Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium / Tango & Tanzfeste

Save Ye Copies

Lehrer-Perspektive: Hast du an der Schule auch ein begrenztes Kontingent an Kopien? Und ist dieses Kontingent bei dir auch immer Ende Mai schon erschöpft und du bezahlst die restlichen Kopien aus eigener Tasche? Falls ja, wird es Zeit darüber nachzudenken, wie du Kopien sparen kannst.

Eltern-Perspektive: Nervt es dich auch erheblich, dass du bzw. deine Kinder ständig Kopiergeld zahlen sollen, wo sich doch mit etwas gesundem Menschenverstand die Zahl der Kopien erheblich reduzieren ließe? Zweifelst du manchmal am Verstand einiger Lehrer, wenn z.B. bei einer Schulaufgabe in DREI Zeilen die Aufgabe steht und das restliche DIN A4 Blatt lediglich aus Schreibzeilen besteht?

Ganz allgemein sollten wir schon aus Gründen des Umweltschutzes Kopien sparen. Leider wird gerade von Referendaren häufig verlangt möglichst viele Arbeitsblätter zu produzieren, die gelten dann als Nachweis eines gut vorbereiteten Unterrichts. Heraus kommen dann häufig Blätter, auf denen gerade mal 2-3 Fragen stehen, der Rest sind Schreibzeilen bzw. leere Kästchen, in die die Schüler reinschreiben sollen. Genauso gut könnte man die Fragen kurz diktieren (bzw. mit Folie projezieren) und die Schüler schreiben in ihr Heft bzw. auf Loseblätter.

DIN A3

Als erstes kopierst du natürlich falls immer möglich auf DIN A3 und zerschneidest nachher in zwei DIN A4 Seiten. Das senkt die Zahl der Kopien schon mal um fast 50%, spart aber natürlich noch überhaupt kein Papier.

DIN A5

Als zweites versuchst du so oft wie möglich dich auf DIN A4 Querformat (= 2 Spalten jeweils DIN A5) zu beschränken. In Word 2003 geht das folgendermaßen: Format | Seite einrichten | Querformat. Danach: Format | Spalten: 2, Abstand zwischen den Spalten 2 cm, damit man noch problemlos schneiden kann. Mit wenigen Leerzeilen und einer kleineren Schrift passt schon eine ganze Menge Text drauf.

Keine Schreibzeilen

Viele Arbeitsblätter bestehen in erster Linie aus Schreibzeilen. Wenn auf der Angabe lediglich die Aufgaben bzw. Fragen stehen und die Schüler ausschließlich auf DIN A4 (bzw. m.E. weniger gut A5) Schreibpapier schreiben, spart man sich sehr viele Kopien. Es soll Kollegen geben, die mit dem PC ein ganzes Blatt Schreibzeilen produzieren und das dann anschließend kopieren.

Tilde statt Lücken

Meine Schüler schreiben z.B. beim Wortschatz bzw. Grammatik-Teil grundsätzlich nicht in Lücken, die ich auf der Angabe frei gelassen habe, sondern auf DIN A4 Schreibpapier. In der Angabe verwende ich lediglich die Tilde ~ (AltGr und die + Taste, rechts neben dem Ü). Auf diese Art brauche ich auch für Schulaufgaben meistens nur eine Seite Angabe während andere Kollegen/innen bis zu drei Seiten benötigen. Hier ein Beispiel für den Wortschatzteil:

1. narrow-minded n~ – ~ : unwilling to accept or understand new or different ideas, opinions, or customs
2. a zealous politician ein fanatischer (z~) Politiker
3. outgoing o~g: liking to meet and talk to new people
4. self-conscious s~-~ : worried and embarrassed about what you look like or what other people think of you
5. a generous offer ein großzügiges (g~) Angebot
6. an imaginative child ein phantasievolles (i~) Kind

Die kursiv formatierte Musterlösung ist „ausgeblendet“ formatiert und auf der Schülerangabe natürlich nicht sichtbar.

Die Fummelei mit den Lücken braucht beim Erstellen einer Stegreifaufgabe bzw. Schulaufgabe ziemlich viel Zeit, weil man ja immer antizipieren muss, wie groß die Lücke sein muss, damit auch noch Maxl Huber mit seiner Riesenschrift die Lösung reinschreiben kann. Kaum macht man irgendwo oben in der Aufgabe eine Lücke größer oder kleiner, bricht weiter unten das Layout wieder zusammen. Also heißt es wieder rumfummeln. Besonders unübersichtlich wird es, wenn der Schüler seine erste Lösung durchstreicht und die nächste drüberquetscht, bzw. – wenn dort kein Platz mehr ist – irgendwo auf der Rückseite platziert. Bei meinem Verfahren schreibt er die nächste Version einfach daneben. Auch bei der Korrektur geht es schneller, weil ich die Lösungen einfach „von oben nach unten“ (die Schüler müssen die Reihenfolge einhalten) durchgehen kann.

Nummern statt Lücken

Falls es sich nicht um nummerierte Einzelsätze, sondern um einen durchgehenden Text handelt, nummeriere ich die Lücken und die Schüler schreiben die entsprechende Nummer mit der Lösung auf ihr Schreibpapier.

