Klausuren

Das Korrigieren von Klau­suren / Schulaufgaben bzw. (in Bayern neuerdings) “Großen Leistungsnachweisen” (GLN) ist wohl die zeitaufwendigste und gleichzeitig die subjektiv sinnloseste Arbeit eines Lehrers. Nach wenigen Berufsjahren verabschieden sich die meisten Lehrer von der Illusion, dass Schüler sich ihre Arbeiten sorgfältig anschauen um aus ihren Fehlern zu lernen. Aus­führliche Kommentare, positive Ver­besserungen etc. werden meistens ignoriert, ein Lernfortschritt ist häufig nicht feststellbar. Gleichzeitig steigt der Korrekturaufwand durch immer mehr bzw. größere Klassen permanent an. Höchste Zeit also sich zu überlegen wo man Zeit sparen kann, ohne deshalb gleich zu schlampen und zu schludern.

Im Folgenden beschreibe ich Tipps und Tricks, die ich in rund zwanzig Berufsjahren ent­wickelt und erprobt habe. Viele Tipps beziehen sich in erster Linie auf die Oberstufe (meinen Arbeitsschwerpunkt), andere sind allgemein gültig. Meine Verfahren orientieren sich natürlich an den in Bayern üblichen Vorgaben für Klausuren und lassen sich u.U. nicht oder nur eingeschränkt auf andere Bundesländer übertragen. Tipps zu “kleinen” schriftlichen Leistungsnachweisen (“Stegreifaufgaben” bzw. “Extemporalien”) findest du hier.

Meine Tipps unterteilen sich in all die Sachen, die man beim Konzipieren von Arbeiten berücksichtigen sollte und alle zeitsparenden Maßnah­men während der Korrektur.

Über das Korrigieren der englisch-deutschen Translation habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

Konzipieren

Möglichst „zeitlose“ Texte

Eine nicht unerhebliche Zahl von Kollegen stellt an sich selbst offensicht­lich den Anspruch in ihrem Unterricht vor allem in Bezug auf Politik stets auf der Höhe der Zeit und damit „top-aktuell“ zu sein. Obwohl man sich vor Augen halten sollte, dass man einen Grund- bzw. Leistungskurs Englisch und nicht einen gk (Tages-)Politik unterrichtet, ist gegen diese Haltung grund­sätzlich nichts zu sagen, so lange sie sich auf den Unterricht und begleitende Materialien wie Cartoons, aktuelle Texte etc. bezieht.

Ausgesprochen arbeitsaufwendig wird es jedoch, wenn dieser Anspruch auch für Schul­aufgaben gelten soll. Ich kenne Kollegen, die jedes halbwegs bedeutende (tages-)aktuelle Ereignis (wie z.B. Irak-Krieg, Schwarzenegger-Wahl, BBC-Krise, Vorwahlen in Amerika) in Schulaufgaben „verbraten“. Dieses Verfahren ist mit einem Haufen Arbeit ver­bunden. Es muss (meistens im Internet) recher­chiert werden, Texte müssen auf ihre Eig­nung hin geprüft, bearbeitet und ggf. gekürzt werden. Fragen müssen entworfen und ein entsprechender Erwartungs­horizont muss formuliert werden. Mit einem Text ist es norma­lerweise nicht getan, weil man sich ja auf Nachschreiber einstellen muss, so dass sich das Ganze wiederholt. All diese Themen sind jedoch von so begrenzter „Haltbarkeit“, dass man sie bereits nach zwei Jahren (wenn man z.B. wieder einen Grundkurs hat) nicht mehr ver­wenden kann. Dann geht die ganze Arbeit wieder von vorne los …

Ich verfolge bei Schulaufgaben eine völlig andere Strategie. Ich verwende beim ersten Mal falls nötig viel Zeit darauf zwei möglichst „zeitlose“ Texte zu finden, die ich auch noch in ein paar Jahren verwenden kann. Im Lauf der Jahre „tune“ ich meine Schulaufgaben immer wieder, indem ich während der Korrektur bereits Verbesserungen für das nächste Mal eintrage. Aufgrund der Tatsache, dass ich vergleichbare Arbeiten bereits korrigiert habe, tue ich mich natürlich auch bei der Korrektur wesentlich leichter. Ich kann nicht erkennen, warum jemand ein besserer Lehrer sein soll, nur weil er sich stän­dig einen Haufen Arbeit macht, die sowieso von niemand honoriert wird. Das soll nun natürlich nicht bedeuten, dass man jahrelang irgendwelche „ollen Kamellen“ durchnudelt und z.B. einen Text über Richard Nixon vorlegt. Es gilt Texte zu finden, die grundsätzliche Aspekte z.B. des amerikanischen Präsidenten behandeln ohne sich zu sehr in (zeitgebunde­nen) Details zu verlieren. Wie so oft, muss man am Anfang Zeit und Energie in­vestieren um langfristig eine Menge Zeit und Arbeit zu sparen.

