… ist einer meiner Lieblingsmaler, seine Bilder eignen sich ausgezeichnet für creative writing. Hier die berühmten „Nighthawks“:

Damit es literarisch interessante Geschichten werden, beschäftigen wir uns vorher mit Narrator and Point of View und überprüfen unsere Kenntnisse anhand eines Arbeitsblattes. Danach lautet die Aufgabe eine Geschichte aus der Perspektive einer Figur zu schreiben. Zum Abschluss führe ich einen kleinen Literaturwettbewerb durch.
Auch in meinem Konversationskurs habe ich schon Bilder von Hopper eingesetzt. In diesem Kurs hatte ich Schüler von der 10. bis zur 13. Klasse. Ich bilde Paare von jeweils einem älteren/besseren und einem jüngeren/schlechteren Schüler. Jedes Paar bekommt eine Hopper Postkarte und hat ca. zehn Minuten Zeit sich eine Geschichte zu dem Bild auszudenken. Dabei soll der jeweils bessere Partner dem anderen mit Wortschatz, Grammatik und ggf. inhaltlichen Ideen helfen, das Ganze natürlich auf Englisch. Danach wird der Vortrag der Geschichte mindestens zweimal geübt, vorgegeben sind mindestens drei Minuten (akustisches Signal durch Kurzzeitwecker). Zum Schluss wird die Postkarte in der ganzen Gruppe rumgegeben und der betreffende Schüler erzählt seine Geschichte. Alle Anderen sind anschließend natürlich aufgefordert zu ergänzen, (sprachlich) zu verbessern oder eine ganz andere Geschichte zu präsentieren.
Zu den „Nighthawks“ gibt es übrigens auch einen Roman:
Der Roman “Nachsaison” erfindet eine Geschichte zu Edward Hoppers berühmtem Gemälde “Nighthawks”. Besson siedelt die Erzählung von der Frau im roten Kleid, die sich mit drei Männern in einer amerikanischen Bar befindet, im Heute an. Eines haben Buch und Bild gemeinsam: eine Vorliebe für Menschen, die im Alltag eine Bühne brauchen.
Rezension bei Deutschlandradio Kultur (Tipp von Carsten Sass)
Peter Ringeisen schreibt: In meinem Grundkurs-Deutsch-Blog weist eine Schülerin soeben darauf hin, dass es ein Buch von Said gibt, in dem Bilder zum Anlass für Gedichte und Geschichten genommen werden. Ist zwar auf Deutsch, könnte man aber evtl. trotzdem irgendwie für den FU nutzen.
Ebenfalls von Peter Ringeisen kommt der Hinweis auf Edward Hopper’s Secret World, eine sehr gute online Ausstellung von Hopper Bildern mit Begleitkommentaren. Natürlich dürfen da auch die „Nighthawks“ nicht fehlen. Interessant ist dabei folgender Kommentar:
Hopper was a huge fan of Hemingway’s story “The Killers,” a violent tale built around terse dialogue in a diner, and a similar air of menace hangs over Hopper’s indelible film-noir scenario.
Hmm, so habe ich das Bild noch nie gesehen. Für mich ist es in erster Linie „an air of solitude and loneliness“ und nicht so sehr Gewalt und Bedrohung.
Herr Rau schreibt dazu: Mit “The Killers” habe ich das Bild auch nie in Zusammenhang gebracht. Aber ich habe einen älteren Eintrag von dir zu “Nighthawks” habe ich mal aufgegriffen, und davor habe ich “A Clean, Well-Lighted Place” gemacht. Dass passt auch gut, auch wenn das eine andere Art Café ist. Aber eben auch Zuflucht.
Für Hopper Liebhaber bietet das „Museum of Fine Arts“ in Bosten darüberhinaus sehr gut gemachte Materialien, wie z.B. ein interessantes „sketchbook“. (Tipp von Peter Ringeisen)
Carsten Sass hat mich auf das Buch “Eine Frau in der Sonne” hingewiesen:
In einer Geschichte heißt es, ein Zimmer mit einem Mann und einer Frau sei “in Stille gehüllt”, – und das ist eine ziemlich treffende Beschreibung für die Atmosphäre auf den eindringlichen Bildern von Edward Hopper; immer wieder sieht man da Menschen, die einsam wirken, auch wenn sie zu zweit sind, die losgelöst scheinen von ihrer Umgebung. Sie wirken tatsächlich wie “in Stille gehüllt”. Zehn Bilder hat Frode Grytten genau angeschaut und dabei das getan, was viele von uns auch tun, wenn sie vor einem Bild stehen, sich nämlich überlegt, was das für Menschen sein mögen, für Räume, die da zu sehen sind; warum also der Mann – auf dem Gemälde “Room in New York” – zum Beispiel so demonstrativ Zeitung liest, während seine schöne Frau gelangweilt am Klavier sitzt. Eine Spannung des Ungesagten, des Streits liegt über der Szene.
Zu “Room in New York” gibt es auch eine Short Story. (Tipp von Daniele Drescher-Braun).

Schoener Post welchen du hier geschrieben hast, ich kam gerade ueber google auf deinen Webblog. Zuvor kannte ich Ihn noch gar nicht aber in der naechsten Zeit werde ich oefters hier vorbei schauen denn dein Schreibstiel gefaellt mir richtig gut.