Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Stegreifaufgaben

… sind bei uns (in Bay­ern) nicht ange­sag­te, höchs­tens 20-minü­ti­ge schrift­li­che Prü­fun­gen („klei­ne Leis­tungs­nach­wei­se“) über den Stoff der letz­ten zwei Stun­den. Da ich im Durch­schnitt drei Steg­reif­auf­ga­ben (auch „Extem­po­ra­li­en“ bzw. „Exen“ genannt) pro Halb­jahr schrei­ben las­se, ist eine schnel­le und effi­zi­en­te Kor­rek­tur von gro­ßer Bedeu­tung.

Falls du wis­sen möch­test, woher das merk­wür­di­ge Wort „Steg­reif“ kommt, schaust du hier.

Das eng­li­sche pop quiz klingt natür­lich wie­der mal viel coo­ler …

Was die Schü­ler bei den unter­schied­li­chen Auf­ga­ben­for­men machen sol­len, regelt mein Han­dout Voca­bu­la­ry Test (doc). Das­sel­be Han­dout auf Deutsch ist Wort­schatz Test (doc).

Beispiel

Hier mal ein Bei­spiel zu mei­nem Vocab-Sheet „Asses­sing Texts“ (doc). Die Mus­terlö­sung (zusam­men mit den Punk­ten) ist fett for­ma­tiert.

  1. 2 assess / eva­lua­te to a~ / to e~: to judge how good, use­ful, or suc­cess­ful some­thing is
  2. eine prä­gnan­te Ana­ly­se D: a con­ci­se ana­ly­sis
  3. waff­le to w~: to use a lot of words but wit­hout say­ing anything important
  4. 2 an appro­pria­te regis­ter eine ange­mes­se­ne Sprach­ebe­ne (r~)
  5. 2 The tit­le should enga­ge the reader’s atten­ti­on. Die Über­schrift (t~) soll­te die Auf­merk­sam­keit des Lesers wecken (e~).
  6. tar­get Most wri­ters have a t~ audi­ence in mind when they begin a new book.
  7. 3 An ele­gant tran­si­ti­on links the two para­graphs. Eine ele­gan­te Über­lei­tung ver­bin­det (l~) die bei­den Absät­ze.
  8. 2 ela­bo­ra­te on / expand on an aspect einen Aspekt aus­füh­ren (el~) / erläu­tern (ex~)
  9. 3 If he didn’t wri­te so ille­gi­b­ly, the tea­cher wouldn’t deduct any points. Wenn er nicht so unle­ser­lich (i~) schrei­ben wür­de, wür­de der Leh­rer kei­ne Punk­te abzie­hen (d~).
  10. 2 ‚cohe­si­on‘ und ‚cri­te­ria‘ als Laut­schrift [wird von Word­Press nicht kor­rekt wie­der wie­der­ge­ge­ben]
  11. 3 If he hadn’t made such vague state­ments the com­mu­ni­ca­ti­on wouldn’t have been affec­ted. Wenn er kei­ne solch unkla­ren (v~) Aus­sa­gen gemacht hät­te, wäre die Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht beein­träch­tigt wor­den.
  12. need­less Avo­id tho­se n~ repe­ti­ti­ons.
  13. topic sen­tence What do you call the first sen­tence of a para­graph that sum­ma­ri­zes its con­tent?
  14. 1 He sim­ply mis­ses the point. Er ver­steht ein­fach nicht wor­um es geht (m~ ~ p~).
  15. 4 The­se minor omis­si­ons are no a blun­der / how­ler. Die­se gering­fü­gi­gen (m~) Aus­las­sun­gen (o~) sind kein gro­ber Feh­ler (b~ / h~).

Stoff präzise angeben

Den Stoff einer Steg­reif­auf­ga­be gebe ich so prä­zi­se wie mög­lich an. So weiß ich auch noch nach Jah­ren, WAS in der Steg­reif­auf­ga­be genau geprüft wird, also z.B. „Stoff: vocab Unit 3 p. 150 school­boy – p. 151 post­po­ne“. Wenn ich ein­fach nur „Unit 3“ oder (noch schlech­ter) gar nichts hin­schrei­be, weiß ich spätes­tens im nächs­ten Schul­jahr nicht mehr, ob die Arbeit über die GANZE Unit geht (ziem­lich unwahr­schein­lich) oder nur über einen bestimm­ten Teil. Aus die­sem Grund macht es mich immer wahn­sin­nig, wenn ich von Kol­le­gen Steg­reif­auf­ga­ben (bzw. Schulauf­gaben) bekom­me, auf denen gar kein oder kein genau­er Stoff ange­ge­ben ist.