Falls du einen Text für eine Schulaufgabe suchst, solltest du zunächst in bewährten Ober­stufen-Büchern nachschauen. Die Texte sind bereits wort­schatzmäßig und didaktisch auf­bereitet, man hat bereits sinnvolle Fragen und (mit dem dazugehörigen Lehrerhandbuch) auch schon eine Musterlösung. Auf diese Art kann man sehr viel Arbeit sparen.

Eine Fundgrube für Texte sind mitunter auch ältere Ausgaben wie z.B. „Britian and America – Images and Perspectives“ (Cornelsen), „Skyline“ bzw. „Top Line“ (Klett). In jedem Fall solltest du mal in die Lehrmittelbücherei deiner Schule gehen und nachschauen, was dort an verstaubten Büchern rumliegt.

Genügend Punkte

Je weniger Punkte es insgesamt gibt, desto enger rücken alle Schüler zusammen und bei umso mehr Schülern fehlt nur ein oder ein halber Punkt zur nächstbesseren Note. Ent­sprechende Fragen bzw. Proteste sind somit vorprogrammiert. Aus diesem Grund achte ich auf eine ausreichend hohe Gesamtpunktzahl: Bei Schulaufgaben in Klasse 5-11 mindestens 60 und bei Kollegpunkten mindes­tens 80 BE (= BewertungsEinheiten /Punkte).

Präzise Vorgaben

Wenn es darum geht Gründe, Stilmittel o.Ä. aufzuzählen, achte ich darauf präzise Vor­gaben zu machen. Also nicht „Which stylistic devices does the author use?“. Erstens weiß der Schüler bei solchen vagen Aufgaben nicht, was er genau machen soll (nur die Fachbegriffe nennen, Wirkung beschreiben, Beispiele nennen?), zweitens tut man sich bei der Korrektur schwer, wenn der eine zwei Stilmittel und der nächste fünf beschreibt. Stattdessen: „Give three relevant stylistic devices and illustrate them with two examples each.” Durch die Einschränkung „relevant” müssen die Schüler zeigen, dass sie Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können (= Kriterium für Inhaltspunk­te), „three“ bzw. „two“ garantiert, dass nachher alle ungefähr gleich viel haben und ich besser vergleichen bzw. bewerten kann. Falls sich jemand nicht an die Vorgaben hält, gibt es entsprechenden Abzug im Inhalts-Bereich.

Anzahl der Wörter vorgeben

Bei mir heißt es immer „Write about 150 words“ und nicht „Write about ten sentences“. Das Wort „about“ ist dabei so zu ver­stehen, dass der Schüler sich eine typische Zeile nehmen soll, und diese Zeile mit der Anzahl seiner bereits geschriebenen Zeilen multi­plizieren soll. Auf genau die selbe Art kann ich auch ziemlich schnell die ungefähre Wortzahl überprüfen, während das Zählen von Sätzen wesentlich länger dauert. Hinzu­kommt, dass viele Schüler bei vorgegebener Satzzahl anfangen Sätze zu „schinden“, indem sie aus einem normalen Hauptsatz mit Nebensatz zwei (stilistisch schlechte) Hauptsätze machen.

Falls ein Schüler mehr als die vorgegebene Wortzahl schreibt, macht das normalerweise überhaupt nichts, solange es halbwegs im Rahmen bleibt und er nicht anfängt zu schwafeln. Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum eine ganze Reihe von Lehrer immer gleich Punkte abziehen, nur weil ein Schüler 10 Wörter mehr als erlaubt geschrieben hat. Völlig unsinnig finde ich deshalb auch Anweisungen wie „Count your words exactly“.

5/5 Punkte-Schema

Bei Schulaufgaben in der Oberstufe halte ich mich immer an das 5/5 Punkte-Schema, wie es auch im (bayerischen) Abitur angewendet wird. Danach gibt es für Inhalt und Sprache jeweils maximal 5 Punkte (Ausnahme beim Composition 4/6). Für einfache Fra­gen gibt es insgesamt 10 Punkte bzw. „Bewertungseinheiten“ (BE), für „normale“ Fragen 20 BE (5/5 x 2) und für schwierige (Interpretations-)Fragen 30 BE (5/5 x 3). Dadurch, dass ich immer im selben „Schema“ korrigiere bzw. „bepunkte“, fällt es mir relativ leicht mich zu entscheiden, ob ich jetzt 3,5 oder doch lieber 4 BE vergebe. Wenn ich (wie viele Kollegen) mit ständig wechselnden Punkteschemata arbeiten müsste (auf die eine Aufgabe gibt es max. 8 Punkte, auf die nächste 14, auf die dritte gleich 20 usw.), müsste ich mich immer wieder auf neue Zahlen einrichten und immer wieder neu ein „Gefühl“ für den Unterschied zwischen z.B. 7 und 8 Punkten bekommen.

