtige Dinge), im rechten Quadrat sammeln sich Vokabeln. Diese Inhalte bekomme ich nicht auf ein Smart-Board. Am Clever-Board hab ich noch knapp Platz für die Vokabelliste. Aber die mühsam erarbeitete Transparenz des U-Verlaufs müsste auch da in ein ab und zu einzublendendes Fenster verschwinden.

    Aber der Hauptgrund, warum ich mich weigern werde, mit E-Boards zu arbeiten, ist, dass die ökologische Bilanz sehr ungünstig ausfallen muss (ich hab dafür natürlich keine Zahlen). Eine existierende Tafel, für die nur etwas Wasser und Kreide gebraucht wird, durch stromfressende High-Tech-Elektronik zu ersetzen, ist eine unglaubliche Ressourcenverschwendung, auch wenn es minimale didaktische Verbesserungen erlauben mag.

    Und wie unterrichte ich, wenn der Etat für die Beamer-Birne meines Smart-Boards mitten im Schuljahr leer ist, und ich keine neue Birne bekomme? In einem unserer Informatikräume wurde so schnell der Flipchartpapiervorrat der Schulleitung aufgebraucht, dann wurde auf Kopierfolien geschrieben…

    Jochen hat recht, vorsicht vor der MMI!!!

  17. rip

    Gratuliere zu dieser sachlichen und zutreffenden Analyse, im typischen Jochen-No-Nonsense-Approach (JNNA).
    Das klingt jetzt vielleicht ironisch, ist aber ernst gemeint.

  18. Philipp

    Ich stimme dir völlig zu. Ein noch größeres Problem ist, dass Arbeitsblätter immer und überall funktionieren, während moderne Medien irre anfällig sind. Ich habbe mich schon oft über nicht richtig funktionierende Geräter geärgert, die meine Unterrichtsplanung zerstörthaben. Außerdem, wie viele Computer und Drucker von Schülern gehen immer just am Tag bevor sie ein wichtiges Referat halten müssen kaputt…

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