Grammatik

Mei­ne Steg­reif­auf­ga­ben sind meis­tens eine Mischung aus Wort­schatz (ein­schließ­lich les­son vocabund Gram­ma­tik (ggf. auch Sach­wis­sen). Bei Gram­ma­tik kon­zen­trie­re ich mich in ers­ter Linie auf den aktu­el­len Gram­ma­tik-Stoff und die Kern­pro­ble­me für Deut­sche. Immer mit dabei sind z.B. con­ditional sen­ten­ces und repor­ted speech. Außer­dem quä­le ich mei­ne Schü­ler natür­lich regel­mä­ßig mit ten­ses (vor allem past vs. pre­sent per­fect, pre­sent per­fect pro­gres­si­ve mit since/for) und adjec­tive vs. adverb. Auf die­se Wei­se kämp­fe ich gegen das so ver­brei­te­te „Schubladen“-Denken an: „Stoff bespro­chen, ge­übt, abge­prüft und fer­tig – Schub­la­de geht zu und ich kann alles wie­der ver­ges­sen.“

Lautschrift

In jeder Steg­reif­auf­ga­be gibt es ein paar Punk­te (in o.a. Bei­spiel nur 2, nor­ma­ler­wei­se 5) für das kor­rek­te Deko­die­ren von pho­ne­tic sym­bols. Auch Laut­schrift gehört m.E. zu den Din­gen, die ein Schü­ler ein­fach beherr­schen muss und nicht, nach­dem sie „behan­delt“ wur­de, ein­fach wie­der ver­ges­sen darf. Auf der Sei­te Laut­schrift fin­dest du ver­schie­de­ne Bei­trä­ge zu die­sem The­ma.

Lektionswortschatz

Wort­schatz, der wäh­rend des Unter­richts an der Tafel erscheint, gehört auto­ma­tisch zum Stoff der betref­fen­den Stun­de und ist damit Haus­auf­ga­be. Damit ich spä­ter auf den ers­ten Blick erken­nen kann, wo bei der Steg­reif­auf­ga­be der Lek­ti­ons­wort­schatz beginnt, las­se ich etwas Abstand. Nähe­res in die­sem Bei­trag

Genügend Punkte

Je weni­ger Punk­te es ins­ge­samt gibt, des­to enger rücken alle Schü­ler zusam­men und bei umso mehr Schü­lern fehlt nur ein (oder ein hal­ber) Punkt zur nächst bes­se­ren Note. War­um man das ver­mei­den soll­te, erklärt die­ser Bei­trag. Aus die­sem Grund ach­te ich auf eine aus­rei­chend hohe BE / Punkt­zahl von min­des­tens 30.

Kontextualisierung

Die­sen zeit- und arbeits­auf­wän­di­gen Quatsch tue ich mir bei einer Steg­reif­auf­ga­be natür­lich nicht an, war­um erklä­re ich in die­sem Bei­trag. Das geht natür­lich nur, weil an mei­ner Schu­le Exen gott­sei­dank noch nicht respi­ziert wer­den. Wenn auch Exen kon­tex­tua­li­siert wer­den müs­sen, wer­de ich kei­ne mehr schrei­ben.

Tilde

Mei­ne Schü­ler schrei­ben grund­sätz­lich nicht in Lücken, son­dern auf DIN A4 Schreib­pa­pier. In der Anga­be ver­wen­de ich ledig­lich die Til­de ~ (Alt­Gr und die + Tas­te, rechts neben dem Ü). Auf die­se Art pas­sen mei­ne Steg­reif­auf­ga­ben immer auf ein DIN A5 Blatt, wäh­rend ande­re Kol­le­gen mit ihren gan­zen Lücken bzw. Schreib­zei­len bis zu zwei DIN A4 Sei­ten benö­ti­gen.