Nur eine Gruppe

Ich entwerfe für Schulaufgaben grundsätzlich nur eine Version, dadurch tue ich mich bei der Korrektur leichter und habe auch keine Probleme mit Protesten, dass die Aufgaben der anderen Gruppe viiiiel leichter gewesen seien. Durch meine Sichtblenden ist Vom-Nachbarn-Spicken sowieso unmöglich. Gerade bei der ersten Arbeit falls nötig frühzeitig ein markantes Signal geben und bei exzessiven Quatschen die Arbeit abnehmen, dann hält sich das Gemurmel im Normalfall bei weiteren Tests in akzeptablen Grenzen.

Musterlösung

Grundsätzlich erstelle ich gleich beim Entwerfen von Schulaufga­ben eine Musterlösung. Dies kostet zunächst einmal natürlich Zeit, die ich beim Korrigie­ren aber doppelt und dreifach wieder einspare. Die Musterlösung sollte inhaltlich und sprachlich ungefähr dem entsprechen, was man sich von einem guten Schüler erwartet, d.h. es sollte keine überzogene „Lehrer-Lösung“ sein (mit der die Schüler eh’ nichts an­fangen können). Indem ich mich selber in die Schüler hineinver­setze, erkenne ich noch am ehesten, ob meine Fragen präzise genug und von Schwierig­keit und Umfang her ange­messen sind. Als Faust­regel gilt, dass die Schüler für alles mindestens immer ein Drittel länger brauchen, als man ursprünglich ange­nommen hat, also lasse ich im Zweifelsfall lieber eine Frage/Aufgabe weg, wenn ich schon bei der Erstellung das dumpfe Gefühl habe, dass es mit der Zeit knapp werden könnte.

O. Heinz hat mir dazu geschrieben: „Statt bei der Rückgabe viel Zeit mit der „Besprechung“ der Schulaufgabe zu verschwenden (bei der meistens eh niemand zuhört), teile ich eine ausführliche schriftliche Musterlösung aus. Damit erreiche ich maximale Transparenz so­wohl bei den Schülern als auch bei ihren Eltern.“

In Bezug auf Transparenz scheint mir das auch die optimale Lösung zu sein. Ein gravierender Nachteil ist jedoch, dass eine schriftliche Musterlösung kursiert und man die selbe Arbeit auf keinen Fall im nächsten Schuljahr wieder schrei­ben kann (was ansonsten meistens problemlos möglich ist). Selbst nach zwei Jahren kann es vorkommen, dass sich clevere Schüler die Musterlösung von irgendwoher besorgt ha­ben. Insgesamt führt dieses Verfahren also zu deutlich erhöhtem Arbeits­aufwand.

Ausgeblendete Musterlösung

Die Musterlösung zu allen Fragen und Aufgaben integriere ich als „ausgeblendeten“ Text direkt in die Arbeit. Ich arbeite also immer nur mit EINER Datei. Dieses Verfahren hat ganz erhebliche Vorteile. Näheres dazu hier.

Korrigieren

Fitness

Ich korrigiere grundsätzlich nur in fittem Zustand. In erschöpften Zustand spät abends „nur mal drübergehen“ um am nächsten Tag nochmal alles „sorgfältig“ durch­zugehen, vergeudet nach meiner Erfahrung Zeit und Kraft.

Überblick verschaffen

Bevor ich mich in die Arbeit stürze, überprüfe ich erstmal, ob meine guten bzw. besten Schüler die jeweilige Aufgabe halbwegs richtig bearbeitet haben. Manchmal passiert es trotz guter Vorbereitung und präziser Aufgabenstellung, dass eine Aufgabe selbst von den besten vermurkst wird. Falls meine Gewissensprüfung ergibt, dass z.B. die Aufga­benstellung doch nicht klar genug war, reduziere ich meine Erwartungen von vorneherein.

Nur ein Durchgang

Zeitlich plane ich so, dass ich eine Aufgabe in einem Durchgang (mit maximal zwei kurzen Pausen) durch­kriege. Dadurch ist gewährleistet, dass ich auch bei großen Klassen beim Schüler Zwicklbauer noch weiß, wie ich bei Adam bewertet habe. Erfahrungs­gemäß ist man am Anfang noch relativ großzügig und locker, wird dann aber häufig im Laufe der Korrektur immer genervter und strenger. Wenn die Schüler Adam und Zwicklbauer dann zufällig nebeneinander sitzen und ihre Arbeiten vergleichen, kann es dann zu erhebli­chen Diskrepanzen und (berechtigten) Protesten kommen.