Seitenränder reduzieren

Nur links muss bei Blättern, die gelocht werden sollen, ein Rand von mindestens 2,5 cm bleiben. Oben, unten und rechts kann der Rand normalerweise auf 1,5 cm verkleinert werden.

Schriftgröße reduzieren

11 pt ist kein Problem, 10pt geht für Fließtext gerade noch, für Erläuterungen bzw. Annotationen reichen 9pt. Sehr praktisch ist in Word der Shortcut Strg+8 für das Verkleinern und Strg+9 für das Vergrößern der Schrift. Auf diese Art bleiben die Proportionen von Überschrift und Text erhalten.

Keine Zeilenschaltungen

Statt z.B. nach Zwischenüberschriften mit Return eine ganze Leerzeile einzufügen, Format | Absatz | Abstand Vor: bzw. Nach: 6 pt verwenden und nur eine halbe Zeile einfügen.

Arbeitsblätter wiederverwenden

Arbeitsblätter, die nicht mit Stift bearbeitet werden müssen, einsammeln und wieder verwenden. Unter Umständen solche Handouts durch entsprechenden Aufdruck (z.B. Do not write on this paper in der Fußzeile), entsprechende Grafik/Clipart oder farbiges Papier kenntlich machen, damit die Schüler gleich wissen, dass die Blätter wieder abzugeben sind. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass garantiert jeder Schüler ein Handout bekommt und nicht die Hälfte ihres zu Hause vergessen hat.

Folien

Braucht wirklich jeder Schüler den Cartoon bzw. den Songtext vor sich auf Papier? In vielen Fällen reicht eine Folie, die Dokumentenkamera bzw. der Beamer. Dabei darauf achten die Schrift mit mindestens 14 pt (besser: 16 pt) zu formatieren.

Übungen per Mail

Ich schicke meinen Schülern mitunter Arbeitsblätter per Mail. Die Schüler bearbeiten das Arbeitsblatt, drucken lediglich die Lösung aus und bringen diese in die Schule mit, wo sie dann besprochen wird. Alternativ schicken die Schüler ihr bearbeitetes Arbeitsblatt wiederum per E-Mail zurück und der Lehrer korrigiert es bzw. markiert Fehler und schickt es zur Überarbeitung wieder zurück.

Texte per E-Mail

Soll ein Text (z.B. aus dem Internet) nur für background knowledge gelesen werden, ohne dass in der nächsten Stunde intensiv mit dem Text gearbeitet wird? Dann bekommen meine Schüler diesen Text per Mail oder als HW Link.

Anspielung in der Überschrift …

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  1. Max

    >Übungen per E-Mail

    Damit nicht ich, sondern die Schüler sich um das Funktionieren des Mail-Kontos kümmern müssen, und im Fall einer Störung die Übung selbst abholen können, verwende ich statt E-Mail ein MOODLE.

    http://www.moodle.de/

  2. > Da fiele mir bei einer Schulaufgabe / Ex spontan nur ein Punktabzug ein.

    Genau 😉

    > den dürfte man gegen Eltern und Schulleitung nur schwer durchsetzen können…

    Bislang hatte ich noch keine Beschwerden.

  3. Peter

    > Die Schüler müssen die Reihenfolge einhalten

    Und wie werden die Schüler dazu gewzungen? Ich trau mir wetten, dass die Arbeitsanweisung „Haltet die Reihenfolge ein“ gerade in Unter- und Mittelstufe dem Großteil der Schüler herzlich egal sein dürfte, solange eine Zuwiderhandlung nicht zu irgendwelchen „Gegenmaßnahmen“ führt…. Da fiele mir bei einer Schulaufgabe / Ex spontan nur ein Punktabzug ein. Aber einen solchen, der nur erfolgt, weil die eigentlich richtige Lösung am falschen Platz steht, den dürfte man gegen Eltern und Schulleitung nur schwer durchsetzen können…

  4. zu ergänzen wäre noch (kommt das bei den computertipps?), dass man zwei seiten arbeitsblatt schon zu hause auf eine dina4 seite drucken kann. das spart wiederum zeit am kopierer, da man nicht verkleinern muss.

    und, jedenfalls frage ich das „meine referendare“ meist am anfang: wofür haben die schüler heute eigentlich das buch mitgebracht? 😉

  5. Peter

    Anmerkung zu Kopiren auf DIN A 3:
    Es ist sicherlich richtig, dass rein rechnerisch die Zahl der Kopien sinkt. Fraglich ist allerdings, ob sich daraus tatsächlich ein Spareffekt ergibt, wenn DIN A 3 Papier doppelt soviel kostet und beim Druck auch doppelt so viel Toner verbraucht wird.
    Ansonsten: Glückwunsch zum Englisch – Blog.
    Peter

    • > Fraglich ist allerdings, ob sich daraus tatsächlich ein Spareffekt ergibt,

      Stimmt. Dieser Tipp bezieht sich lediglich auf die Schulen, bei denen es (wie bei meiner) ausschließlich um die ZAHL der Kopien geht. Wir hatten bis vor kurzem ein bestimmtes Kontingent und alles was drüber ging, musste man selber bezahlen.

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