Die Fum­me­lei mit den Lücken braucht beim Erstel­len ziem­lich viel Zeit, weil man ja immer anti­zi­pie­ren muss, wie groß die Lücke sein muss, damit auch noch Maxl Huber mit sei­ner Rie­sen­schrift die Lösung rein­schrei­ben kann. Falls man einen durch­ge­hen­den Text hat, wird es noch müh­sa­mer. Kaum ver­än­dert man irgend­wo oben eine Lücke, bricht wei­ter unten das Lay­out wie­der zusam­men. Also heißt es wie­der rum­fummeln.

Beson­ders unübersicht­lich wird es, wenn der Schü­ler sei­ne ers­te Lösung durch­streicht und die nächs­te drü­ber­quetscht, bzw., wenn dort kein Platz mehr ist, irgend­wo auf der Rück­sei­te plat­ziert (natür­lich ohne ent­spre­chen­den Ver­weis). Bei mei­nem Ver­fah­ren schreibt er die nächs­te Ver­si­on ein­fach NEBEN die ers­te. Auch bei der Kor­rek­tur geht es schnel­ler, weil ich NUR die Lösun­gen „von oben nach unten“ (die Schü­ler müs­sen strikt die Rei­hen­fol­ge ein­hal­ten) durch­ge­hen muss.

Musterlösung

Die Mus­terlö­sung ist „aus­ge­blen­det“ for­ma­tiert. Wie das „Aus­blen­den“ von Text funk­tioniert, beschrei­be ich hier.

Grund­sätz­lich erstel­le ich gleich beim Ent­wer­fen von Steg­reif­auf­ga­ben die Mus­terlö­sung. Dies kos­tet zunächst ein­mal natür­lich ein biss­chen Zeit, die ich aber beim Korrigie­ren wie­der ein­spa­re.

Zusam­men mit der Mus­terlö­sung gebe ich auch immer gleich die Punkt­zahl für die jewei­li­ge Auf­ga­be an. Dadurch sehe ich auf einen Blick wie vie­le Feh­ler ich „anstrei­chen“ darf, wenn ein Schü­ler über­haupt nichts hin­schreibt. Außer­dem sehe ich sofort, wie­vie­le Feh­ler ich MAXIMAL anstrei­chen darf, wenn ein Schü­ler etwas hin­geschrieben hat. Denn es darf natür­lich nicht pas­sie­ren, dass ein Schü­ler, der etwas geschrie­ben hat, schlech­ter weg­kommt als einer, der über­haupt nichts geschrie­ben hat.

Dank der Mus­terlö­sung ver­bes­sern wir die Ex gleich im Anschluss, so dass die Schü­ler ein zeit­na­hes Feed­back bekom­men und ihre Leis­tung ein­schät­zen kön­nen.

Nur ein Durchgang

Ich kor­ri­gie­re und beno­te Steg­reif­auf­ga­ben kom­plett in nur EINEM Durch­gang: Fehler­sprung fest­le­gen, kor­ri­gie­ren, Feh­ler zäh­len und in die Tabel­le ein­ge­ben (s. unten), „Grenz­fäl­le“ SOFORT ent­schei­den, Note draufschrei­ben, abzeich­nen – and you’re done.

Zeit­lich pla­ne ich so, dass ich die gan­ze Steg­reif­auf­ga­be in einer Sit­zung (mit maxi­mal zwei kur­zen Pau­sen) durch­kriege. Dadurch ist gewähr­leis­tet, dass ich auch bei gro­ßen Klas­sen beim Schü­ler Zwick­lbau­er noch weiß, wie ich bei Adam bewer­tet habe. Erfahrungs­gemäß ist man am Anfang noch rela­tiv groß­zü­gig und locker, wird dann aber häu­fig im Lau­fe der Kor­rek­tur immer generv­ter und stren­ger. Wenn Adam und Zwick­lbau­er dann zufäl­lig neben­ein­an­der sit­zen und ihre Arbei­ten ver­glei­chen, kann es zu Dis­kre­pan­zen und (be­rechtigten) Pro­tes­ten kom­men.

Entscheidungsfreudigkeit

Ich schrei­be nie etwas mit Blei­stift auf die Arbeit (was ich spä­ter wie­der müh­sam weg­radieren müss­te) und notie­re auch nichts auf Extra­blät­tern. Ich ent­schei­de mich SOFORT (im Zwei­fels­fall wie immer zuguns­ten des Schü­lers) und mer­ke mir bzw. notie­re mir die­se Entscheidung(en) bis ich beim letz­ten Schü­ler ange­kommen bin.