Entscheidungsfreudigkeit

Ich schreibe nie etwas mit Bleistift auf die Arbeit (was ich später wieder mühsam weg­radieren müsste) und notiere auch nichts auf Extrablättern. Ich entscheide mich sofort (im Zweifelsfall wie immer zugunsten des Schülers) und merke mir diese Entscheidung(en) bis ich (mit dieser Aufgabe) beim letzten Schüler ange­kommen bin.

Doppel-Moppeln

Gehörst du auch zu den Leuten, die bei Korrekturen erst den eigentli­chen Fehler mar­kieren und zusätzlich am Rand noch mal ein entsprechendes Symbol (für halben bzw. ganzen Fehler) anbringen? Wozu diese Verdoppelung? Weil du es im Referendariat so gelernt hast? Man lernt im Referendariat ja eine Menge, nur leider fast nie, wie man ÖKONOMISCH arbeitet. Es geht auch anders.

Fehlerbezeichnungen am Rand

Ebenso unökonomisch finde ich es (wie bei Deutschlehrern üblich) den Rand mit Fehler­bezeichnungen (wie A, Gr, Sz usw.) voll­zupflastern. Wenn ich ein falsches Wort unter­streiche bzw. durchstreiche und das richtige Wort drüberschreibe, erkennt wohl jeder Depp, dass das Wort falsch war. Wozu soll ich dann zusätzlich noch mal in den Rand ein W schreiben? Wenn ich nicht positiv korrigiere, also das richtige Wort nicht drüberschrei­be, kommt ein kleines w (für Wort­fehler) als zusätzliche Information rechts an meine Unterstreichung (für entsprechende Abkürzungen siehe mein Handout Marking). Die zusätzliche Randschreiberei ist m.E. nur gerechtfertigt, wenn ich durch reines Fehler­zählen z.B. einen Fehlerquotienten bilden muss, mit dem dann irgendwie weitergerech­net wird. Bei uns (in Bayern) werden die Sprachpunkte nicht aufgrund von Fehlerquo­tienten errechnet, also kann ich mir diese zusätzliche Arbeit sparen. Abgesehen davon machen diese Abkürzungen die Arbeit noch „roter“ und damit für den Schüler (noch) ab­schreckend(er).

Ökonomisch korrigieren

Gehörst du auch zu den Idealisten, die unverdrossen hoffen bzw. erwarten, dass ihre Schüler aus Fehlern in Stegreifaufgaben bzw. Schulaufgaben wirklich etwas lernen wollen? Dann heißt es ständig „positiv“ korrigieren, d.h. nicht nur Fehler zu markieren, sondern auch die jeweils richtige bzw. bessere Lösung hinzuschreiben. Konsequent ange­wendet führt das oft zu der absurden Situation, dass der Lehrer genau so viel oder sogar noch mehr schreibt als der Schüler. Der Schüler schreibt zwei bis drei minimalistische Sätzchen und der Lehrer kommentiert und verbessert in ganzen Sätzen: „You should have mentioned that … You have forgotten that … Also your syntax is …“

Ich habe mich von diesem arbeitsintensivem Ideal schon längst verabschiedet. Ich ent­scheide immer, welche Art von Korrektur in der jeweiligen Situa­tion die ökonomischte ist. Bevor ich erst ein Wort mit Lineal unterstreiche und ein sp (für spelling / Recht­schreibfehler) hinschreibe, streiche ich natürlich besser gleich den falschen Buchstaben durch und schreibe den richtigen drüber; d.h. falls es nicht allzu aufwendig ist, korrigie­re ich „positiv“. Falls es sich aber z.B. um einen völlig vermurks­ten Satz handelt, mar­kiere und kategorisiere ich lediglich (z.B. mit syn und awk), schrei­be aber nicht den verbesserten Satz hin. Falls ein Schüler ausnahmsweise doch mal wissen möchte, wie es besser hätte heißen sollen, kann er natürlich jederzeit zu mir kommen und bekommt dann auch eine Musterlösung. Falls inhaltlich etwas fehlt, gebe ich das lediglich stichwortartig an; wofür die entsprechenden Stichwörter stehen, wird dann wiederum bei der Besprechung genau erläutert.

Aus diesem Grund bin ich auch nicht verärgert bzw. zutiefst deprimiert, wenn mir ein Schüler, nachdem er kurz einen Blick auf die Arbeit geworfen hat, sie mir sofort wieder zurück gibt. Im Gegenteil denke ich mir: „Immerhin schon mal eine Arbeit, der ich nicht eine Woche lang hinterherlaufen muss.“ Besonders unökonomisch finde ich dieses positi­ve Korrigieren bei Stegreif­aufgaben, wo ich bei der Rückgabe bzw. Besprechung ja sowieso genau sage, was wie hätte heißen müssen. Wozu wieder doppelt moppeln? Man­che Kollegen „trippeln“ sogar bei Korrekturen: das falsche Wort unterstreichen, das richtige drüberschreiben und an den Rand noch zusätzlich w, voc oder etwas ähnliches, sozusagen „korrektiver Overkill“.

Fehlercodes

Statt lange vollständige Sätze zu schreiben, schreibe ich lediglich die Fehlercodes mei­nes Handouts Questions on the Text. In einem Artikel habe ich die Vorteile dieser Methode beschrieben.

Rand-Kommentare

Sparsam gehe ich auch mit kritischen bzw. „ermutigenden“ (Rand )Kommentaren um. Manche Kollegen kommentieren fast jede zweite Aufgabe mit Sachen wie „You have grasped the main aspects of the text but …“ oder „On the whole your command of English is quite good but …“. So etwas kostet enorm viel Zeit und hat m.E. nur eine geringe Wirkung.

Schlechte bzw. unleserliche Schrift

Viele Kollegen jammern ständig über unleser­liches Gekrakel, scheuen aber davor zurück konsequent Punkte abzuziehen. Der Schüler sieht deshalb keine Notwendigkeit seine Bequemlichkeit aufzugeben. Wenn ich etwas nach dem zweiten Versuch nicht ent­ziffern kann, ziehe ich konsequent Punkte ab. Vor der ersten Arbeit erläutere ich, dass unleserliches Geschmotzel hinsichtlich der Kommunikation zu leisem bzw. undeutlichem Sprechen entspricht und „Verständigung“ be- bzw. sogar verhindern kann.

Belegen

Alle Behauptungen, Interpretationen etc. müssen bei mir explizit mit Zeilennummern am Text belegt werden. Dadurch erkenne ich sofort, ob jemand den Text verstanden hat und sich zumindest auf die richtige(n) Passage(n) bezieht, auch wenn seine Antwort ansonsten sprachlich weitgehend unver­ständlich ist. Näheres dazu hier.

„In the given order“

Falls eine Frage/Aufgabe aus mehreren Teilen besteht, müssen diese der Reihe nach be­antwortet werden. Es kostet Zeit, wenn eine Antwort ständig hin- und herspringt und man sich die einzelnen Bestandteile zusammensuchen muss. Ebenso gibt es klare Regeln für Ergänzungen, die sicherstellen, dass ich diese eindeutig zuordnen kann.

Absätze

Es beschleunigt die Korrektur erheblich, wenn Schüler gelernt haben Absätze zu machen und die erste Zeile einzurücken. Ich bekomme oft einen Schreikrampf, wenn ich als Zweitkorrektor einen Composition korrigieren soll, der aus einem einzigen Text­block besteht. Man vergeudet viel Zeit damit, überhaupt erstmal herauszufinden, ob denn z.B. nun die Einleitung (falls es überhaupt eine gibt) aufhört und der Hauptteil anfängt.

Computer

Bei Korrekturen von Stegreifaufgaben bzw. Schulaufgaben arbeite ich immer mit dem PC. Falls dein Computer ganz woanders steht, solltest du dir überlegen dir ein ge­brauchtes Notebook zu kaufen. Für Tabellen­kalkulation bzw. Textverarbeitung muss es nicht das neueste Super-Modell sein, es genügt ein älteres und damit deutlich billigeres Gerät.

Während der Korrektur habe ich vier Programme geöffnet: Excel mit der entsprechenden Noten-Tabelle, Word mit Angabe, Musterlösung und ggf. Common Mistakes, das “Große Oxford Wörterbuch” und das LDOCE.

Noten-Tabellen

Mit meinen Tabellen spare ich sehr viel Zeit, vermeide lästige Additionsfehler und die damit verbundenen nervigen Diskussionen. Alle Punkte-Eingaben erfolgen ausschließlich in der Tabelle, nicht auf der Schülerarbeit, d.h. es gibt bei Änderungen kein Radieren bzw. Tipp-Exen. Ganz am Ende wird die ganze Tabelle auf DIN A4 Etiketten ausgedruckt, der entsprechende Schüler-Streifen wird ausgeschnitten, auf die Arbeit geklebt und abgezeichnet.

Grenzfälle

Wenn einem Schüler nur wenige Punkte zur besseren Note fehlen, wird mir das in der Tabelle für die 5.-11. Klasse als + angezeigt. Dadurch sehe ich auf einen Blick, welche Arbeiten ich mir noch­mal genauer anschauen muss. Bei mir bekommt kein Schüler wegen einem oder sogar nur einem halben Punkt knapp die schlechtere Note.