Nicht positiv korrigieren

Sie­he die­sen Bei­trag.

Schlechte bzw. unleserliche Schrift

Vie­le Kol­le­gen jam­mern stän­dig über unleser­liches Gekra­kel, scheu­en aber davor zurück, (hal­be) Feh­ler anzu­strei­chen bzw. Punk­te abzu­zie­hen. Der Schü­ler sieht des­halb kei­ne Not­wen­dig­keit sei­ne Bequem­lich­keit auf­zu­ge­ben. Wenn ich etwas nach dem zwei­ten Ver­such nicht ent­ziffern kann, zie­he ich kon­se­quent (hal­be) Punk­te ab. Vor der ers­ten Arbeit erläu­te­re ich, dass unle­ser­li­ches Geschmot­zel hin­sicht­lich der Kom­mu­ni­ka­ti­on zu lei­sem bzw. undeut­li­chem Spre­chen ent­spricht und „Ver­stän­di­gung“ be- bzw. sogar verhin­dern kann. In mei­nem Han­dout „Voca­bu­la­ry Test“ heißt es dazu: „Make sure that your hand­wri­ting is legi­ble. Pay spe­cial atten­ti­on to vowels. Do not wri­te one let­ter over ano­t­her. Cross out the wrong let­ter and wri­te the cor­rect one above. In case of doubt wri­te the who­le word again.“ Die Schü­ler wis­sen, dass sie genü­gend Zeit haben und ich nie­mand das Blatt ein­fach weg­rei­ße, son­dern mich auch immer noch expli­zit erkun­di­ge, ob auch wirk­lich alle fer­tig sind, bevor das Schreib­zeug weg­ge­legt wer­den muss.

Tabellen

Bei Kor­rek­tu­ren von Steg­reif­auf­ga­ben arbei­te ich natür­lich immer mit mei­nen Tabel­len (zip):

tabelle.jpg

Wenn einem Schü­ler nur ein Punkt zur bes­se­ren Note feh­len (vgl. Buse), wird mir das in der Tabel­le als + ange­zeigt. Dadurch sehe ich auf einen Blick, wel­che Arbei­ten ich mir noch­mal genau­er anschau­en muss.

Die Arbei­ten mei­ner Kin­der bewei­sen immer wie­der, dass sich der feh­len­de hal­be bzw. gan­ze Punkt meis­tens pro­blem­los irgend­wo fin­den lässt. Vie­le Leh­rer kapie­ren ein­fach nicht, wie­viel Zeit und Ärger sie sich spa­ren könn­ten, wenn sie die­se Grenz­fäl­le ver­meiden wür­den. Im Zwei­fels­fall heißt es natür­lich in dubio pro disci­pu­lo, falls ich aber der Mei­nung bin, dass die schlech­te­re Note wirk­lich gerecht­fer­tigt ist, muss ich die Punkt­zahl ent­spre­chend redu­zieren und aus einem (groß­zü­gi­gen) hal­ben einen gan­zen Feh­ler machen.

Falls du (z.B. als Stu­di­en­re­fe­ren­dar) unter dem Druck stehst einen bestimm­ten Durch­schnitt „pro­du­zie­ren“ zu müs­sen (weil du ansons­ten Ärger mit dem Betreu­ungs- und/oder Semi­nar­leh­rer bekommst), war­test du natür­lich mit den end­gül­ti­gen Noten, bis du die gan­ze Klas­se fer­tig hast. Falls dein Durch­schnitt zu schlecht ist, änderst du ein­fach den Bewer­tungs­schlüs­sel und – schwupps – hast du bes­se­re Schü­ler 😉

Angabe aktualisieren

Wäh­rend der Kor­rek­tur habe ich eben­falls mei­ne Word-Datei mit Anga­be und Muster­lösung geöff­net. Falls ich fest­stel­le, dass eine Auf­ga­be z.B. unklar war, wird dies sofort in der Anga­be kor­ri­giert, schließ­lich wer­de ich die­se Steg­reif­auf­ga­be wahr­schein­lich noch öfter hal­ten. Eben­so über­ar­bei­te ich, falls nötig, die Mus­terlö­sung, damit ich mich beim nächs­ten Mal noch ein biss­chen leich­ter tue.