Aktualisieren

Falls ich während der Korrektur feststelle, dass eine Aufgabenstellung z.B. unklar war, wird dies sofort in der entsprechenden Word-Datei korrigiert, schließ­lich werde ich ja diese Schulaufgabe wahrscheinlich nochmal halten. Außerdem ergänze bzw. überarbeite ich, falls nötig, die Musterlösung, damit ich mich beim nächsten Mal noch ein bisschen leichter tue.

Common Mistakes

Falls ich häufige Fehler für eine entsprechende Folie sammele, werden die natürlich auch gleich notiert. Bei diesen Folien arbeite ich mit dem Aufdeck­verfahren. Erst kommt der falsche Satz und die Schüler müssen herausfinden, was alles falsch ist. Ihre Analyse muss mit den entsprechenden Regeln meiner Handouts (vor allem Questions on the Text) begründet werden. Danach wird die nächste Zeile aufgedeckt und die Schüler sollen einen richtigen Satz formulieren. Als letztes wird dann die Musterlösung aufgedeckt und ggf. mit der Schüler-Lösung verglichen. Für Folien nehme ich mindestens eine Schrift­größe von 14 pt (besser 16 pt), damit man sie auch noch aus größerer Entfernung lesen kann.

Lexika

Die CDs des LDOCE bzw. OALD sind eine große Hilfe bei der Korrek­tur. Der Schreibtisch wird nicht mehr durch das große Lexikon belegt und der Zugriff auf Wörter ist viel schneller als wenn man erst blättern muss. Bei der Installation solltest du bei beiden Programmen die Option Full Installation wählen, dann brauchst du nicht jedes Mal die CD einzulegen.

Falls du keine der o.a. genannten CDs aber eine Internet-Flatrate hast, kannst du die Online-Versionen des LDOCE, OALD bzw. CALD benutzen.

Das “Große Oxford Wörterbuch” reicht m.E. für die Schule (selbst für den LK) völlig aus. Alternativ kannst du LEO oder dict.cc verwenden. Die Quali­tät der Übersetzungen ist jedoch natürlich deutlich schlechter.

Translation

Die englisch-deutsche Übersetzung (im bayerischen Abitur) ist nach meiner Erfahrung mit Abstand der arbeitsaufwändigste Teil des Abiturs. Man bekommt zahllose Varianten für ein und denselben Satz und fängt nach der fünften Arbeit an am eigenen Sprachge­fühl zu zweifeln. Ich kenne zwei Methoden um sich die Korrektur der Translation etwas zu erleichtern.

Die sog. Interlinearmethode ist ausgesprochen aufwändig, garantiert aber maximale Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit. Die Methode beruht darauf, dass man zwischen den einzelen Zeilen der Musterlösung sehr großen Abstand lässt. In diesen Abstand werden nun (normalerweise mit der Hand) alle Alternativen mit ihrer jeweiligen Bewertung ge­schrieben. Nun kann man die ganze Übersetzung korrigieren, denn man sieht auch noch beim letzten Schüler, wie man eine bestimmte Formulierung beim ersten Schüler gewer­tet hat.

Meiner Meinung nach effizienter ist jedoch die Ein-Satz-Methode. Am besten funkioniert diese Methode, wenn die Schüler für jeden Satz einen neue Zeile beginnen; noch besser ist es, wenn sie die Sätze durchnummerieren. Man korrigiert nun lediglich satzweise und muss nur noch darauf achten, dass man den jeweiligen Satz in einer Sitzung vom ganzen Kurs fertig bekommt. Bei einem einzelnen Satz kann man sich normalerweise auch bei einem großen Kurs noch merken, wie man etwas bei den ersten Schüler gewertet hat, bei einer ganzen Übersetzung bräuchte man schon ein exzellentes Gedächtnis. Auf diese Art spart man sich die ganze oben beschriebene Schreiberei und erzielt dennoch eine gerechte Bewertung.

Aktive Pausen

Für mich ist Jonglieren die ideale Beschäftigung für kurze Korrektur­pausen. Ich muss mich vollständig auf etwas anderes konzentrieren und muss trotzdem „locker“ bleiben, sonst geht gar nichts. Bewegung scheint eine optimale Pausenbeschäf­tigung zu sein (auf­stehen, sich strecken, vielleicht ein bisschen zu Musik rumtanzen etc.).

Tipps von Kollegen/innen

Um mich selbst beim Korrigieren etwas zu belohnen, fasse ich immer fünf Klausuren mit einer Büroklammer zusammen, und wenn ich die fünf dann fertig habe, gönne ich mir eine kleine Pause. Außerdem sehe ich dann schneller, wenn ich auf der Hälfte bzw. dem Viertel bin! Sicherlich sehr simpel, aber es wirkt! (E. Haus-Stahlberg)

Nach Herausgabe der Arbeit gehe ich in der Klasse herum und lasse mir meine Korrek­turen erklären. Dadurch zwinge ich die Schüler sich mit ihrer Arbeit zu beschäftigen. Auf diese Art habe ich zumindest ein bisschen das Gefühl nicht völlig umsonst gearbeitet zu haben. (N. Wagner)

Seit ich mir ein günstiges Notebook gekauft habe, korrigiere ich falls immer möglich auf dem Balkon bzw. im Garten. Dadurch bin ich bei schönem Wetter nicht mehr gar so frustriert wie früher, als ich immer am Schreibtisch saß. Schöne Steine sorgen dafür, das die Schulaufgaben bzw. Angaben nicht davonfliegen. (C. Schmidt)

Früher habe ich bei nächtlichen Korrektur-Sessions Unmengen von Kaffee in mich reinge­schüttet und „zum Trost“ Schokolade gemampft. Trotz allem war ich mit der Qualität meiner Arbeit nicht zufrieden und habe auf die Dauer natürlich zugenommen. Wenn ich heute beim Korrigieren eine Pause mache, trinke ich einen Milch-Obst-Shake. Statt Schokolade knabbere ich Karotten oder esse Obst. (S. Cosar)

Ich korrigiere nicht mit den üblichen billigen roten Kulis bzw. Faserstiften, sondern habe mir einen schönen Füller gekauft. Wenn ich mit so einem qualitativ hochwertigen Gerät arbeite, habe ich das Gefühl, dass auch meine Korrekturen qualitativ besser sind. (P. Neunhauser)

Wasser (am besten mit einem Schuß Zitrone) ist unerlässlich für Konzentrationsfähigkeit und geistige Arbeit. Während der Korrektur trinke ich regelmäßig einen Schluck aus einem schönen Glas. Wenn der „kleine Hunger“ kommt, esse ich Nüsse (wie z.B. Cashew-Nüsse), die ebenfalls die Konzentration fördern. (G. Kleyden)

Ich tendiere zu dicken Beinen beim langen Sitzen am Schreibtisch und korrigiere deshalb immer im Lesesessel: gute passende Armlehnen, rechts neben mir Getränk und Wörter­bücher (bin Linkshänderin), rechts die zu korrigierenden Arbeiten aufgeschlagen, gesta­pelt. Ich motiviere mich durch: schon 10%, …30%, …etc. auch total simpel, aber es hilft ungemein! Die Beine auf dem Hocker vor mir auf passender Höhe zum Sessel. Die Hefte bzw. Klausurblätter auf dem englischen Knietablett, das Format passt bei Heften per­fekt. So halte ich’s lange aus. (J. Stakowski)

14 Responses to “Klausuren”


  • Wollte einfach mal ein Danke für Deine guten interessanten und vor allem so sorgfältig geschriebenen Beiträge vorbeibringen. Viele Beiträge müsste man sich tatsächlich ausdrucken und abheften / abspeichern um immer wieder mal reinschauen zu können.

  • *Einwand gegen Wiederverwendung “zeitloser” Texte*
    Bei uns gibt es schon seit längerem am Ort Nachhilfelehrer, die systematisch Prüfungsaufgaben nach Lehrkraft und Jahrgangsstufe sammeln, und dann verkaufen. Ein Schüler äußerte, er habe ein “Buch mit Schulaufgaben” auf diesem Weg bekommen.
    Nach meiner Ansicht wird hier natürlich das Urheberrecht der Lehrer
    (Aufgaben; Bearbeitung) sowie der Buch-/Zeitungs-Verlage (Text) verletzt.

    • Dein Einwand ist berechtigt. Allerdings würde ich hier abwägen. Wie viele Schüler haben (vor allem in der Oberstufe) Nachhilfe und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Schulaufgabe an so einen Typ gelangt? Im Zweifelsfall hat der Schüler dann einfach Glück gehabt. Nur aufgrund dieser Möglichkeit würde ich in jedem Fall nicht ständig neue Schulaufgaben basteln.

      • Sie glauben gar nicht, wie viele Oberstufenschüler Nachhilfe haben und wie viele der Nachhilfelehrer und Nachhilfeorganisationen systematisch Texte sammeln!!
        Außerdem wissen Schüler ganz genau, welcher Lehrer seine Texte mehrfach verwendet. Von diesen Lehrern werden in der Schülerschaft die Texte gesammelt.
        In entsprechenden Foren werden solche Texte und die Musterlösungen auch online verbreitet.
        Unter den Schülern und den Eltern gelten Lehrer, die mehrfach Texte verwenden, schon bald als faul.
        Es ist nichts dagegen einzuwenden, immer wieder dieselben Texte im Unterricht z. B. als Vorbereitungen auf Klassenarbeiten und Klausuren zu verwenden. Aber die Texte in den Klassenarbeiten selbst sollte man doch möglichst variieren.