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DAN-SOUND

  1. Erler

    Hal­lo,
    mich wür­de inter­es­sie­ren, wie die Fach­be­treu­ung Eng­lisch auf die Form der Steg­reif­auf­ga­ben reagiert. Laut ISB ist es gewünscht mehr und mehr auf Kon­tex­tua­li­sie­rung und Ein­be­zie­hung des kom­mu­ni­ka­ti­ven Aspek­tes zu set­zen, die als Bei­spiel gelie­fer­te Steg­reif­auf­ga­be ent­sprä­che nicht den Vor­ga­ben.
    Die Arbeits­er­leich­te­rung steht außer Fra­ge.

    Gruß, Tomas

  2. Flo

    Ein­fach nur super!

    Die (net­ten) Sei­ten­hie­be was die Semi­nar- und Betreu­ungs­leh­rer angeht, spre­chen mir beson­ders aus der See­le.

    Spaß bei­sei­te, wert- und vor allem sinn­vol­le Tipps für alle Eng­lisch­leh­rer!

    Thanks a lot!

  3. Monika Niemann

    Bezüg­lich der Leser­lich­keit: Ich habe die Erfah­rung gemacht, dass abge­zo­ge­ne Punk­te für schlech­te Leser­lich­keit wenig bewir­ken, dass jedoch die Aus­sicht auf Extrapunkt(e) für per­fek­te Form inklu­si­ve Schrift Wun­der wir­ken kön­nen. Es ist wohl so, dass die Mög­lich­keit, etwas zu bekom­men moti­vie­ren­der wirkt. Zusatz­ef­fekt ist, dass Schü­ler, die sonst vie­le Recht­schreib­feh­ler machen, durch die ordent­li­che­re Schrift die­se auch redu­zie­ren kön­nen.

  4. Kati

    Dan­ke für die Ant­wort – wer zwi­schen zwei Noten steht, ver­sucht natür­lich raus­zu­schla­gen was irgend geht und Eltern schei­nen hier sehr schnell ala­miert zu sein (Bay­ern halt) – noch hat kei­ner ange­ru­fen, bin aber mal gespannt auf die ers­te Stun­de nach der Rück­ga­be die­se Woche. Der repro­duk­ti­ve Anteil liegt bei ca. 75 – 85% und in der Stun­de vor­her habe ich bei bestimm­ten Wör­tern auch schon spie­le­ri­sche Merk­hil­fen gege­ben, die vie­len wohl gehol­fen haben (und viel­leicht auch zu der Denk­mög­lich­keit Steg­reif­auf­ga­be ver­lei­tet haben). Ich bin erst ein hal­bes Jahr dabei und da macht man halt noch vie­le, vie­le Feh­ler.
    Unan­ge­nehm ist das gan­ze trotz­dem und quält mich auch total.
    Von mir aus kön­nen die alle eine ihren Ein­ser haben. An die­ser Schu­le ist aber ein total gedrück­tes Kli­ma mit so einem Eli­te­den­ken und das hat mich so unter Druck gesetzt. Naja, auch die­se Zeit dort wird vor­über­ge­hen.

  5. > es gibt aber nur 2er und 3er

    Was gibt’s da zu „meckern“? Wol­len alle die Note 1, oder wie?

    > Geht das?

    Ja, das Argu­ment „Exkur­si­on“ habe ich noch nie gehört, der „hohe repro­duk­ti­ve Anteil“ reicht im Nor­mal­fall schon allei­ne aus.

  6. Kati

    Hal­lo,
    ich ste­cke auch gera­de in so einer feilsch und Mecker­rück­ga­be mei­ner ers­ten selb­stän­dig ver­ant­wor­te­ten Steg­reif­auf­ga­be (hät­te ich die­sen Arti­kel nur vor­her gele­sen!!!), die viel zu gut aus­ge­fal­len ist und die ich daher streng bewer­tet habe (um eben kei­nen Ärger zu krie­gen, den ich aber jetzt doch habe, weil es nun wohl doch zu streng war – es gibt aber nur 2er und 3er). Mein Beglei­ter war zur Zeit der Erstel­lung und Kor­rek­tur auf Fort­bil­dung und jetzt habe ich den Salat.
    Hat da jemand Tipps für mich, wie ich die Situa­ti­on ohne kom­plet­te Neu­kor­rek­tur ret­ten kann? (Das wäre ja mein Ende an die­ser Schule,da ab da jede mei­ner Noten­ge­bun­gen ange­zwei­felt wür­de). Ich habe begrün­det, dass ein hoher repro­duk­ti­ver Anteil in der Arbeit vor­kam und sie durch eine zum The­ma pas­sen­de Exkur­si­on zwi­schen den bei­den Stun­den über­durch­schnitt­lich gut vor­be­rei­tet war. Geht das?
    Hil­fe!