  • “Nach wenigen Berufsjahren verabschieden sich die meisten Lehrer von der Illusion, dass Schüler sich ihre Arbeiten sorgfältig anschauen um aus ihren Fehlern zu lernen.”

    Warum der ganze Aufwand. Wieso schreibt man Klausuren, wenn die Schüler nichts daraus lernen und die Lehrer keinen Spass an ihrer arbeit haben???
    Da kann ich die Arbeit von Rebecca und Mauritio Wild empfehlen.
    Sind im Juli übrigens wieder in Deutschland und halten Seminare in Potsdam.

    lg christine

  • Christine Bauernfeind

    Herzlichen Dank für die hervorragenden Tipps und v.a. auch für all die Punkteschemata etx in Excel – Dank Ihrer Hinweise und “Vorarbeiten” konnte sogar ich als absolutes Excel-greenhorn meine erste LK-Klausur recht zeitsparend auswerten und benoten! Super und nochmals herzlichen kollegialen Dank!
    Ch. Bauernfeind

  • Hallo Herr Lüders,

    ich habe mir die ganze Seite durchgelesen – aus purer Interesse.
    Ich selber bin noch ein 7.Klässler an einem Münchner Gymnasium
    und möchte später auch Englischlehrer werden.

    Mir hatte mal mein alter Englischlehrer wegen einem Punkt von 60
    die 1 gestohlen. Das Schlimme daran ist ja, dass ich damit im Zeugnis
    keine eins mehr bekam. Ich finde das ziemlich unfair und Ihre Methoden
    sind einfach toll.

    Ich weiß, dass es keinen genauen Notenschlüssel gibt, aber könnten
    Sie mir einen für eine SA mit 60 Punkten machen? Ich bin nämlich
    ein “Tutor” und gebe Schülern aus meiner Klasse Nachhilfe. Mit ihnen
    mache ich auch Tests, worauf ich eine “Bleistift-Note” gebe.
    Könnten Sie mir auch sagen, welche Schriftart sie bei Schulaufgaben verwenden – bin halt so interessiert.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Telfer

  • Gibt es irgendwo brauchbare, leicht adaptierbare Excel Tabellen zum Ausrechnenen von Noten?
    Also 5 Teilaufgaben zu je ca 12 Punkten und pass bei 60%, z.B.

    Mit Grüßen
    erich

  • Guten Tag Herr Lüders,

    was ist eigentlich wenn ein Schüler aus Zeitmangel im Abi bei der Kompostition nur ca 100 von den verlangten 250- 300 Wörtern hat.. und
    z.b. ..nur noch die Pro-argumente schafft aber nicht mehr die Contra-argumente.. und dann noch schnell einen Finalsatz schreibt indem er aber sagt dass die These so nicht zutrifft..
    Sind das dann null Punkte weil man nicht die 250 -300 Wörter geschafft hat oder bekommt man dann trozdem noch ein paar Punkte?

    Zusatzinformation: Es handelt sich um ein Composition bei der man der These auf keinen Fall zustimmen kann. Die Frage lautete nämlich: ob die Schule nur beibringt alles nachzuplappern aber nicht zum eigenständigen Denken anregt.

    Mit freundlichen Grüssen
    Judith H.

    • Was ist, wenn der Schüler zu viele Wörter schreibt? Z.B. 500? Wie bewertet ihr dies? Gibt es Abzug? Wenn ja, wie viel?
      Habe gerüchteweise gehört, dass man nichts mehr abziehen sol, deswegen. Das ist aber keine offizielle Info.

      • > Was ist, wenn der Schüler zu viele Wörter schreibt? Z.B. 500?

        Auch da gibt es (vgl. die Frage von “Ju”) keine einheitliche Vorschrift. Die einen Lehrer sind toleranter, die anderen sanktionieren schärfer.

        Bei einer Vorgabe von “250 – 300 words” sind mir 500 allerdings auch wesentlich zu viel und ich würde im Normalfall beim Inhalt 1 bis 1,5 Punkte abziehen; kann aber auch mehr sein, wenn der Schüler schwafelt, sich ständig wiederholt oder am Thema vorbeischreibt.

    • > Sind das dann null Punkte weil man nicht die 250 -300 Wörter geschafft hat oder bekommt man dann trozdem noch ein paar Punkte?

      Da gibt es keine Vorschrift, das hängt vom Lehrer ab. 100 ist ja weniger als die Hälfte, also werden die meisten Lehrer für Inhalt 1 oder max. 1,5 Punkte bzw. BE geben (in Bayern gibt es beim Aufsatz ja nur 4 BE für Inhalt und 6 BE für Sprache).

      > Habe gerüchteweise gehört, dass man nichts mehr abziehen soll

      Davon habe ich noch nichts gehört, kann ich mir auch nicht vorstellen. Dann würde dem Gelaber ja Tür und Tor geöffnet.

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