  7. > Der letz­ten zwei Stun­den jetzt, oder?

    Eigent­lich schon, aber die­se Rege­lung kannst du ver­ges­sen. Wenn näm­lich der Schü­ler in einer der bei­den Stun­den nicht da war, braucht er die Steg­reif­auf­ga­be nicht mit­zu­schrei­ben. So ist zumin­dest unse­re schul­in­ter­ne Rege­lung. Also schreibt man (wie vor­her) nur über die letz­te Stun­de.

  8. ghostbusta

    … sind bei uns (in Bay­ern) nicht ange­sag­te, höchs­tens 20-minü­ti­ge schrift­li­che Prü­fun­gen über den Stoff der vor­an­ge­hen­den Stun­de.“
    Der letz­ten zwei Stun­den jetzt, oder?

  9. Als Deutsch­leh­rer betref­fen mich vie­le die­ser E-Pro­ble­me nicht; ich woll­te nur kurz etwas zur Hand­schrift anmer­ken.
    Es gibt zwei bemer­kens­wer­te Phä­no­me­ne, ein­mal die Schlud­rig­keit in der Buch­sta­ben­ar­ti­ku­la­ti­on und zwei­tens die Nei­gung (v.a. der Mäd­chen: je älter, des­to stär­ker), das Mit­tel­band groß zu schrei­ben und die Ober­län­gen voll­stän­dig zu kap­pen; dann kann man zwi­schen s und S, w und W usw. nicht mehr unter­schei­den.
    Ich habe mir ange­wöhnt, das mit R anzu­strei­chen – aber es denkt nie­mand dar­an, sei­ne „per­sön­li­che“ Hand­schrift zu ändern. An die­ser Stel­le bin ich päd­ago­gisch geschei­tert – und ich sehe auch kei­nen Weg, wie man Schü­ler ani­mie­ren könn­te, leser­lich zu schrei­ben.

    • > Ich habe mir ange­wöhnt, das mit R anzu­strei­chen – aber es denkt nie­mand dar­an, sei­ne “per­sön­li­che” Hand­schrift zu ändern.

      Die meis­ten Schü­ler ändern ihre Hand­schrift nur, wenn expli­zit Punk­te abge­zo­gen bekom­men bzw. eine schlech­te­re Note bekom­men. Ich habe das „live“ an mei­nem Sohn mit­er­lebt. Er schmier­te mun­ter vor sich hin, weil kein Leh­rer irgend­was dage­gen unter­nom­men hat. Es gab zwar immer mal wie­der Erma­hun­gen, aber die hat er freund­lich igno­riert. Dann bekam er eine neue Deutsch-Leh­re­rin, die expli­zit unter eine Schul­auf­ga­be schrieb: „Inhalt­lich ist dei­ne Arbeit befrie­di­gend, aber wegen dei­ner unle­ser­li­chen Schrift bekommst du nur die Note 4.“ Und sie­he da, seit­dem schreibt er in Deutsch (aber nur dort!) plötz­lich wun­der­bar. Also nichts da mit „päd­ago­gisch geschei­tert“, son­dern in Zukunft kon­se­quent sank­tio­nie­ren 😉

  10. Kommentar

    Abschnitt „Til­de“: Fin­de ich nicht so gut. Es ist doch für die Schü­ler bei Noch­mal­d­rü­ber­schau­en und vllt auch für dich beim Kor­ri­gie­ren eini­ger­ma­ßen umständ­lich.

    • Dei­nen Ein­wand bezüg­lich der Schü­ler las­se ich gel­ten, beim Kor­ri­gie­ren tue ich mich (wie beschrie­ben) deut­lich LEICHTER.

  11. jens

    Hal­lo, Kom­pli­ment für Dei­ne inter­es­san­ten Arti­kel. Wei­ter so!

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